Vor 200 Jahren ist der böhmische Komponist Leopold Antonin Kozeluch gestorben. Er wurde am 26. Juni 1747 in Velvary geboren und ursprünglich auf den Namen Ioannes Antonius getauft. Um Verwechslungen mit seinem Cousin gleichen Namens, der ebenfalls Komponist war, zu vermeiden, benannte er sich 1773 auf Leopold um. Kozeluch besuchte das Gymnasium in Prag und studierte anschließend Jura. 1771 begann er, Ballettmusiken für das Nationaltheater in Prag zu schreiben und war damit erfolgreich genug, um das Studium abbrechen und sich ganz der Musik widmen zu können. In den folgenden sieben Jahren verfasste er etwa 25 Kompositionen für das Prager Nationaltheater. 1778 zog er in die Kulturmetropole Wien um und avancierte dort binnen kurzer Zeit zum gefeierten Pianisten. Er erhielt in der Nachfolge von Georg Christoph Wagenseil eine Anstellung am Kaiserlichen Hof als Musiklehrer der Erzherzogin Elisabeth. 1781 wurde ihm als Nachfolger von Mozart das Amt des Hoforganisten angetragen. Dieses lehnte er jedoch ab, da er sich eine ähnlich schlechte Behandlung, wie sie Mozart widerfahrenwar, ersparen wollte. Dafür wurde er 1792 nach Mozarts Tod Kammerkapellmeister und Hofkomponist auf Lebenszeit. Kozeluch genoss nicht nur als Pianist und Klavierlehrer sondern auch als Komponist hohes Ansehen – nicht nur in Wien, sondern in ganz Europa. Um die Jahrhundertwende verflachte allerdings die musikalische Qualität seiner Kompositionen, da er durch seine Aufgaben am Hof und durch Unterrichten sehr in Anspruch genommen war. Zudem verlegte er sich stark auf Bearbeitungen von schottischen, irischen und walisischen Liedern für den Verleger George Thomson, die damals sehr lukrativ waren. Der Ruf eines „Vielschreibers“, mit dem ihn auch Mozart und Beethoven kritisierten, trugen schließlich dazu bei, dass seine Werke nach seinem Tod überwiegend in Vergessenheit gerieten. Koželuh hinterließ etwa 400 Kompositionen, davon etwa 30 Sinfonien, 22 Klavierkonzerte, zwei Klarinettenkonzerte, ein Trompetenkonzert, 24 Sonaten für Klavier und Violine, 63 Klaviertrios, zwei Oratorien, neun Kantaten und einige kirchenmusikalische Werke. Seine je sechs Opern und Ballette sind mit Ausnahme von Gustav Wasa allesamt verschollen. Kozeluch starb am 7. Mai 1718 in Wien.
»Leopold Kozeluch: Biographie und Einspielungen«
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