Der Komponist Arthur Honegger wurde als Sohn eines Schweizer Ehepaares am 10. März 1892 in Le Havre geboren. Er erhielt früh Musikunterricht, lernte das Violinspiel und komponierte schon als Jugendlicher. 1909 begann er ein Musikstudium am Zürcher Konservatorium und setzte es 1911 am Pariser Konservatorium fort. Ab 1915 hatte er Kompositionsunterricht bei Charles-Marie Widor und Unterricht im Dirigieren bei Vincent d’Indy. 1918 schloss er sein Studium ab und veröffentlichte sein erstes Werk, das Ballett Le Dit des Jeux du monde. Dessen Uraufführung löste einen Skandal aus, brachte ihm als Komponisten aber öffentliche Aufmerksamkeit. Seit 1920 gehörte er der sog. „Groupe des Six“ (mit Milhaud, Auric, Poulenc, Durey, Tailleferre) an. Der internationale Durchbruch gelang ihm mit seinem Werk Pacific 231 (1923), dem musikalischen Porträt einer Dampflokomotive. Er trat als Dirigent und Liedbegleiter auf, während des 2. Weltkriegs betätigte er sich als Musikkritiker. 1947 erkrankte er auf einer Amerikatournee, von deren Folgen er sich nie mehr ganz erholte. Honegger verarbeitete in seinen Werken die verschiedensten Einflüsse und Anregungen, angefangen von der Gregorianik über barocke Elemente bis hin zum Jazz und zur Zwölftontechnik. Bekannt wurden vor allem die Oratorien Re Roi David (1921) und Jeanne d'Arc au bûcher (1938), die Oper Antigone (1927) und das biblische Drama Judith (1925). Darüber hinaus komponierte er Operetten, Ballette, Bühnen- und Filmmusik, Chor- und Orchesterwerke, fünf Sinfonien sowie Kammermusik. In seinem Gesamtwerk bediente er sich der verschiedenartigsten Mittel, so dass sein eigener Stil sehr eigenwillig und schwer einzuordnen ist, ohne dass dies der Unmittelbarkeit seiner Musik schaden würde. Arthur Honegger starb am 27. November 1955 im Alter von 63 Jahren in Paris.
»Arthur Honegger: Biographie und Einspielungen«
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