Der österreichische Komponist und Dirigent Friedrich Cerha wurde am 17. Februar 1926 in Wien geboren. Er studierte an der Wiener Musikakademie Violine, Komposition und Musikerziehung und an der Universität Wien Musikwissenschaften, Germanistik und Philosophie. Zusammen mit Kurt Schwertsik gründete er 1958 das Ensemble „die reihe“ für Konzerte neuer Musik. Als Dirigent setzte er sich besonders mit den Werken Alban Bergs, Arnold Schönbergs und Anton Weberns auseinander und vollendete die Instrumentation des 3. Aktes von Alban Bergs Oper Lulu (Uraufführung unter Pierre Boulez 1979 in Paris). Ab 1959 war Cerha Lehrer an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien und von 1976 bis 1988 Professor für Komposition, Notation und Interpretation neuer Musik. Cerha schrieb u.a. Orchester- und Vokalwerke, er trat jedoch vor allem auch als Opernkomponist in Erscheinung (Baal 1974/81, Netzwerk 1981, Der Riese vom Steinfeld 2002). Cerha gilt als der bedeutendste zeitgenössische Komponist Österreichs, der zahlreiche Ehrungen erhielt, u.a. 2006 den „Goldenen Löwen“ bei der Biennale Venedig, den Musikpreis Salzburg (2011) sowie 2012 den Ernst von Siemens Musikpreis. Cerha komponierte bis ins hohe Alter hinein, so z.B. ein Konzert für Schlagwerk und Orchester für Martin Grubinger, das 2009 uraufgeführt wurde.
Der russische Komponist Anton Stepanowitsch Arenski wurde am 12. Juli 1861 in Nowgorod geboren. Die Familie war wohlhabend und ließ ihm schon als Kind eine musikalische Ausbildung angedeihen. Er besuchte die Musikschule Russo in Sankt Petersburg und studierte ab 1879 am Sankt Petersburger Konservatorium bei Nikolai Rimski-Korssakoff. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Studiums 1882 wurde er im Jahr darauf ans Moskauer Konservatorium als Kompositionslehrer berufen. 1889 wurde er zum Professor ernannt. Viele seiner Schüler wurden später namhafte Komponisten (u.a. Sergei Rachmaninow und Alexander Skrjabin). Mitte der 1880er Jahre erlitt Arenski eine psychische Erkrankung, die schließlich dazu führte, dass er 1895 alle seine Ämter niederlegte. Er übernahm die Leitung der Kaiserlichen Hofsängerkapelle in Sankt Petersburg bis 1901. Anschließend konnte er dank einer guten Pension freischaffend wirken. Seine letzten Lebensjahre waren von einer Tuberkulose-Erkrankung, die zu seinem Tode führen sollte, sowie von Trunk- und Spielsucht überschattet. Arenski starb am 12. Februar 1906 in Perkjärvi bei Terijoki. Sein Werk umfasst zwei Sinfonien, ein Klavierkonzert, ein Violinkonzert, Schauspielmusiken, drei Orchestersuiten, fünf Suiten für zwei Klaviere, zwei Streichquartette, zwei Klaviertrios, ein Klavierquintett, drei Opern (Traum auf der Wolga op. 16, Raffael op. 37, Nai und Damajanti op. 47), eine Kantate (Die Fontäne von Bachtschissarai op. 46) sowie Chöre und Lieder.