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Komponisten: Aktuelle Infos

Martin Luther 480. Todestag

dt. Theologe und Liedkomponist


Martin Luther nimmt in der Geschichte nicht nur als Reformator eine herausragende Stellung ein, sondern er hat auch entscheidend die Entwicklung der Kirchenmusik in Deutschland beeinflusst. In seinen Reformbestrebungen der Feier der Hl. Messe maß er der Musik höchste Bedeutung für das Seelenheil bei. Während die musikalische Ausgestaltung in der römischen Liturgie bis dahin Chören oder der Choralschola vorbehalten war, nahm Luther sich Ambrosius zum Vorbild, der in der Kirche das Volk gemeinsam singen ließ, um die Gemeinschaft damit zu stärken. Im Unterschied zu anderen Tendenzen in der Reformationsbewegung, die zugunsten eines rein innerlich-geistigen Glaubensverständnisses Kunst und Musik teilweise sogar ganz ablehnten, war seine Überzeugung „... sondern ich wollt alle Künste, sonderlich die Musica, gerne sehen im Dienst des, der sie geben und geschaffen hat“. Während also Zwingli in Zürich Musik im Gottesdienst generell ablehnte und Calvin in Genf nur einstimmigen Gemeindegesang für zulässig hielt (sog. „Hugenottenpsalter“), förderte und forderte Luther die Einbeziehung von einstimmiger wie mehrstimmiger gesungener wie instrumentaler Musik in den Gottesdienst. An bestimmten Stellen des Gottesdienstes sollte die Gemeinde durch aktive Teilnahme stärker am Geschehen beteiligt werden, zum Beispiel beim Glaubensbekenntnis, wofür deutschsprachige Gemeindelieder (Ordinariumslieder) lateinische Teile der Messe ersetzen oder ergänzen sollten, beispielsweise beim „Credo“ (Wir glauben all an einen Gott). Seine Forderungen fasste er in verschiedenen Schriften zusammen, so in Deutsche Messe und Ordnung Gottesdiensts von 1526. Luther war dabei selbst ein geübter Lautenist und Tenor, der teilweise im Briefwechsel mit Komponisten wie Josquin Desprez, Ludwig Senfl, Pierre de la Rue und Heinrich Finck stand bzw. deren Werke sehr gut kannte. Luthers Leben war vielfach mit Musik verbunden. In seiner Familie spielte Hausmusik eine bedeutende Rolle. Er wurde am 10 November 1483 als erstes von fünf Kindern der Eheleute Hans und Margarethe in Eisleben geboren. Er besuchte die Lateinschulen in Mansfeld, Eisenach und Magdeburg und ging 1501 zum Theologistudium an die Universität Erfurt. 1505 trat er ins Kloster der Augustiner-Eremiten in Erfurt ein, 1507 wurde er zum Priester geweiht und 1512 promovierte er zum Doktor der Theologie an der Universität in Wittenberg. Fünf Jahre später schlug er am 31. Oktober seine berühmten 95 Thesen gegen das Unwesen des Ablasshandels an der dortigen Kirchentür an, womit er sich unweigerlich den päpstlichen Zorn zuzog. In dem Kurfürsten Friedrich dem Weise von Sachsen hatte Luther allerdings einen Beschützer, der sich weigerte, Luther an Rom auszuliefern. 1520 veröffentlichte Luther seine ersten Reformschriften, woraufhin Papst Leo X. gegen ihn eine Bannbulle erließ. Dagegen gewährte der Kurfürst Luther Schutzaufenthalt auf der Wartburg bei Eisenach. Im Verlauf des Aufenthalts auf der Wartburg vom 4. Mai 1521 bis zum 1. März 1522 entstanden weitere grundsätzliche Schriften Luthers sowie die bedeutsame Arbeit der Bibelübersetzung ins Deutsche. Die erschütternde Nachricht, dass zwei junge Dominikaner als die ersten Märtyrer der Reformation in Brüssel auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden waren, veranlassten Luther 1523 zu seinen ersten Versen: Ein neues Lied wir heben an, das walt Gott unser Herre. Es folgten weitere 35 (darunter: Nun freut euch, lieben Christen g'mein und Ein feste Burg ist unser Gott), von denen er mindestens 20 mit selbst komponierten Melodien versah. Als Vorlagen für seine Lieder und Texte bediente er sich vornehmlich aus den Psalmen (Aus tiefer Not schrei ich zu dir Psalm 130), Hymnen (Nun komm, der Heiden Heiland) oder anderen Quellen (Vom Himmel hoch, da komm ich her – „Kinderlied auf die Weihnacht aus Luc. 2 gezogen“ ). Dazu kamen noch Weisen für fremde Texte. Dabei arbeitete Luther eng mit dem Komponisten und Kantor der Lateinschule in Torgau Johann Walter zusammen, der 1524 das Geystliche gesangk Buchleyn mit einem Vorwort von Martin Luther herausgab. Dieses gilt als früheste Sammlung von Liedern Martin Luthers und ist zugleich die Grundlage aller späteren evangelischen Choralsammlungen. Mit den Texten und Kompositionen Martin Luthers hat der deutsche Kirchengesang eine völlig neue Entwicklung genommen. Martin Luther starb am 18.Februar 1546 in seinem Geburtsort Eisleben.

»Martin Luther: Biographie und Einspielungen«

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Friedrich Cerha 100. Geburtstag

österr. Komponist


Der österreichische Komponist und Dirigent Friedrich Cerha wurde am 17. Februar 1926 in Wien geboren. Er studierte an der Wiener Musikakademie Violine, Komposition und Musikerziehung und an der Universität Wien Musikwissenschaften, Germanistik und Philosophie. Zusammen mit Kurt Schwertsik gründete er 1958 das Ensemble „die reihe“ für Konzerte neuer Musik. Als Dirigent setzte er sich besonders mit den Werken Alban Bergs, Arnold Schönbergs und Anton Weberns auseinander und vollendete die Instrumentation des 3. Aktes von Alban Bergs Oper Lulu (Uraufführung unter Pierre Boulez 1979 in Paris). Ab 1959 war Cerha Lehrer an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien und von 1976 bis 1988 Professor für Komposition, Notation und Interpretation neuer Musik. Cerha schrieb u.a. Orchester- und Vokalwerke, er trat jedoch vor allem auch als Opernkomponist in Erscheinung (Baal 1974/81, Netzwerk 1981, Der Riese vom Steinfeld 2002). Cerha gilt als der bedeutendste zeitgenössische Komponist Österreichs, der zahlreiche Ehrungen erhielt, u.a. 2006 den „Goldenen Löwen“ bei der Biennale Venedig, den Musikpreis Salzburg (2011) sowie 2012 den Ernst von Siemens Musikpreis. Cerha komponierte bis ins hohe Alter hinein, so z.B. ein Konzert für Schlagwerk und Orchester für Martin Grubinger, das 2009 uraufgeführt wurde.

»Friedrich Cerha: Biographie und Einspielungen«

Anton Arensky 120. Todestag

russ. Komponist


Der russische Komponist Anton Stepanowitsch Arenski wurde am 12. Juli 1861 in Nowgorod geboren. Die Familie war wohlhabend und ließ ihm schon als Kind eine musikalische Ausbildung angedeihen. Er besuchte die Musikschule Russo in Sankt Petersburg und studierte ab 1879 am Sankt Petersburger Konservatorium bei Nikolai Rimski-Korssakoff. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Studiums 1882 wurde er im Jahr darauf ans Moskauer Konservatorium als Kompositionslehrer berufen. 1889 wurde er zum Professor ernannt. Viele seiner Schüler wurden später namhafte Komponisten (u.a. Sergei Rachmaninow und Alexander Skrjabin). Mitte der 1880er Jahre erlitt Arenski eine psychische Erkrankung, die schließlich dazu führte, dass er 1895 alle seine Ämter niederlegte. Er übernahm die Leitung der Kaiserlichen Hofsängerkapelle in Sankt Petersburg bis 1901. Anschließend konnte er dank einer guten Pension freischaffend wirken. Seine letzten Lebensjahre waren von einer Tuberkulose-Erkrankung, die zu seinem Tode führen sollte, sowie von Trunk- und Spielsucht überschattet. Arenski starb am 12. Februar 1906 in Perkjärvi bei Terijoki. Sein Werk umfasst zwei Sinfonien, ein Klavierkonzert, ein Violinkonzert, Schauspielmusiken, drei Orchestersuiten, fünf Suiten für zwei Klaviere, zwei Streichquartette, zwei Klaviertrios, ein Klavierquintett, drei Opern (Traum auf der Wolga op. 16, Raffael op. 37, Nai und Damajanti op. 47), eine Kantate (Die Fontäne von Bachtschissarai op. 46) sowie Chöre und Lieder.

»Anton Arensky: Biographie und Einspielungen«

Alle Porträts im Februar

Uraufführungen im Februar

»Alle Porträts«

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