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Lou Harrison 100. Geburtstag


* 1917

14

Mai


* vor 102 Jahren
† vor 16 Jahren
14.05.17

Der amerikanische Komponist Lou Harrison war ein Tausendsassa: Erzieher, Kritiker, Dirigent, Instrumentenbauer, Tänzer, Maler, Dichter, Dramatiker, Erfinder, Florist, Feuerwehrmann, Amateurtierazrt usw. Vor genau 100 Jahren wurde er am 14. Mai in Portland/Oregon geboren. Er studierte wie John Cage bei Cowell und Schönberg in Kalifornien und arbeitete bei Tanz-Unternehmen. Einige Jahre lang war er Lehrer, bevor er nach New York ging, wo er für den Herald Tribune als Musikkritiker tätig war. Dort traf er auch Charles Ives, mit dem er sich befreundete. Mit Unterstützung von Cowell brachte Harrison Ives' Symphony No. 3 zur Uraufführung. Für dieses Werk erhielt Ives den Pulitzer Prize for Music. Auch für andere Komponisten wie Edgard Varèse, Carl Ruggles oder Alan Hovhaness setzte sich Harrison ein. Mitte der 50er Jahre kehrte er nach Kalifornien zurück und verfolgte eine Vielzahl von unterschiedlichen und ausgefallenen Interessen. Seine Musik ist experimentell, aber häufig überraschend lyrisch. Zu seinem Arsenal gehören Bremstrommeln, Metallrohre, Blumentöpfe und Mülleimer. Er ist einer der prominentesten Komponisten, die Mikrointervalle verwenden. Er schrieb Werke für Gamelan-Orchester und verarbeitete mittelalterliche Tänze, Rituale der Navaho-Indianer, frühe kalifornische Missionsmusik oder die Hofmusik Koreas in seinen Werken. In Vokalkompositionen verwendet er bevorzugt in Esperanto geschriebene Texte. Harrison komponierte u.a. eine Oper (Rapunzel, 1954), ein Ballett, zwei Sinfonien, sieben Pastoralen für Kammerorchester, zwei Streichersuiten, zwei Violinkonzerte, drei Klavier- und sechs Cembalosonaten, eine Messe, eine Motette und Bühnenmusiken. Sein Klavierkonzert widmete er Keith Jarrett. Er starb am 2. Februar 2003 in Lafayette/Indiana.

Lou Harrison – CD-Einspielungen


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