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UA 1779
18
Mai
vor 247 Jahren
in Paris
Ganze 107 Opern hat Christoph Willibald Gluck insgesamt verfasst. Davon ist Iphigenie en Taulide (Iphigenie auf Tauris) seine letzte und auch sein größter Triumph. Vor 240 Jahren fand die Uraufführung am 18. Mai 1779 in Paris statt. Zur gleichen Zeit hatten auch François-Joseph Gossec und Nicola Piccini das Libretto vertont, ohne dass einer Kenntnis vom anderen hatte. Glucks Werk setzte sich jedoch durch und nötigte auch den Gegnern seiner Opernreform Respekt und Anerkennung ab. In dieser Oper, der Fortsetzung von Iphigenie in Aulis, setzt Gluck seine Vorstellungen zur Erneuerung der Oper konsequent um. „Rezitativ“ und „Arie“ verschmelzen zur „Szene“, Szenen wachsen zu den Akten des Dramas zusammen. Das Vorspiel geht unmittelbar in die erste Szene über und beschreibt die Ruhe vor dem Sturm, der anschließend in der ersten Szene dargestellt wird. Alle Gestalten sind in Stil und musikalischer Darstellung gegeneinander abgegrenzt. Beispielhaft für Glucks Charakterisierungskunst ist eine Stelle im 2. Akt: zu Orests Worten „Die Ruhe kehret in mein Herz zurück“ bleibt die Orchesterbegleitung seltsam unruhig. Auf diesen Widerspruch aufmerksam gemacht, soll Gluck geantwortet haben: „Orest lügt. Die Instrumente aber lügen nicht. Orest tötet seine Mutter“. Bei der Gestaltung des Textbuches hat Gluck selbst entscheidend mit eingegriffen. Die ursprünglich fünf Akte der Vorlage der gleichnamigen französischen Tragödie von Guymond de la Touche wurden auf vier reduziert, um die Handlung gradliniger entwickeln und die dramatische Wucht der Musik wirkungsvoller gestalten zu können. Sein Bestreben, eine deutsche Oper zu schaffen, konnte Gluck zwar nicht umsetzen, da die gesellschaftliche Akzeptanz dafür noch nicht reif war, doch immerhin nahm er zusammen mit dem Wiener Dichter J.B. v. Alxinger die Übersetzung ins Deutsche vor, passte die musikalische Deklamation durchgehend den deutschen Versen an und leistete auf diese Weise seinen Beitrag zur deutschen Oper. Die deutsche Erstaufführung fand in Wien am 23. Oktober 1781 statt. 1892 überarbeitete Richard Strauss das Werk textlich und musikalisch. Dabei fügte er auch eigene Ergänzungen hinzu. Maßgeblich ist heute jedoch die Urfassung.
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