Dietrich Buxtehude war einer der gebildetsten Organisten seiner Zeit. Schon zu Lebzeiten war er eine Legende. Sein Vater Johann stammte aus Oldesloe und wurde Organist in Helsingborg und Helsingör (damals Dänemark). Dietrich wurde um 1637 geboren, sein Geburtsort ist nicht genau bekannt, auch über seine frühen Lebensjahre ist kaum etwas überliefert. Er wurde von seinem Vater unterrichtet und war seit 1660 ebenfalls in Helsingör tätig. 1668 kam er als Organist an die Marienkirche in Lübeck. Die Organistenstelle war mit der Bedingung verknüpft, die Tochter seines Vorgängers Franz Tunder zu heiraten. Auf die gleiche Bedingung, seine 1675 geborene Tochter Anna Margaretha zu heiraten, wollten sich aber später weder Bach noch Händel noch Mattheson einlassen. In Lübeck machte sich Buxtehude bald nicht nur wegen seines außergewöhnlichen Orgelspiels einen Namen, sondern vor allem auch wegen seiner vielgerühmten Abendmusiken an den fünf Sonntagen vor Weihnachten, die Musiker von nah und fern anzogen. Buxtehude leitete die Aufführungen und schrieb auch selbst die Musik dafür, die allerdings weitgehend verschollen ist. 1705 unternahm Bach seine berühmte 400 km lange Fußreise nach Lübeck, um die Kunst des Meisters zu studieren. Er war davon so beeindruckt, dass er seinen genehmigten Aufenthalt weit überzog und dafür nach seiner Rückkehr nach Arnstadt eine heftige Rüge einstecken musste. Obwohl Buxtehudes Stil so prägend war, dass er als einer der Hauptvertreter der „Norddeutschen Orgelschule“ gilt, geriet sein Werk im Laufe der Jahunderte mehr und mehr in Vergessenheit und fand erst wieder durch die Bemühungen des Dichters und Orgelbauers Hans Henny Jahnn (1894-1959) mehr Beachtung. In seiner „Glaubensgemeinde Ugrino“ erschien seit 1925 die achtbändige Werkausgabe Buxtehudes. Jahnn machte sich generell um die Tradition der norddeutschen Orgelmeister verdient. Buxtehude starb vor 310 Jahren am 9. Mai 1707 in Lübeck.
»Dietrich Buxtehude: Biographie und Einspielungen«
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