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Komponisten: Aktuelle Infos

Albert Lortzing 170. Todestag

dt. Komponist

† 1851

21

Januar

vor 170 Jahren

in Berlin


Kein anderer deutscher Komponist hat ähnlich viele Evergreens für Opernwunschkonzerte geliefert wie Albert Lortzing. Obwohl er zu Lebzeiten als Sänger, Schauspieler und Komponist berühmt, beliebt und erfolgreich war, starb er im Alter von 49 Jahren trotzdem in ärmlichsten Verhältnissen, geplagt von Existenzsorgen und Sorgen um den Lebensunterhalt für seine große Familie. Geboren wurde Albert Lortzing am 23. Oktober 1801 in Berlin. Sein Vater Johann Gottlieb hatte als Lederhändler ursprünglich einen bürgerlichen Beruf. Im „Nebenberuf“ trat er aber regelmäßig zusammen mit seiner Frau Charlotte Sophie in der Privat-Theater-Gesellschaft „Urania“ auf, bis er schließlich seinen Beruf aus Leidenschaft für das Theater ganz aufgab. Vater und Mutter zogen als Schauspieler und Soubrette durchs Land und Albert stand dadurch schon als Fünfjähriger in Kinderrollen auf der Bühne. In diesem künstlerischen Umfeld lernte er, mehrere Instrumente zu spielen und begann, zu komponieren. Zu seinen ersten Kompositionsversuchen gehört eine Schauspielmusik von 1812 zu Schillers Die Bürgschaft. Einen geordneten Musikunterricht hat Lortzing nicht genossen, seine Fertigkeiten und Kenntnisse eigente er sich im praktischen Theaterleben an. Als Sänger und Schauspieler in jugendlichen Liebhaberrollen trat er zusammen mit seinen Eltern in Aachen und Köln und dann am Hoftheater zu Detmold auf. 1823 heiratete er die Schauspielerin Rosina Regina Ahles, mit der er elf Kinder hatte, von denen sechs das Kindesalter überleben sollten. Mit der Gründung einer eigenen Familie begann Lortzings selbständige Bühnenlaufbahn und schnell machte er sich einen Namen als Schauspieler und Sänger. 1824 komponierte Lortzing seine erste Oper Ali Pascha von Janina, die 1828 in Münster uraufgeführt wurde. 1829 schrieb er eine Schauspielmusik zu Christian Dietrich Grabbes Don Juan und Faust, und 1832 folgte eine Reihe von Singspielen: Der Pole und sein Kind, Der Weihnachtsabend, Andreas Hofer, Szenen aus Mozarts Leben. 1833 wure Albert Lortzing Tenorbuffo am Stadttheater in Leipzig. Hier lernte er Heinrich Marschner kennen, der ihn zusammen mit dem dortigen Prinzipal Friedrich Ringelhardt zur Komposition einer komischen Oper ermunterte. 1837 kam Die beiden Schützen auf die Bühne, mit Lortzing selbst in der Rolle des Peter. Der Erfolg der Uraufführung wurde noch im gleichen Jahr von der Uraufführung von Zar und Zimmermann übertroffen. Es entstanden in rascher Folge weitere erfolgreiche Werke: die große komische Oper Carano oder Das Fischerstechen (1839), Hans Sachs (1840), Casanova (1841) und 1842 Der Wildschütz. 1844 trat Lortzing erstmals als Dirigent in Erscheinung. Doch nach der Magdeburger Uraufführung seiner Undine (1845) erhielt Lortzing die Kündigung seines Leipziger Engagements. Insgesamt waren die Jahre in Leipzig die glücklichste Zeit seines Lebens. Ein Angebot als Kapellmeister am Theater an der Wien, wo 1846 Der Waffenschmied aus der Taufe gehoben wurde, schien die Rettung aus der sich anbahnenden beruflichen Krise. Das Engagement war allerdings glücklos, so dass Lortzing sich 1848 ohne feste Anstellung wieder in Leipzig fand. Er war gewzungen, wieder als reisender Schauspieler seine Familie durchzubringen. Endlich erreichte ihn im April 1850 ein Ruf als Kapellmeister an das Berliner Friedrich-Wilhelmstadt-Theater. Allerdings sollte dieser Vertrag auch nur bis Februar des folgenden Jahres laufen, so dass die Familie wieder vor dem Nichts zu stehen drohte, auch wenn Lortzings letzte Oper Die Generalprobe in Frankfurt ihre Premiere feiern konnte. Diesen Erfolg konnte der seit längerer Zeit kranke Komponist nicht mehr genießen. Albert Lortzing starb am 21. Januar 1851 in Berlin völlig überlastet und hoch verschuldet. Lortzing war, ähnlich wie Wagner, ein Dichterkomponist: Er verfasste alle Texte zu seinen Opern selbst. Er schuf mit seinen Werken die Form der komischen Oper mit Sprechtexten und teilweise sozialkritischen Untertönen, deren typisch deutsche Thematik allerdings einer Verbreitung im Ausland im Wege standen. Aber gemessen an dem Erfolg seiner unvergänglichen Melodien, der bis heute anhält, hätte Albert Lortzing ein glücklicheres und sorgenfreies Ende verdient gehabt.

»Albert Lortzing: Biographie und Einspielungen«

Alexis Emanuel Chabrier 180. Geburtstag

frz. Komponist

* 1841

18

Januar

vor 180 Jahren

in Ambert, Auvergne


Der französische Komponist Emanuel Chabrier wurde am 18. Januar 1841 als Sohn eines Rechtsanwalts in Ambert geboren. Er erhielt mit sechs Jahren den ersten Klavierunterricht und schrieb mit acht Jahren seine ersten Kompositionen. 1858 begann er ein Jurastudium und erhielt drei Jahre später eine Stellung als Jurist im Innenministerium. Er komponierte jedoch nebenbei mehr autodidaktisch weiter, hauptsächlich Klavierwerke und Operetten. 1879 sah er in München Tristan und Isolde und wurde zu einem der ersten Wagner-Anhänger in Frankreich. Er war maßgeblich an der Einstudierung der französischen Tristan-Premiere beteiligt. Seine eigenen Oper Gwendoline (1886) war ganz dem Stil Wagners verpflichtet. 1880 gab er seinen Posten im Ministerium auf und wandte sich der Musik zu. Er arbeitete als Sekretäer des Dirigenten Pierre Lamoureux und betätigte sich als Korrepetitor und Chorleiter. 1881 entstanden zehn Pièces pittoresques, 1882 sein populärstes Werk, die Orchesterrhapsodie España. Auch seine komische Oper Le roi malgré lui (1889) war erfolgreich. Dennoch blieb sein Erfolg insgesamt bescheiden. Seine letzten Lebensjahre waren geprägt von Krankheit, finanziellen Sorgen und Enttäuschung. Am 13. September 1894 starb Chabrier in Paris nach langem Leiden. Seine Bedeutung vor allem als Klavierkomponist wurde erst nach seinem Tod erkannt und gewürdigt.

»Alexis Emanuel Chabrier: Biographie und Einspielungen«

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Tomaso Albinoni 270. Todestag

ital. Komponist

† 1751

17

Januar

vor 270 Jahren

in Venedig


Tomaso Albinoni wurde als zweites Kind und erster Sohn der Eheleute Antonio und Lucrezia am 17. Januar 1671 in Venedig geboren. Der Vater war Papierwaren- und Spielkartenhersteller und Tomaso begann sein Berufsleben im väterlichen Betrieb. Über seine musikalische Ausbildung ist nichts bekannt. Als Komponist trat er erstmals 1694 mit der Oper Zenobia, regina de Palmireni in Erscheinung sowie mit der Veröffentlichung von 12 Suonate a tre op. 1, einer Sammlung von Instrumentalwerken. Die Komposition betrieb er neben seinem Handwerksberuf aus Liebhaberei. Dementsprechend bezeichnete er sich selbst als „dilettante veneto“. Von da an komponierte Albinoni im Durchschnitt ein bis zwei Opern pro Jahr und hinterließ so ein Gesamtwerk von ca. 55 Opern, die genaue Anzahl lässt sich allerdings nicht mehr feststellen. Dazu kommen Kantaten sowie Kammermusikwerke in verschiedenen Besetzungen und fünfstimmige Konzerte (12 Concerti a cinque op. 9). Bach wählte mehrfach Themen Albinonis für Klavierfugen. Am 17. März 1705 heiratete Albinoni die Sängerin Margherita Raimondi, mit der er drei Söhne und vier Töchter hatte. Obwohl Margherita auch nach der Heirat weiterhin auf der Bühne auftrat, sang sie wohl bis auf eine Ausnahme (I rivali generosi, Brescia 1715) nie eine Partie aus den Werken ihres Mannes. Nach 1700 machte Albinoni die Musik mehr und mehr zu seinem Hauptberuf und bezeichnete sich fortan als „Musico di violino“. 1722 erreichte seine Karriere ihren Höhepunkt. Seine Opern wurden auch außerhalb Italiens gespielt und er bekam lukrative und ehrenvolle Kompositionsaufträge. Schwer getrübt wurde Albinonis Erfolg allerdings durch den Tod seiner Frau 1721. Ab 1730 lässt sein Schaffen allmählich nach. Seine letzten beiden Opern stammen aus den Jahren 1734 (Candalide) und 1741 (Artamene). Im Alter von 72 Jahren bewarb sich Albinoni noch einmal um eine feste Anstellung als maestro di coro am Ospedale dei derelitti, allerdings vergeblich. Er lebte in bescheidenen Verhältnissen und starb nach längerer Krankheit am 17. Januar 1751 in Venedig, das er zeitlebens kaum verlassen hat.

»Tomaso Albinoni: Biographie und Einspielungen«

Léo Delibes 130. Todestag

frz. Komponist

† 1891

16

Januar

vor 130 Jahren

in Paris


Der französische Komponist Léo Delibes wurde am 21. Februar 1836 in St-Germain-du-Val als Sohn eines Postboten geboren. Die musikalische Begabung hatte er von seiner Mutter geerbt. Ab 1848 studierte er am Pariser Konservatorium, unter anderem bei Adolphe Adam, und gab 1885 sein Debüt als dramatischer Kompnist mit der einaktigen Operette Deux sous de charbon. Seine musikalische Laufbahn begann jedoch als Theaterkorrepetitor, von 1862 bis 1871 war er als Organist an verschiedenen Kirchen tätig, gleichzeitig war er von 1865 bis 1872 zweiter Chordirektor der Großen Oper in Paris. 1881 wurde er Professor für Komposition am Conservatoire. Vor allem mit seinen Opern Le roi l'a dit (1873) und Lakmé (1883) zählte er zu den beliebtesten Bühnenkomponisten der Romantik. Mit seinen Balletten (Coppélia, 1870; Sylvia, 1876), die nach wie vor zum Standardrepertoire gehören, gab er seinerzeit der Ballettkomposition ungeheueren Aufschwung und beeinflusste Tschaikowsky, Saint-Saëns und Debussy nicht unerheblich. 1884 wurde er zum Mitglied der Académie des Beaux-Arts gewählt. Léo Delibes starb am 16. Januar 1891 in Paris.

»Léo Delibes: Biographie und Einspielungen«

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