Mit seinen zeitkritischen, satirischen Bühnenwerken auf Texte von Georg Kaiser und Bert Brecht wurde Kurt Weill in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts in Deutschland bekannt, aber mit seinen Werken polemisierte er zugleich zwischen Begeisterung und Ablehnung. Nicht nur aufgrund seiner jüdischen Herkunft war er den heftigsten Anfeindungen vor allem der Nationalsozialisten ausgesetzt, sondern auch aufgrund seiner Musik, deren charakteristischer Songstil aus Jazzelementen, Bänkelsang und Couplets für deren musikästhetische Vorstellungen zu progressiv und anstößig war. Als Aufführungen seiner Werke immer häufiger durch organisierte Störtrupps sabotiert wurden und die Übergriffe immer bedrohlicher wurden, sah sich Weill 1933 schließlich gezwungen, zunächst nach Paris und 1935 nach New York zu emigrieren. Dort konnte er Fuß fassen und wurde in den Vereinigten Staaten äußerst bekannt und erfolgreich. Am 2. März 1900 wurde Kurt Weill in Dessau geboren. Sein Vater war Kantor in einer Synagoge. Er erkannte die außergewöhnliche Begabung seines Sohnes sehr schnell und förderte dessen musikalische Ausbildung nach Kräften. Schon früh kam Weill durch seinen Lehrer Albert Bing mit dem Musiktheater in Berührung und war von Anfang an von diesem Metier fasziniert. Er begann sein Musikstudium bei Engelbert Humperdinck und an der Preußischen Akademie der Künste in Berlin bei Ferruccio Busoni und sammelte seine ersten eigenen Theatererfahrungen als Korrepetitor an verschiedenen Theatern. Schließlich begann er selbst, für das Musiktheater zu komponieren und machte mit Der Protagonist (1926) erstmals auf sich aufmerksam. Nach der ersten Zusammenarbeit mit Bert Brecht (Singspiel Mahagonny, 1926) entstanden in den folgenden vier Jahren fünf wichtige Bühnenwerke von Brecht und Weill: Mit Die Dreigroschenoper (1928) erzielten sie gemeinsam einen sensationellen, bis heute anhaltenden Erfolg. Es folgten Der Lindberghflug und Happy End (1929), Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny und Der Jasager (1930). Mit Die sieben Todsünden (1933) schaffte Weill endgültig den Durchbruch in Deutschland. 1924 hatten sich Weill und die österreichische Schauspielerin und Sängerin Karoline Blamauer kennengelernt. Sie wurde als Lotte Lenya Weills bevorzugte Interpretin und zum Maßstab für die Interpretation von Weill-Song. 1926 heirateten die beiden, ließen sich 1933 nach beiderseitigen Affären scheiden und heirateten erneut 1937 in den USA. Durch den Welterfolg der Dreigroschenoper kam Weill nicht als Unbekannter in New York an, dennoch war es keine Selbstverständlichkeit, sich im dortigen Musikgeschäft durchzusetzen und zu behaupten. Durch seine enorme Anpassungsfähigkeit gelang es Kurt Weill jedoch, den Zeit- und Musikgeschmack des amerikanischen Publikums zu treffen, ohne seinen eigenen Stil zu verleugnen. Er brachte dort insgesamt neun Bühnenwerke heraus, die erfolgreichsten waren Knickerbocker Holiday (1938 mit dem September Song), Lady in the Dark (1940) und One Touch of Venus (1943). Mit Street Scene (1947) schuf Weill eine „amerikanische Oper“, die er selbst für sein bestes Werk hielt. Am 3. April 1950 starb Kurt Weill in New York an den Folgen eines Herzinfarkts.
»Kurt Weill: Biographie und Einspielungen«
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