Am 5. März 2016 ist der Dirigent Nikolaus Harnoncourt an seinem Wohnsitz in St. Georgen im österreichischen Attergau im Alter von 86 Jahren gestorben. Erst wenige Monate zuvor, im Dezember 2015, hatte er seinen Rückzug vom Dirigentenpult bekannt gegeben. Bekannt geworden als Pionier der Alten Musikszene, die er maßgeblich prägte, erforschte Harnoncourt unermüdlich die Quellen und Partituren der Werke, die er aufführte. Unvergessen sind sein Mozart- und Monteverdi-Opernzyklus mit Regisseur Jean-Pierre Ponnelle an der Oper Zürich, aber auch sein Engagement für Franz Schuberts vergessene Opern. Mit dem von ihm und seiner Frau Alice gegründeten Concentus Musiscus Wien hat er unzählige Aufnahmen vorgelegt, als Dirigent der Berliner- und Wiener Philharmoniker oder des Concertgebouw Orchesters Amsterdam auch ein breites Orchesterrepertoire aufgeführt. Mit den Salzburger Festspielen und dem Festival styriarte Graz war Harnoncourt jahrelang eng verbunden, und leitete 2001 und 2003 das populäre Wiener Neujahrskonzert. Staatsopernintendant Dominique Meyer damals zum Tod von Nikolaus Harnoncourt: „Ich bin tief betroffen vom Tod Nikolaus Harnoncourts, dessen musikalische Zugänge mich bereits als jungen Musikliebhaber sehr beeindruckten und bei mir große Bewunderung auslösten. Nicht nur unserer Generation hat er die Ohren geöffnet und uns dazu gebracht, Barockmusik ,anders‘ zu hören“. Seinem Vermächtnis und seinem Wesen wird man mit einigen Superlativen in zwei Sätzen sicherlich nicht gerecht. Trotzdem: Sein Erbe im Bereich der Interpretation alter Musik bleibt ein Fanal in der Musikgeschichte. Mit Nikolaus Harnoncourt verlieren wir einen brennend Überzeugten und charismatischen Überzeuger.“
»Nikolaus Harnoncourt: Biographie und Einspielungen«
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