Das Orchester, wie es für uns heute selbstverständlich ist, hat besonders einem Mann viel zu verdanken: dem böhmischen Violinvirtuosen, Komponisten und Dirigenten Johann Stamitz. Er gilt als der Begründer der modernen Orchestertechnik und hat mit seinem Mannheimer Orchester und seinen Orchesterkompositionen die Voraussetzungen für die Entwicklung des Orchesterapparates geschaffen und mit dem bis heute gerühmten „Mannheimer Crescendo“ entscheidende Impulse für die Entwicklung der sinfonischen Musik gesetzt. Stamitz stammte aus einer reinen Musikerfamilie. Er wurde am 17. Juni 1717 in Deutschbrod in Böhmen geboren. Sein Vater war Organist und Stadtrat, von ihm hat er wahrscheinlich den ersten Musikunterricht erhalten. Einzelheiten aus seinem frühen Leben sind kaum überliefert. Er widmete er sich dem Violinspiel, verließ schließlich Böhmen, um eine Anstellung als Musiker zu finden und erregte durch seine Virtuosität solche Aufmerksamkeit, dass er schließlich 1741 oder 1742 als Geiger in das Mannheimer Hoforchester aufgenommen wurde. 1743 ernannte Kurfürst Carl Theodor von der Pfalz den Geigenvirtuosen zum Konzertmeister der Mannheimer Hofmusik. Am 27. Februar 1750 erfolgte dann die Beförderung zum Hofinstrumentalmusikdirektor. Abgesehen von einigen Reisen nach Paris und Böhmen blieb Stamitz für den Rest seines Lebens in Mannheim und entfaltete dort seine weitreichende Tätigkeit als Komponist und Orchesterleiter. Er bereicherte die Orchestrierung um kunstvolle und originelle Effekte unter besonderer Berücksichtigung Holzbläser, vor allen Dinger der Klarinette (damals ein neues Instrument) und um beispiellose dynamische Schattierungen. Der andere musikgeschichtlich bedeutsame Beitrag Stamitz' war die Entwicklung der Sonatenform, die Stamitz mit untrüglicher Stilsicherheit vorantrieb. Johann Stamitz starb vor 260 Jahren am 27. März 1757 in Mannheim im Alter von nur 39 Jahren.
»Johann Stamitz: Biographie und Einspielungen«
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