Der US-amerikanische Dirigent Eugene Ormandy wurde am 18. November 1899 als Jenő Blau in Budapest geboren. Von seinem Vater, einem musikbegeisterten Zahnarzt, wurde er mit dreieinhalb Jahren im Geigenspiel unterrichtet, mit sechs Jahren wurde Jenő als bis dahin jüngster Schüler in die Königlich-Ungarische Musikakademie Budapest aufgenommen. Dort war Schüler von Jenő Hubay. 1915 legte Ormandy an der Akademie das Examen ab. Anschließend spielte er als Geiger in verschiedenen Orchestern und unternahm ab 1917 erste Konzertreisen in Ungarn und Deutschland. Er war u.a. Konzertmeister des Berliner Blüthner-Orchesters. Von 1917 bis 1920 studierte Ormandy zusätzlich Philosophie. Während er sich bis etwa 1918 bei Konzerten in Budapest Eugen Blau nannte, trat er in Wien ab 1920 unter dem Namen Jenő B. Ormándy und in den USA schließlich als Eugen bzw. Eugene Ormandy auf. Zur Herkunft dieses Nachnamens äußerte er sich nie und sie konnte auch nie geklärt werden. 1921 war Ormandy in die USA emigriert. In New York wurde er durch seinen Landsmann Ernö Rapée an das Capitol Theatre Orchestra vermittelt, das Stummfilme musikalisch umrahmte. Rasch avancierte er zum Konzertmeister und wurde 1926 schließlich dessen Dirigent. Ormandys eigentliche Karriere nahm Fahrt auf, als er im Herbst 1931 für den erkrankten Arturo Toscanini bei einem Gastdirigat mit dem Philadelphia Orchestra einsprang. Daraufhin wurde ihm die Leitung des Minneapolis Symphony Orchestra übertragen, die er bis 1936 innehatte. Anschließend war er Assistent beim Philadelphia Orchestra unter Leopold Stokowski. 1938 wurde Ormandy Chefdirigent des Orchesters. Zusammen mit dem Orchester erarbeitete sich Ormandy international einen ausgezeichneten Ruf, so dass das Orchester allein gemeesen an der Anzahl an Tonträgereinspielungen ganz weit vorne mitspielte. Reisen nach Großbritannien (1949), Finnland (1955), Lateinamerika (1966), Japan (1967) und China (1973) sind Belege für das internationale Renommée des Orchesters mit dem sprichwörtlich gewordenen „Philadelphia Sound“ unter Ormandys Leitung. 1977 wurde Ormandy in die American Philosphical Society aufgenommen. Er leitete das Orchester bis 1980. Im Laufe seiner Karriere erhielt Eugene Ormandy fünf Grammys, außerdem ist er auf dem Hollywood Walk of Fame verewigt. Er starb am 12. März 1985 in Philadelphia, Pennsylvania.
»Eugene Ormandy: Biographie und Einspielungen«
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