Der schwedische Komponist Hugo Alfvén ist eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der schwedischen Musikgeschichte. 1917 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Universität Uppsala verliehen. Zusammen mit Wilhelm Stenhammar und Wilhelm Peterson-Berger zählt er zu den herausragenden Vertretern der schwedischen Spätromantik. Wie Franz Berwald blieb Hugo Alfvén in (fast) allen seinen Arbeiten der heimatlichen Volksmusik eng verbunden. Er wurde am 1. Mai 1872 in Stockholm geboren. Zunächst studierte er am Stockholmer Konservatorium, später in Dresden. 1891 wurde er als Geiger in die Stockholmer Hofkapelle aufgenommen. Ab 1910 war er Director musices an der Universität Uppsala. Als Dirigent konzertierte er mit großem Erfolg in Europa und in den Vereinigten Staaten, wo er vor allem eigene Werke zur Aufführung brachte. Daneben engagierte er sich auch als Dirigent verschiedener Männerchöre. Als Komponist war Alfvén ebenfalls schon früh erfolgreich: Die Uraufführungen seiner 1. Sinfonie (1897) sowie der 2. Sinfonie (1899) wurden große Triumphe. Er komponierte bis ins hohe Alter hinein: mit achtzig Jahren vollendete er seine 5. Sinfonie, und noch mit fünfundachtzig Jahren konnte er mit dem Ballett Der verlorene Sohn einen letzten großen Erfolg feiern. Sein erfolgreichstes und populärstes Werk ist die 1. schwedische Rhapsodie Midsommerarvaka op. 19 (1903, UA 1904). Dem etwa zwölfminütigen Werk liegen schwedische Volkstänze und Volkslieder zugrunde, es ist äußerst farbig und phantasievoll verarbeitet. Seine Instrumentationskunst ist von ähnlicher Finesse wie die von Richard Strauss und brachte ihm die Bezeichnung „Richard Strauss Schwedens“ ein. Alfvén war ein Multitalent, der sich neben seiner musikalischen Begabung künstlerisch auch als Maler hervortat und außerdem ein mitreißender Erzähler war. Es sind zahlreiche Aquarelle mit Landschaftsdarstellungen sowie verschiedene Porträts und Selbstporträts erhalten. In vier Bänden veröffentlichte Alfvén selbst seine Memoiren, in denen er in einem angenehmen und unterhaltsamen Schreibstil von seinen Reisen und Abenteuern berichtet. Hugo Alfvén starb am 8. Mai 1960 in Falun im Alter von 88 Jahren.
»Hugo Alfvén: Biographie und Einspielungen«
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