Anzeige

Teilen auf Facebook RSS-Feed Klassik Heute
Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

CD • SACD • DVD-Audio • DVD Video

Besprechungen der letzten 30 Tage

Libertad

The Will to Freedom

Ars Produktion ARS 38 338

1 CD/SACD stereo/surround • 70min • 2023

14.04.202410 10 10

Die argentinische Flötistin Maria Cecilia Muñoz und ihre kanadische Klavierpartnerin Tiffany Butt haben die durch die Corona-Pandemie verfügten Einschränkungen genutzt, um ein Konzeptalbum zum Thema „Freiheit und Gefangenschaft“ zu entwickeln. Diese Unfreiheit kann entweder aus sozialen, politischen oder speziesistischen Zwängen resultieren und wird hier an zu dressierenden Singvögeln und komponierenden Frauen exemplifiziert. Da absolut hinreißend musiziert wird, kommen jedoch auch – gern über Konzeptalben spottende – „alte weiße Männer“, zu denen der Rezensent sich ohne jegliche Scham rechnet, voll auf ihre Kosten.

»zur Besprechung«

Fernando Sor

"Les Adieux"
Favourite Works Vol. 2

MDG 905 2282-6

1 CD/SACD stereo/surround • 69min • 2022

13.04.202410 9 9

Als Gitarrist kommt man an einem Komponisten wie Fernando Sor nicht vorbei. So geht es auch Frank Bungarten, mehrfacher Preisträger renommierter Auszeichnungen und zugleich Professor in Luzern und Hannover. Seit über 30 Jahren hat Bungarten für MDG zahlreiche Tonträger aufgenommen, auch bereits mehrere, die das Œuvre von Fernando Sor zum Schwerpunkt machten. Der Komponist hatte in bewegtes Leben: 1778 in Barcelona geboren, hatten seine Eltern eigentlich anderes mit ihm im Sinn denn Musik. Und doch begann er mit fünf Jahren Gitarre und Violine zu spielen – die Instrumente, die er durch seinen Vater kannte. 1791 kam Sor im Kloster Montserrat in die Schule, wo er eine umfassende Ausbildung erhielt (auch im musikalischen Sinne). Trotz der dortigen, eher feingeistigen Ausbildung, ging Sor zunächst zum Militär und machte dort Karriere als Offizier und in der königlichen Verwaltung. Doch auch in dieser Zeit schrieb und spielte er Musik. 1797 wurde seine erste Oper in Barcelona mit großem Erfolg aufgeführt.

»zur Besprechung«

Mozart's night train

Trio Clarinor

GP Arts 502

1 CD • 59min • [P] 2024

12.04.202410 8 9

Ob man sich all das schon im Jahr 2013 gedacht hat, als Ivo und Ilja Ruf zum ersten Mal einen Preis beim Bundeswettbewerb von Jugend musiziert gewannen? Elf Jahre später zeigen sich die beiden zusammen mit dem Pianisten Nikolai Gast als Trio Clarinoir hervorragend aufeinander eingeschworen. Ihr CD-Debüt hatten sie bereits vor vier Jahren vorgelegt, das musikalische „Roadmovie“ begann. Von konzeptionellem Weitblick zeugt, wie sie jetzt eine dazu passende Veröffentlichung, nämlich einen „Night Train“ nachlegen. Was einmal mehr zeigt, dass diese drei Musiker den Begriff „Musik machen“ tatsächlich wörtlich nehmen. Im Idealfall bedeutet das, nicht nur respektvoll Meisterwerke zu interpretieren, sondern auch selber Musik zu kreieren.

»zur Besprechung«

Edvard Grieg

Lyric Pieces

Prospero Classical PROSP0082

1 CD • 64min • 2021, 2022

11.04.20249 10 10

Der norwegische Komponist Edvard Grieg (1843 – 1907) hat 66 Lyrische Stücke für Klavier geschrieben, verteilt über seine gesamte Schaffenszeit. Sie stehen in der Tradition von Mendelssohns Liedern ohne Worte oder Schumanns Klavierzyklen und haben doch ihre eigene Note, bedingt durch die Nähe zur Folklore seines Landes und durch die persönlich-bildhafte Tonsprache. Der israelisch-amerikanische Pianist Daniel Gortler hat 21 der Miniaturen ausgewählt und sie nicht chronologisch, sondern nach dem Prinzip der Abwechslung zwischen lyrisch-zart und kräftig-zupackend angeordnet. So entsteht ein klingendes Porträt des nordischen Meisters.

»zur Besprechung«

Rolf Wallin

Five Seasons Whirld | Stride | Spirit

Ondine ODE 1429-2

1 CD • 76min • 2022, 2023

10.04.202410 10 10

Rolf Wallin (Jahrgang 1957) hat sich längst als einer der bedeutendsten lebenden Komponisten Norwegens etabliert. Nach Studien in Oslo prägten ihn später in den USA Größen wie Roger Reynolds und Vinko Globokar. Seine Musik nutzt einen ungewöhnlich breiten Erfahrungsschatz, der von flexiblen mathematischen Modellen (Chaostheorie) über Jazz- und Rockmusik bis hin zu fernöstlicher Mystik reicht. Für die drei hier vorgelegten konzertanten Werke konnten jeweils Weltklassesolisten gewonnen werden.

»zur Besprechung«

Schumann

Dichterliebe
Randalu

Berlin Classics 0303295BC

1 CD • 61min • 2023

09.04.20248 10 9

Liszt hat’s getan – und Randalu tut’s auch, nur ganz anders. Liszt hat Lieder von Schubert für Klavier arrangiert und sie virtuos überformt, auch, um sie noch besser bekannt zu machen. Randalu hat Schumanns Liederzyklus Dichterliebe bearbeitet, bzw. angereichert „mit klanglichen Nuancen, kreativen rhythmischen Impulsen, überraschenden Wendungen, impressionistischer Gestaltung, improvisatorischen Feinheiten und der Spontaneität und harmonischen Fülle des Jazz“ – so steht’s im zweisprachigen Booklet und so stimmt’s auch. Auf dem Cover ist der Name des Pianisten größer als der des Komponisten: Es gibt mehr Musik von Randalu als von Schumann.

»zur Besprechung«

Georg Philipp Telemann

Donner-Ode • Late Church Music

cpo 555 546-2

1 CD • 81min • 2022

08.04.202410 10 10

Wohl nur wenige Komponisten konnten sich ihre Schaffenskraft bis ins achte Lebensjahrzehnt erhalten, ohne auf alte Muster zurückzugreifen. Viele erreichten dieses Alter gar nicht erst. Die, die es wie Heinrich Schütz, Richard Strauss und Igor Strawinsky erreichten, griffen auf bereits Bewährtes zurück. Anders Georg Philipp Telemann (1681-1767), der die literarischen Strömungen in jeder Lebensphase aufmerksam verfolgte. Als die Dichtung von Oden im erhabenen Stil durch F. G. Klopstock und Johann Andreas Cramer modern wurde, nutzte er Texte dieses antikisierenden Genres für seine späten Kompositionen und passte kompositorisch seinen Stil der zeitgenössischen Dichtung an.

»zur Besprechung«

Wagneriana

Wagner paraphrasiert und arrangiert von Leopold Brauneiss und Fazil Say

Ars Produktion ARS 38 655

1 CD • 50min • 2023

07.04.20248 8 8

Unter dem Titel „Wagneriana“ finden sich im Katalog zahlreiche und sehr unterschiedliche Sammelprogramme, deren gemeinsamer Nenner darin liegt, dass die einzelnen Stücke nicht in den Originalfassungen des Meisters erklingen, sondern in Arrangements und Paraphrasen, oft auch lediglich von Wagners Werk und schillernder Persönlichkeit inspiriert sind. So ist das auch im vorliegenden Fall. Anlass war hier ein Konzert zur Feier des 150jährigen Bestehens der (seit 1977 so benannten) „Josef Matthias Hauer Musikschule“ in Wiener Neustadt, an dem ehemalige Schüler des Instituts wie der Tenor Norbert Ernst, die Pianistin Christine David und das aus drei Posaunen und einer Tuba bestehende Blechbläserquartett teilnahmen.

»zur Besprechung«

Louis François Dauprat

Grand Sextuor

MDG 102 2310-2

1 CD • 40min • 1982

06.04.20249 9 9

Musik für sechs Hörner…da kommt schnell die Idee einer Blaskapelle auf, doch damit liegt man bei der vorliegenden CD der Detmolder Hornisten völlig falsch. Es handelt sich um keine neue Aufnahme, sondern um eine der ersten aus der neuen Reihe „MDG Preziosa“, unter deren Titel das Label nun Aufnahmen herausbringen will, die für Label-Chef Werner Dabringhaus mit besonderen Erinnerungen verbunden sind und in den Jahren, in denen noch die Schallplatten stark vertreten waren, nie auf CD herausgekommen sind. Die wirklich sehr persönlichen Erinnerungen und Anekdoten von Werner Dabringhaus werden bei dieser neuen Reihe auf jeden Fall immer einen zusätzlichen Blick in das Booklet wert sein.

»zur Besprechung«

Sergey Tanin

Schumann

Prospero Classical PROSP0092

1 CD • 36min • 2022

05.04.20249 9 9

Zwei Monde sind auf dem Cover dieser CD zu sehen: wohlgenährt und in einer Art Blase steckend der eine, schlank und spitz der andere. Sie verkörpern zwei gänzlich unterschiedliche Charaktere: Florestan und Eusebius. Beide sind der Phantasie von Robert Schumann entsprungen, mit dem sich der Pianist Sergey Tanin besonders während der Corona-Pandemie intensiv auseinandergesetzt hat. Die vorliegende Einspielung, auf der die Davidsbündlertänze, der Faschingsschwank aus Wien, die Arabeske op. 18 und die Toccata zu hören sind, ist somit zumindest indirekt eine Frucht dieser wirren Zeit. Wirr war sicherlich auch der ein oder andere Gedanke Schumanns, doch hat das in keiner Weise auf das Spiel Tanins abgefärbt.

»zur Besprechung«

Johann Sebastian Bach

Johannes-Passion BWV 245-1 – Erste Fassung 1724

Rondeau ROP405455

2 CD • 1h 46min • 2023

04.04.20249 10 10

Die Neuaufnahme der Johannespassion Bachs beim Label Rondeau Production greift auf die erste Fassung von 1724 zurück, die in der aktuellen Auflage des Bach-Werke-Verzeichnisses unter BWV 245.1 geführt wird. Thomaskantor Andreas Reize legt dabei großen Wert darauf, sich an der traditionellen Aufführungspraxis zu orientieren. Und dies liegt besonders nah, wenn man an den Ort der Einspielung, die Thomaskirche in Leipzig, und an den Einsatz des legendären Thomanerchores wie an die Mitwirkung der auf historischen Instrumenten spielenden Akademie für Alte Musik denkt.

»zur Besprechung«

Souvenirs

Onyx Klavierduo

IAN Records 4251610290879

1 CD • 69min • 2022

03.04.202410 10 10

Diese CD ist nicht nur etwas für Musikenthusiasten, sondern auch für Hifi-Afficionados. Es gibt sie nämlich gleich doppelt: einmal als „normale“, nur geringfügig lauter ausgesteuerte Stereo-CD, aber auch als Audio Blu-ray, die von Dolby Atmos bis zu 7.1.4 Auro-3D verschiedene Audio-Formate vereint. Der Hörvergleich ist in der Tat beeindruckend: bei der Blu-ray hat man den Eindruck, man säße direkt im Konzertsaal, der Klang ist in feinste Nuancen aufgefächert, durchhörbar und ebenso klar wie natürlich. Aber auch, wenn man „nur“ die Stereo-CD hört, bleibt das klangliche Erlebnis erstklassig. Das liegt an der exzellenten Aufnahme, in erster Linie aber natürlich am Onyx Klavierduo, das hier sein Debüt vorlegt und dafür mit einer ebenso feinnervigen wie sensiblen Anschlagskultur Werke von Barber, Smit, Ravel und Mozart eingespielt hat.

»zur Besprechung«

Freedom

George Frideric Handel
Oratorio Arias

Challenge Classics CC72973

1 CD • 66min • 2023

02.04.20249 9 9

Wenn ein Sänger eine CD mit Arien füllt, macht er sich wahrscheinlich Gedanken, ob diese auch thematisch zusammenpassen: Er wird sie vielleicht chronologisch anordnen oder dramaturgisch nach Temperament, entweder abwechselnd heldische und lyrische oder temperamentmäßig aufbauend bis zum fulminanten Schluss. Der Countertenor Oscar Verhaar macht es anders. Er stellt die Arien aus Händels Oratorien, die er singt, unter ein gemeinsames Thema, nämlich die Freiheit, und „Freedom“ ist auch der Titel dieser CD.

»zur Besprechung«

Johann Sigismund Kusser

Adonis

cpo 555 609-2

2 CD • 2h 08min • 2022

01.04.20249 9 9

„Bratislava, bis 1919 slowakisch Prešporok, deutsch Pressburg (bis 1996 Preßburg), ungarisch Pozsony … war im Laufe seiner Geschichte eines der wichtigsten wirtschaftlichen und administrativen Zentren Großmährens, des Königreichs Ungarn (auch im Rahmen der österreichischen Monarchie beziehungsweise Österreich-Ungarns) und der Tschechoslowakei. Die Stadt war von 1536 bis 1783 und 1848 Hauptstadt des Königreichs Ungarn.“ So informiert Wikipedia über die Hauptstadt der Slowakischen Republik. Pressburg war die Geburtsstadt von Sigismund Kusser (1660-1727), der dort als Sohn des evangelischen Kantors Johann Kusser geboren wurde. Mit 14 Jahren verzog er mit seinen Eltern nach Stuttgart.

»zur Besprechung«

Sergei Prokofiev

Romeo and Juliet, Suites

MDG 650 2290-2

1 CD • 77min • 1994, 1995

31.03.202410 10 10

Im vergangenen Jahr wäre der polnische Dirigent und Komponist Stanisław Skrowaczewski 100 Jahre alt geworden, und aus diesem Anlass hat MDG seine Aufnahme der drei Suiten aus Sergej Prokofjews Ballett Romeo und Julia mit dem Kölner Rundfunk-Sinfonie-Orchester (wie es zum Zeitpunkt der Einspielungen noch hieß) neu herausgebracht. Dabei handelt es sich um Aufnahmen aus den Jahren 1994/95, die ursprünglich beim Label Denon erschienen sind, das aber nunmehr nur noch auf dem asiatischen Markt aktiv ist und für den weltweiten Vertrieb ausgewählter Alben eine Kooperation mit MDG eingegangen ist.

»zur Besprechung«

Klangvisionen für Flöte(n)

Violeta Dinescu | Doina Rotaru | Carmen Maria Cârneci

gutingi 264

1 CD • 71min • [P] 2024

30.03.202410 9 9

So wie der Mensch Werkzeuge für sein Tun erfand, hat er auch Instrumente geschaffen, um sich auszudrücken – möglicherweise als Fortsetzung seiner eigenen Stimme. Ganz nahe heran an solche Ursprüngen kommt die interessante Palette von Klangforschungen für hohe und tiefe Flöten, wie sie der rumänische Musiker Ion Bogdan Ștefănescu betreibt. Phasenweise wird er auf dieser neuen Aufnahme für das gutingi-Label durch die Flötistin Carla Stoleru unterstützt. Grundlage liefern neue Kompositionen von Violeta Dinescu, der Initiatorin des Projekts.

»zur Besprechung«

Strauss RICHARD Wagner

Daniel Behle

Prospero Classical PROSP0072

1 CD • 56min • 2022

29.03.20249 8 8

Er steht in den Startlöchern als der neue Wagner-Tenor. Noch ordnet man den vielseitigen Daniel Behle, der auch als Komponist hervorgetreten ist, dem lyrischen Fach zu und Richard Wagner spielte in seinem Repertoire bislang nur eine marginale Rolle. In bester Erinnerung ist immer noch sein David in Barry Koskys Bayreuther Festspielinszenierung der Meistersinger von Nürnberg, in Stuttgart hat er bereits Lohengrin gesungen, aber jetzt macht er ernst und zeigt, was in Zukunft im jugendlich-dramatischen, gar heldischen Fach von ihm noch zu erwarten ist.

»zur Besprechung«

Walter Kaufmann

Orchestral Works Vol. 1

cpo 555 631-2

1 CD • 71min • 2023

28.03.20248 10 9

Noch zu k. u. k. Zeiten in Karlsbad geboren, teilt Walter Kaufmann (1907-1984) seinen komplizierten Lebensweg mit vielen deutschsprachigen Juden, die der intellektuellen Prager Kulturszene zuzurechnen wären. Zunächst studierte Kaufmann dort Komposition, später in Berlin bei Franz Schreker und Musikwissenschaft bei Curt Sachs, der früh sein Interesse an indischer Musik weckte. Er assistierte als Dirigent Bruno Walter und feierte schnell Erfolge mit eigenen Werken. 1927 ging er als Doktorand nach Prag, fand dort Anschluss an den Freundeskreis um Franz Kafka, heiratete später in erster Ehe sogar dessen Nichte Gerty. Mit dem Entschluss, 1934 vor den Nazis zu fliehen, bot sich sofort Indien an. In Bombay wirkte er beim All India Radio und erforschte intensiv die indigene Musik des Subkontinents. Neben zahlreichen Kompositionen klassischer Gattungen schrieb er auch Filmmusiken für das gerade im Entstehen begriffene „Bollywood“.

»zur Besprechung«

Neuer Kammerchor Berlin

Standing on the Shoulders of Giants

Rondeau ROP6249

1 CD • 62min • 2023

27.03.20248 8 8

Der Neue Kammerchor Berlin unter Adrian Emans, Preisträger verschiedener Chorwettbewerbe, gibt seine Visitenkarte mit einem vorwiegend angelsächsisch geprägten Debüt-Album ab. Es leidet unter der Crux vieler Debütproduktionen, zu viele unterschiedliche Stilbereiche mit demselben Interpretationsansatz abdecken zu wollen. So wirken Josef G. Rheinberger, Max Bruch und Der Mai ist gekommen in dieser stilistisch von britischer Neo-Romantik geprägten Umgebung doch etwas deplatziert. Dies macht die Aufnahme aber durchaus wegen der Werke von Daniel Elder, Paul Stanhope und anderer zeitgenössischer Komponisten für Chorleiter interessant.

»zur Besprechung«

Anzeige

Extase

Mario Häring

Berlin Classics 0303269BC

1 CD • 61min • 2022, 2023

27.03.202410 10 10

Das Cover dieser Einspielung des Pianisten Mario Häring ist ein echter Hingucker: ein grellbuntes Gesicht vor dunkelblauem Hintergrund, überwuchert von irisierenden Blumenmustern und einem markenten Schriftzug: Extase. Genau darum geht es auf dieser CD, die einen Spiegel dessen bieten, was sich Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts darunter vorgestellt haben. Doch kommt es bei einer CD ja zum Glück immer noch auf den Inhalt und weniger auf das äußere Erscheinungsbild an. Da sind zum einen die üblichen Verdächtigen, die vielen Pianisten zu diesem Thema einfallen würden: Franz Liszt, vertreten mit dem Mephisto-Walzer Nr. 1, Richard Wagner (Isoldes Liebestod) oder Claude Debussy (L’Isle joyeuse). Und natürlich Alexander Skriabin, der aber nicht mit seinem für Orchester konzipierten Poème de L’Extase vertreten ist (woher vermutlich aber trotzdem die im Deutschen laut Duden falsche Schreibweise mit „x“ übernommen wurde), sondern mit seiner nicht weniger ekstatischen Klaviersonate Nr. 5.

»zur Besprechung«

Nordic Journey

Volume XV • Baltic Sojourn
James H. Hicks

Pro Organo 7309

1 CD • 79min • 2023

26.03.202410 10 10

James D. Hicks ist auf seiner Reise durch die nordische Orgelmusik des 19. – 21. Jahrhunderts bereits bei der 15. Folge angekommen und www.klassik heute.de bekommt erstmalig die Gelegenheit auf diese hochinteressante Serie hinzuweisen. Nachdem er zuvor Skandinavien von Island im Westen bis Finnland im Osten durchquert hat, macht er nun im Baltikum Station und präsentiert teilweise nur im Manuskript vorliegende Werke estnischer, litauischer und lettischer Komponisten, bei denen es sich zumeist um Ersteinspielungen handeln dürfte. Beraten wurde er bei der Auswahl durch den Organisten der Universität Vilnius, Vidas Pinkevicius, dessen Website zur Orgelpädagogik einen Besuch lohnt und der mit seiner Suite nach litauischen Volksliedern auch als Komponist auf der CD vertreten ist.

»zur Besprechung«

Anton Bruckner

Symphony No. 8

MDG 650 2307-2

2 CD • 83min • 2016

26.03.202410 10 10

Stanislaw Skrowaczewski, 1923 in Lemberg, dem heutigen Lwiw, geboren, hat wenige Monate vor seinem Tod im Alter von 92 Jahren Bruckners Achte in Tokio dirigiert und damit eine Art Vermächtnis geschaffen. Der international tätige Maestro war von 2007 bis 2009 ständiger Leiter des Yomiuri Nippon Orchestra in Japan und wurde dort 2010 zum Ehrendirigenten ernannt. Die Einspielung der Sinfonie Nr. 8 von Anton Bruckner zeigt noch einmal seine künstlerische Bedeutung auf, wenn er fast eineinhalb Stunden lang ein Großwerk unter Spannung setzt. Der nach dem Verklingen der C-Dur-Apotheose des Finales und nach einer andächtigen Stille der Besinnung im Tokyo Metropolitan Theatre aufbrandende stürmische Applaus bestätigt die Bedeutung dieser Live-Aufnahme.

»zur Besprechung«

Georg Philipp Telemann

Kantaten – Französischer Jahrgang Vol. 3

cpo 555 438-2

2 CD • 2h 09min • 2022

25.03.202410 10 10

Welch tollkühnes Unterfangen den kompletten Kantaten-Jahrgang für das Kirchenjahr 1714/15 mit 72 Einzelwerken von Georg Philipp Telemann aufzunehmen! Mittlerweile haben Felix Koch, die Gutenberg Soloists und sein hervorragender Neumeyer Consort mit Vol. 3 das erste gute Drittel geschafft und zusätzlich Orgelbearbeitungen von Choralmelodien zu kleinen Choralkantaten arrangiert. Auch dies ist durchaus hörenswert und könnte Anregung für kleine Gemeinden ohne die Möglichkeit, die großbesetzten Kantaten aufzuführen, bieten.

»zur Besprechung«

Proyecto Clarin

17th Century Spanish Music for Trumpet & Organ

Prospero Classical PROSP0080

1 CD • 76min • 2022

25.03.20249 9 9

Musik für Trompete und Orgel ruft den schmetternden Sound von Maurice André in Erinnerung, zu dessen Weltberühmtheit im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts nicht zuletzt solche Programme beitrugen; ich erinnere mich lieber noch an Adolf Scherbaum, dessen Aufnahmen mit ihrer harmonischen Vereinigung von Klangschönheit und musikalischer Prächtigkeit meinen musikalischen Horizont in den 1960er Jahren wesentlich geprägt haben. Mit dem Aufkommen der historisch informierten Aufführungspraxis wandten sich interessierte Trompeter wieder der Naturtrompete zu – einem Instrument, dessen Beherrschung Musiker mit großen Herausforderungen konfrontiert.

»zur Besprechung«

François Couperin

L'Intégrale de Clavecin, vol.1, 1er Livre, Ordres I et III

CMY Baroque CMY 6006

1 CD • 81min • 2023

24.03.202410 10 8

Der spanische Barock-Spezialist Yago Mahúgo hat sich zur Aufgabe gemacht, sämtliche Werke für Cembalo von François Couperin (1668 – 1733) neu einzuspielen. Die rund 240 Pièces de Clavecin wurden, 1713 beginnend, in vier Büchern (Livres) herausgegeben, die wiederum in „Ordres“ gegliedert sind. Diese Ordres sind mit Suiten verwandt, umfassen allerdings mehr Stücke als die üblichen Tanzfolgen. Denn Couperins Anliegen war es, neben Couranten, Sarabanden und Giguen auch Charakterstücke und Portraits zu erfinden. Es ging ihm dabei um eine ganz spezielle, ausgeklügelte Kunst des Cemabalospiels, wie er sie in seinem Schulwerk „L’Art de toucher le Clavecin“ beschrieben hat.

»zur Besprechung«

Quintessence

Bruckner • Schwarz-Schilling • Mendelssohn Bartholdy
Symphonia Momentum • Christoph Schlüren

Aldilà Records ARCD 017

1 CD • 80min • 2021

23.03.202410 10 10

Es ist mittlerweile fast 15 Jahre her, dass der Dirigent Christoph Schlüren die Symphonia Momentum gründete, ein (knapp) 20-köpfiges Streichorchester, und als diskographisches Ergebnis der damaligen Konzerte liegt eine eindrucksvolle, bei Aldilà Records erschienene CD rund um eine Streichorchesterfassung von Reinhard Schwarz-Schillings großartigem Streichquartett vor. Gut zehn Jahre später kam das Orchester (in veränderter Besetzung) Ende August 2021 im fränkischen Lehrberg erneut zusammen, und auch dieses Programm ist nun bei Aldilà Records veröffentlicht worden. Der Titel „Quintessence“ gestaltet sich dabei als ein Fingerzeig auf eine Besonderheit der Besetzung, deren Fünfstimmigkeit sich aus zwei Bratschenstimmen ergibt.

»zur Besprechung«

Waltteri Torikka & Marko Hilpo

Songs by Oskar Merikanto

Ondine ODE 1441-2

1 CD • 72min • 2023

23.03.20248 8 8

Vor hundert Jahren, am 17. Februar 1924, ist Oskar Merikanto gestorben, der populärste Komponist, den Finnland hervorgebracht hat, der aber im Konzertrepertoire des Auslands eine Randfigur geblieben ist. Ihn aus Anlass des Jahrestages auch bei uns mehr bekannt zu machen, ist per se ein verdienstvolles Unterfangen. Schon ein Blick auf das Cover lässt allerdings den Verdacht aufkommen, dass es um den Komponisten, dessen Name ganz klein gedruckt ist, während der des Sängers in großen farbigen Lettern prangt, erst in zweiter Linie geht. Und auch im Booklet sucht man einen Aufsatz über Leben, Werk und stilistische Eigenart Merikantos vergeblich. Der Bariton Waltteri Torikka, der bei seinen Konzerten in Finnland wie ein Popstar gefeiert wird (wovon man sich bei mehreren Posts auf youtube überzeugen kann), ist das, was man in der „Szene“ als einen „Barihunk“ bezeichnet: ein sexy Mann mit einer sexy Stimme. Das setzt den künstlerischen Wert seiner Auseinandersetzung mit Merikantos Liedern allerdings nicht herab.

»zur Besprechung«

Johann Sebastian Bach • Max Reger

Arrangements for piano four hands
Piano Duo Trenkner-Speidel

MDG 102 2294-2

4 CD • 4h 13min • 1995, 2000

22.03.20248 9 9

Muss das sein? Die Frage werden sich manche stellen, die Bachs Orchester- und Orgelwerke in vierhändiger Fassung zu hören bekommen. Als Max Reger von 1905 ab mit solchen Transkriptionen begann, lag das Bearbeiten von Orchester- und Kammermusik im Trend. Es ging weniger darum, die Stücke vors Konzertpublikum zu bringen, als sie dem häuslichen Musizieren zu erschließen und dem genaueren Kennenlernen zu öffnen. Das bedeutet natürlich einen Verlust des Parameters der Klangfarbe, und genau das ist es, was die vierhändige Einspielung der sechs Brandenburgischen Konzerte problematisch macht.

»zur Besprechung«

Georges Barboteu

Centenaire • Jeux

TYXart TXA23180

1 CD • 68min • 2022, 2023

22.03.202410 10 10

Am 1. April 2024 jährt sich zum 100. Male der Geburtstag von Georges Barboteu, dem wohl berühmtesten französischen Hornisten des 20. Jahrhunderts. Hervé Joulain, einst Schüler Barboteus, dann sein Nachfolger am Pariser Konservatorium, hat seinem Lehrmeister anlässlich dieses Jubiläums in Form des Albums „Jeux“ eine liebevolle Hommage zuteil werden lassen: Gemeinsam mit der Pianistin Tatiana Chernichka und dem Leopold Mozart Quartett stellt Joulain einen Querschnitt aus Barboteus kompositorischem Werk vor.

»zur Besprechung«

Astor Piazzolla

The Cello Album
Dai Miyata violoncello

MDG 650 2293-2

1 CD • 77min • 2021

21.03.20249 9 9

Astor Piazzolla holte die anrüchige Folklore aus den Hafenkneipen und Bordellen von Buenos Aires in den Konzertsaal. In geistreichen Arrangements offenbart der Cellist Dai Miyata die Kraft und Leidenschaft von Piazzollas „Tango nuevo“. Dai Miyata ist weltweit als Solist erfolgreich, seit er 2009 als erster Japaner den Großen Preis beim angesehenen Rostropowitsch-Cello-Wettbewerb in Paris gewann.

»zur Besprechung«

Per aspera ad astra

Piano Works by Johann Sebastian Bach, Johannes Brahms and Robert Schumann

Genuin GEN 24852

1 CD • 75min • 2023

21.03.20249 10 9

Der Pianist Andrey Denisenko ist 1992 in Rostow am Don geboren und lebt seit 2017 in Hamburg. Er hat einige Preise bei Klavierwettbewerben eingeheimst und legt nun hier seine Debüt-Aufnahme vor. „Per aspera ad astra“ hat er sie in jugendlicher Nachdenklichkeit genannt. Er hat Musik von Brahms und Schumann ausgewählt – wohl aus emotionaler Nähe zu dieser Musik, wie er selber im Booklet schreibt. Als tiefsinnender und nachdenklicher Pianist präsentiert er sich hier als jemand, der den Stimmungen in den langsameren Sätzen nachlauscht und sich tief darin versenkt.

»zur Besprechung«

Mozart

Horn Concertos

Prospero Classical PROSP0083

1 CD • 52min • 2023

20.03.20249 8 9

Mozarts Hornkonzerte sind zu großen Teilen der Freundschaft des Komponisten mit dem Salzburger Hornisten Joseph Ignaz Leutgeb zu verdanken. Wie eng die Beziehung der beiden war, geht auch aus den scherzhaften Glossen hervor, die der Komponist im Manuskript zum unvollendeten D-Dur-Konzert KV 412 angebracht hat. Die originellen Bemerkungen zum „Herrn Esel“ und „Sauschwanz“ sind denn auch im Booklet der Neueinspielung gleich dreisprachig abgedruckt.

»zur Besprechung«

Dolente Partita

Madonne e Maddalena

Coviello Classics COV92310

1 CD • 57min • 2023

20.03.202410 10 10

Das 2020 gegründete Ensemble Musica getutscht, – über den putzigen Namen später – bestehend aus Bernhard Reichel (Theorbe und Leitung), Mechthild Karkow (Barockvioline), Claudius Kamp (Blockflöte und Dulzian) und Julius Lorscheider (Claviere) hat sich für sein CD-Debüt mit der Sopranistin Pia Davila, die bereits interessante Liedaufnahmen eingespielt hat, zusammengetan, um Kompositionen des italienischen Frühbarock zu präsentieren. Dabei kreisen die Vokalwerke um La Madonna und La Maddalena. Diese werden in Instrumentalwerke von Salamone Rossi und Girolamo Frescobaldi eingebettet.

»zur Besprechung«

#3 Bartók/ Adams

Divertimento / Shaker Loops

SKO Records SKO.CD003

1 CD • 49min • 2021

19.03.20249 9 9

Es ist die immerwährende Wiederholung des Ewiggleichen und doch ist es immer wieder anders. Die sogenannte Minimal Music ist auf der einen Seite vielleicht manchmal redundant, auf der anderen Seite aber ungeheuer faszinierend, denn immer gleich klingt das Gleiche dann eben doch nicht. Dafür sorgt zum einen der Komponist, in diesem Fall John Adams, der einer der Exponenten der Minimal Musik ist, diese aber so raffiniert und variantenreich einsetzt, dass Langeweile garantiert nicht aufkommt – zumal, wenn mit dem Stuttgarter Kammerorchester ein Klangkörper am Werk ist, der die Nuancen dieser Musik so feinsinnig und raffiniert umsetzt.

»zur Besprechung«

Bernd Wilden

Works for organ, choir and orchestra

MDG 902 2303-6

1 CD/SACD stereo/surround • 70min • 2023

19.03.20248 10 8

Seit einigen Jahren präsentiert das Detmolder Label MDG durchaus verstärkt auch Komponisten (und zugehörige Ensembles) aus der Region, so etwa Jörg-Peter Mittmann (Minden / Detmold) und sein Ensemble Horizonte oder Fabian Hauser (Bielefeld) mit dem Trio Tastenwind, und in der Tat ist es ausgesprochen erfreulich, auf diese Weise einen Einblick in die aktuelle Musiklandschaft Ostwestfalen-Lippes zu erhalten. In diese kleine Reihe fällt auch die vorliegende Neuerscheinung, die den in Bielefeld wirkenden Komponisten, Organisten und Dirigenten Bernd Wilden (Jg. 1966) vorstellt, zusammen u.a. mit dem Evangelischen Stadtkantorat Bielefeld.

»zur Besprechung«

Menachem Wiesenberg

Works

Carolina Bellver Bl-0686-2023

1 CD • 41min • 2022

18.03.202410 10 10

Der 1950 geborene Menachem Wiesenberg gehört zu den angesehensten israelischen Komponisten der Gegenwart. Auch als Jazz-Pianist international erfolgreich, hat Wiesenberg während seiner langjährigen Tätigkeit als Dozent an der Jerusalemer Akademie für Musik und Tanz eine Abteilung für interdisziplinäres Musizieren ins Leben gerufen und sich intensiv mit jüdischer Volksmusik in ihren verschiedenen Ausprägungen beschäftigt. Davon legt auch das vorliegende, mit etwa 40 Minuten ziemlich kurz geratene Album der in Baden bei Wien beheimateten Beethoven Philharmonie Zeugnis ab, das zwei konzertante Werke Wiesenbergs vorstellt.

»zur Besprechung«

Antonio Rosetti

Der sterbende Jesus

cpo 555 567-2

1 CD • 55min • 2022

18.03.20249 10 9

Das Oratorium Der sterbende Jesus des böhmischen Komponisten Antonio Rosetti (1750-1792) war im ausgehenden 18. Jahrhundert äußerst beliebt wegen seiner betrachtenden Empfindsamkeit. Heute nicht mehr – was diese Aufnahme vielleicht ändern könnte. Und Günther Grünsteudel, dem Verfasser des ebenso kenntnisreichen wie einfühlsamen Booklet-Textes, ist durchaus zuzustimmen, wenn er dies Oratorium rühmt: „Dank seines melodischen Erfindungsreichtums, differenzierter Harmonik, eines wachen Sinns für musikalische Proportionen und eines virtuosen Umgangs mit den Orchesterfarben gelingt Rosetti eine geniale (weil überhöhende) Umsetzung des hochemotionalen Textbuches“ – von Karl Friedrich Bernhard Zinkernagel, ist dazuzufügen. Der Text erzählt weniger dramatisch das Geschehen, mehr reflektiert und empfindet er.

»zur Besprechung«

Nikolaus Matthes

Markus Passion

resonando RN-10018

3 CD • 2h 41min • 2023

17.03.20249 10 9

Im Bach-Werke-Verzeichnis wird als Nummer 247 eine Markuspassion gelistet, doch bekanntlich ist hiervon nur die Textvorlage aus der Feder von Christian Friedrich Henrici, der sich Picander nannte und auch das Libretto der Johannespassion schuf, überliefert (in zwei leicht verschiedenen Fassungen aus den Jahre 1731 und 1744). Es versteht sich fast von selbst, dass diese Situation über Jahrzehnte hinweg die Fantasie vieler Musiker und Komponisten beflügelt hat. Ausgehend von der Hypothese, dass es sich bei diesem Werk um eine Parodie (also eine Adaption anderer Werke Bachs) handelte, gibt es mindestens zehn Versuche, dieses Werk zu „rekonstruieren“, und mindestens vier Komponisten haben das Libretto zudem als Basis für eigene Werke genutzt.

»zur Besprechung«

Joseph & Michael Haydn

"Miracle Brothers"
Overtures and Symphonies

MDG 901 2292-6

1 CD/SACD stereo • 51min • 2023

16.03.202410 10 10

„Miracle Brothers“ – so ist die CD der Österreichisch-Ungarischen Haydn Philharmonie unter der Leitung von Enrico Onofri untertitelt. Die Rede ist von Joseph und Michael Haydn, die doch eine sehr unterschiedliche Karriere machten und deren Musik heute auch keinesfalls gleichermaßen verbreitet ist. Der musikalische Weg der beiden Brüder verlief zunächst noch recht ähnlich: Beide erhielten ihre erste Ausbildung in Hainburg und gingen später nach Wien, wo sie zunächst Chorknaben an St. Stephan wurden und ihre musikalische Ausbildung erhielten. Trotz des Altersunterschieds von fünf Jahren verbrachten sie einige Jahre gemeinsam im Wiener Kapellhaus, bevor sich ihre beruflichen Wege trennten und in sehr unterschiedlichen Richtungen verliefen: Joseph Haydn machte Karriere in Esterháza und unternahm von dort aus sehr erfolgreiche Reisen innerhalb Europas. Sein jüngerer Bruder Michael hingegen ging nach Salzburg an die Hofkapelle, wo er sich einen ausgezeichneten Ruf erarbeitete, der sich aber weitestgehend auf Salzburg beschränkte.

»zur Besprechung«

Gran Tango Pasión

Friedrich Kleinhapl

Ars Produktion ARS 38 364

1 CD/SACD stereo/surround • 60min • 2023

16.03.202410 9 9

Der Cellist Friedrich Kleinhapl hat sich intensiv mit dem Tango auseinandergesetzt und mit der Bohuslav Martinu Philharmonie unter Leitung von Robert Kruzik einen Kooperationspartner gefunden, der dem "ewigen" Tango von Piazzolla etwas Eigenständiges und Neues, vor allem aber eine sinfonische Dimension verleiht. Kleinhapls Spiel zeigt auf dieser Aufnahme mit dem Titel „Gran Pasión Tango“ von Anfang an, dass er ein leidenschaftlicher und klangmächtiger Spieler ist, bei dem eine kraftvolle Spieltechnik im Dienst eines aufrichtigen Ausdrucks steht. Da schien es fast vorprogrammiert, dass er sich auf das Sujet des Tangos stürzen musste.

»zur Besprechung«

Anzeige

Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Anzeige