Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Über uns | Impressum | Kontakt | Sitemap

Suche

Aktuelle Infos und Kurzporträts

Heinrich Isaac 500. Todestag

† 1517

26

März

Über das frühe Leben und die musikalische Ausbildung des neben Josquin Desprez bedeutendsten Komponisten Europas an der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert Heinrich Isaac ist wenig bekannt. Er wurde um 1450 in Flandern geboren und ist erstmals in einem Zahlungsbeleg vom 15. September 1484 am Innsbrucker Hof von Herzog Sigismund dem Münzreichen von Tirol, wo auch Paul Hofhaimer wirkte, erwähnt. Vermutlich war er auf der Durchreise nach Italien, wo er als Organist in die Dienste der Medici in Florenz trat. Er wirkte an der Kirche S. Giovanni, später am Dom S. Maria del Fiore. Nach dem Tode Herzog Lorenzos des Prächtigen und der Absetzung und Vertreibung der Medici aus Florenz 1494 ging Isaac nach Innsbruck zurück. Dort war er in den neunziger Jahren Hofkomponist am Hof Kaiser Maximilians I. Dennoch verkehrte er nach wie vor an italienischen Höfen, vor allem in Ferrara beim Herzog Ercole d'Este sowie in Florenz. In den 90er Jahren sind aber auch gute Kontakte zum kurfürstlichen Hof in Dresden und zum Domkapitel in Konstanz nachgewiesen. Ab etwa 1512 ist Isaac wieder in Florenz tätig. In den letzten Lebensjahren war Isaac wahrscheinlich auch als eine Art kaiserlicher Geschäftsträger in vertraulichen Angelegenheiten für Maximilians Hof tätig. Er war ein vielseitiger und vielseitig gebildeter Geist und schon zu Lebzeiten berühmt. Sein Gesamtwerk ist außergewöhnlich umfangreich, die Zahl der komponierten Messordinarien übertrifft mit ihren 35 erhaltenen Messzyklen sowie 15 einzelnen Messensätzen das Messenwerk aller Zeitgenossen beträchtlich und nimmt auch im eigenen Gesamtwerk eine herausragende Stellung ein. Sein umfangreichstes Werk ist der Choralis Constantinus, die polyphone Fassung des katholischen Gottesdienstgesangs für das ganze Kirchenjahr, die er im Auftrag des Domkapitels in Konstanz schuf. Den kompletten Zyklus konnte er jedoch nicht vollenden, dies besorgte sein Schüler Ludwig Senfl. Daneben hinterließ Isaac auch zahlreiche Motetten sowie ein reichhaltiges Liedschaffen in französischer, italienischer und deutscher Sprache, von denen Innsbruck, ich muss dich lassen sicherlich sein berühmtestes Werk ist, das bis in unserer Zeit präsent und lebendig geblieben ist. Heinrich Isaac starb vor 500 Jahren am 26. März 1517 in Florenz.

Heinrich Isaac – CD-Einspielungen

Jean-Baptiste Lully 330. Todestag

† 1687

22

März

Heute nennt man das eine Bilderbuchkarriere: als Müllerssohn am 28. November 1632 bei Florenz geboren, wurde Giovanni Battista Lulli von dem französischen durchreisenden Chevalier de Guise „entdeckt“, nach Frankreich mitgenommen und in die Pariser Gesellschaft eingeführt. In Frankreich hat er es als Jean-Baptiste Lully bis zum Maître de la musique de la famille royale gebracht, der eine eigene Académie royale de musique gründen durfte und schließlich zum ersten großen Theaterdirektor wurde. Als Garçon de la chambre der Prinzessin de Montpensier, einer Cousine Ludwig XIII., hat er sich an die Sitten, Manieren und den Stil des französischen Hofes angepasst. Er spielte Violine und Gitarre und erregte aufgrund seiner phänomenalen, neuartigen Technik des Violinspiels und dank seines Witzes die Aufmerksamkeit des jugendlichen Königs Ludwig XIV. Schließlich wurde er als Geiger in die königliche Privatkapelle berufen – die Vingt-quatre Violons du Roi. Er spielte nicht nur im königlichen Orchester, sondern schrieb auch Ballette, in denen der König und er selbst als Tänzer auftraten. 1653 ernannte Ludwig ihn zum Hofkomponisten und berief für ihn 1656 ein eigenes Orchester, die 16 petits violons, das unter Lullys Leitung durch seine Disziplin und Präzision berühmt und zu einem der besten seiner Zeit wurde. 1661 wurde Lully französischer Staatsbürger und 1662 „Musikmeister der königlichen Familie“. Im selben Jahr begann die Zusammenarbeit zwischen Lully und Molière, die bis zu dessen Tod 1673 andauerte und eine Reihe von Ballets-de-cour, Comédie-ballets und Pastorales hervorbrachte (u.a. Bourgois gentilhomme). Daraus entstand später der französische Operntyp der Tragédie lyrique. In dieser Zeit entwickelte Lully auch den französischen Ouvertürentypus mit der Satzfolge langsam – schnell – langsam. Seine Orchesterouvertüren und Orchestersuiten hatten weitreichenden Einfluss, der sich bis auf Bach und Händel erstreckte. 1672 erhielt Lully vom König das Patent zur Eröffnung einer Oper und einer Königlichen Akademie, die den Grundstein für die französische Nationaloper legte. Über zwanzig Bühnenwerke hat Lully aufgeführt (Alceste 1674, Thésée 1675, Atys 1676, Psyché 1676, Persée 1682, Armide 1686 u.a.). Seine kirchenmusikalischen Werke (Te Deum, Miserere) treten dagegen in den Hintergrund. Lully war ein sehr eigensinniger Künstler, ein diktatorischer Orchesterleiter und der erste große Theaterdirektor. Sein Tod vor 330 Jahren am 22. März 1687 war ungewöhnlich und tragisch: Beim Dirigieren eines Te Deum zu Ehren des Königs stieß er sich den langen Stab, mit dem man zur damaligen Zeit den Takt zu schlagen pflegte, versehentlich in den Fuß und zog sich dadurch eine Blutvergiftung zu, an deren Folgen er wenige Wochen später in seiner Pariser Wohnung starb.

Jean-Baptiste Lully – CD-Einspielungen

→ Alle Porträts

⇑ nach oben

AGBs Impressum Kontakt Mediadaten Sitemap Datenschutz

© Klassik Heute

jpc