Vor 30 Jahren starb der polnisch-israelische Komponiste Roman Haubenstock-Ramati. Am 27. Februar 1919 wurde er in Krakau geboren und studierte von 1937 bis 1940 Komposition, Musiktheorie, Violine und Philosophie in Krakau und Lemberg. Seine Familie war 1939 vor den Deutschen nach Lemberg geflohen, das zur Sowjetunion gehörte, dort wurde er jedoch 1941 unter dem Vorwurf der Spionage verhaftet und nach Tomsk deportiert. Bei aller vorherrschenden Willkür bedeutete dies für ihn Glück im Unglück, da er auf diese Weise vor dem Holocaust gerettet wurde, dem seine Eltern zum Opfer fielen. Nach dem Krieg kehrte er 1947 nach Polen zurück und übernahm die Leitung der Musikredaktion beim Rundfunk in Krakau. 1950 wanderte mit seiner Frau nach Palästina aus. Noch im selben Jahr wurde er Professor an der Musikakademie Tel Aviv-Jaffa und leitete den Aufbau einer musikalischen Zentralbibliothek. 1957 ging er dank eines Stipendiums für sechs Monate an die Académie Musique concrète nach Paris, wo er Pierre Schaeffer kennenlernte. Am Anschluss daran war er von 1958 bis 1968 Lektor für Neue Musik bei der Universal Edition Wien. Als Gastdozent hielt er Vorträge und Kompositionsseminare in Tel Aviv, Stockholm, Darmstadt und Buenos Aires und war ab 1973 Professor für Komposition an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Wien. Zu seinen bekanntesten Schülern zählen Bruno Liberda, Beat Furrer, Mayako Kubo und Peter Ablinger. Neben der Komposition widmete sich Roman Haubenstock-Ramati der Entwicklung neuer Notationsformen und der Musikgrafik. 1989 wurde er emeritiert. Er war Träger des Großen Verdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland (1962) und des Großen Österreichischen Staatspreises für Musik (1981). Roman Haubenstock-Ramati starb am 3. März 1994 in Wien, eine Woche nach dem Festkonzert anlässlich seines 75. Geburtstages im Wiener Konzerthaus.
»Roman Haubenstock-Ramati: Biographie und Einspielungen«
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