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Aktuelle Infos und Kurzporträts

John Blow 370. Geburtstag

John Blow 370. Geburtstag

John Blow

* 1649

23

Februar

Vor 370 Jahren, am 23. Februar 1649, wurde der englische Barockkomponist John Blow in Newark-on-Trent geboren bzw. getauft. Schon als Knabe zeichnete er sich durch besondere musikalische Begabung aus und sang als Chorknabe an der Chapel Royal. Als Zwanzigjähriger erhielt er die Organistenstelle an der Westminster Abbey, 1674 wurde er Gentleman of the Chapel Royal und Master of the Children und trug um 1678 die Bezeichnung Doctor of Music. Zu seinen Schülern zählten u.a. William Croft, Jeremiah Clarke und Henry Purcell. Purcell übernahm 1680 seine Stelle als Organist an der Westminster Abbey, die Blow nach Purcells Tod 1695 allerdings wieder einnahm. 1685 wurde Blow Privatmusicus bei James II., 1687 übernahm er die Leitung des Chores der St. Paul's Cathedral, wo viele seiner Werke aufgeführt wurden. 1699 bekleidete er als erster die neu eingerichtete Stelle eines Komponisten an der Chapel Royal. Blow hatte bereits in einem ungewöhnlich frühen Alter zahlreiche Anthems komponiert, u.a. Lord, Thou hast been our refuge, Lord, rebuke me not und das sogenannte "club anthem", I will always give thanks. Sein Gesamtwerk besteht überwiegend aus Kirchenmusik: 110 Anthems, 14 Services (Messkompositionen) und 30 Oden zu verschiedenen Anlässen, darunter die Ode on the Death of Purcell (1696). 1700 veröffentliche Blow eine Sammlung von 50 Lied-ähnlichen Kompositionen für zwei, drei und vier Stimmen mit beziffertem Bass „Amphion Anglicus“. Sein bekanntestes Werk und einziges Bühnenwerk ist jedoch die Masque Venus and Adonis, die als erste echte englische Oper gilt. Das Werk hat Purcell bei der Komposition von Dido and Aeneas maßgeblich beeinflusst. John Blow starb am 1. Oktober 1708 in Westminster, er wurde in der Westminster Abbey bestattet.

CD-Einspielungen

Charles-Marie Widor 175. Geburtstag

Charles-Marie Widor 175. Geburtstag

Charles-Marie Widor / Ambiente

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* 1844

21

Februar

Über sechzig Jahre lang war er Titular-Organist an der Cavaillé-Coll-Orgel der Pariser Kirche Saint Sulpice. Er war der Nachfolger César Francks für den Lehrstuhl für Orgel am Pariser Conservatoire. Zu seinen Studenten zählten bekannte Komponisten und Organisten wie Nadia Boulanger, Louis Vierne, Arthur Honegger, Charles Tournemire, Darius Milhaud, Marcel Dupré, Edgar Varèse und Albert Schweitzer. Am 12. März vor 80 Jahren ist er gestorben, der französische Komponist und Organist Charles-Marie Widor. Er wurde am 21. Februar in Lyon geboren. Von seinem Vater, der ein bekannter Organist, Komponist und Musiklehrer war, erhielt er den ersten Orgelunterricht. Bereits mit elf Jahren konnte er seinen Vater an der Kirche Saint-François vertreten. Ab 1863 erhielt er in Brüssel Unterricht bei Jacques-Nicolas Lemmens. Nach seiner Rückkehr nach Lyon förderte Cavaillé-Coll den jungen Widor und veranstaltete in seiner Orgelbauwerkstatt in Paris vierzehntäglich Konzerte, bei denen sich Widor als Komponist und Organist präsentieren konnte. Auf diese Weise verbreitete sich Widors Ruf allmählich als Virtuose und Komponist, was ihm Konzertauftritte im In- und Ausland verschaffte. Im Januar 1870 wurde er zum Titular-Organisten von Saint-Sulpice ernannt. Die Cavaillé-Coll-Orgel mit ihrem orchestralen Klangreichtum inspirierte ihn zu seinen Orgelsinfonien, für die er heute noch hauptsächlich berühmt ist. Zwischen 1873 und 1880 entstanden zahlreiche Kompositionen für Orchester und kammermusikalische Besetzungen, Orgelwerke und geistliche Werke. Viele seiner frühen Kompositionen hat Widor später leider vernichtet. Um 1880 begann Widor, sich auch literarisch als Musikkritiker und Essayist zu betätigen und trat 1891 schließlich sogar als Herausgeber einer Musikzeitschrift (Le Piano Soleil) in Erscheinung. Als Mitbegründer der Pariser Laienchorgesellschaft La Concordia, die Bachs Kantaten und Oratorien (u.a. 1885 die Matthäus-Passion) sowie klassische und zeitgenössische Oratorien zur Aufführung brachte, war er auch als Dirigent sehr erfolgreich. 1907 ernannte ihn die Preußische Akademie der Künste in Berlin zum Mitglied. Widor erhielt weitere zahlreiche Ehrungen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde sein spätromantischer Kompositionsstil allerdings nicht mehr als zeitgemäß empfunden, seine Auftritte wurden immer seltener. 1920 heiratete er 76jährig noch einmal und zog sich mehr und mehr ins Privatleben zurück. 1934 trat er hochbetagt zum letzten Mal öffentlich als Dirigent mit seiner dritten Sinfonie für Orgel und Orchester und Marcel Dupré als Organist auf. 1937 starb Widor in Paris. Er hinterließ zahlreiche Orgelwerke, darunter zehn Orgelsinfonien, eine musikalische Gattung, die er geschaffen hat. Besonders bekannt wurde die Toccata aus der fünften Orgelsinfonie. Darüber hinaus schrieb er mehrere Messen, außerdem Opern, Ballette, Vokalmusik, Kammermusik und Orchestermusik sowie Bücher über die Orgel und 1904 ein Buch über die Technik des modernen Orchesters, das zu einem Standardwerk für Instrumentation wurde. Zusammen mit seinem Schüler Albert Schweitzer bereitete er eine Gesamtausgabe von J.S. Bach vor und schrieb das Vorwort zur deutschen Ausgabe von Albert Schweitzers Bach-Biographie von 1907.

Charles-Marie Widor – CD-Einspielungen

UA vor 150 Jahren: J. Brahms, Ein deutsches Requiem op. 45

UA vor 150 Jahren: J. Brahms, Ein deutsches Requiem op. 45

Johannes Brahms: Ein deutsches Requiem / SWRmusic

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UA 1869

18

Februar

Vor 150 wurde ein Werk uraufgeführt, das bis heute in jeder Hinsicht eine Sonderstellung einnimmt: Am 18. Februar 1869 erklang zum ersten Mal das op. 45 von Johannes Brahms, Ein deutsches Requiem. Das Werk, eines der Standardwerke der groß besetzten Chorliteratur, nennt sich zwar „Requiem“, aber schon allein der Titel deutet an, dass es sich nicht um die Vertonung des lateinischen liturgischen Requiem-Textes im Umfeld der katholischen Kirchenmusik handelt. Vielmehr hat Brahms gezielt Texte aus dem Alten und Neuen Testament gewählt und sowohl inhaltlich als auch musikalisch zu einer eigenen Einheit verschmolzen, bei der nicht das traditionelle Totengedenken im Vordergrund steht, sondern vor allem der Trost der Hinterbliebenen. Durch das Fehlen einer Handlung und dramatischer Höhepunkte steht das Werk auch nicht im Rahmen der Gattung des Oratoriums. Brahms hat bewusst alle Dramatik und alle Anspielungen auf das Jüngste Gericht und den Erlösungstod Jesu vermieden. Thematisiert wird die Endlichkeit des Lebens verbunden mit dem Trost und der Hoffnung im Diesseits. Schon 1861 beschäftigte sich Brahms mit der Thematik und stellte erste Textstellen zusammen, doch erst nach dem Tod seiner Mutter 1865 griff er die Idee wieder auf und komponierte im weiteren Verlauf die einzelnen Sätze. Im Dezember 1867 wurden erstmals die ersten drei Sätze durch den Wiener Singverein in einem Konzert der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien aufgeführt. Die Uraufführung in seiner heutigen Form erfolgte heute vor 150 Jahren. Das Werk brachte für den damals 33jährigen Brahms den Durchbruch als Komponist. Es ist bis heute eines seiner populärsten Werke. Clara Schumann schrieb, nachdem sie die Noten des 6. und 7. Satzes von ihm erhalten hatte: „Zu erzählen gibt es hier wenig, aber sagen muß ich Dir noch, daß ich ganz und gar erfüllt bin von Deinem Requiem, es ist ein ganz gewaltiges Stück, ergreift den ganzen Menschen in einer Weise wie wenig anderes. Der tiefe Ernst, vereint mit allem Zauber der Poesie, wirkt wunderbar, erschütternd und besänftigend. Ich kann’s, wie Du ja weißt, nie so recht in Worte fassen, aber ich empfinde den ganzen reichen Schatz dieses Werkes bis ins Innerste, und die Begeisterung, die aus jedem Stücke spricht, rührt mich tief, daher ich mich auch nicht enthalten kann es auszusprechen. … Ach könnte ich es hören, was gäb ich wohl darum“. Und der Musikkritiker Eduard Hanslick, der nicht so leicht zu begeistern war, schrieb: „Seit Bachs h-Moll-Messe und Beethovens Missa solemnis ist nichts geschrieben worden, was auf diesem Gebiete sich neben Brahms’ Deutsches Requiem zu stellen vermag“.

CD-Einspielungen

Ein deutsches Requiem op. 45 für Sopran, Bariton, Chor und Orchester (nach Worten der Heiligen Schrift)

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Empfehlung vom Februar 2013

CD der Woche am 11.02.2013

Gottfried Heinrich Stölzel Quadri di Dresda e Bruxelles

Gottfried Heinrich Stölzel<br />Quadri di Dresda e Bruxelles

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In Grünstädtel, heute ein Ortsteil der Stadt Schwarzenberg im Erzgebirge, erblickte Gottfried Heinrich Stölzel 1690 als Sohn des örtlichen Schulmeisters und Organisten das Licht der Welt. Vom Vater erhielt er den ersten musikalischen Unterricht, 1705 wechselte er auf das Gymnasium von Gera, zwei [...]

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