Der belgische Traversflötist und Dirigent Barthold Kuijken gehört mit zu der „Gründer-Generation“ der Alte Musik-Szene, die er zusammen mit seinen beiden Brüder Wieland (Viola da gamba) und Sigiswald (Violine) entscheidend mitprägte. Er wurde am 8. März 1949 im flämischen Dilbeek in einem sehr musikalischen familiären Umfeld geboren. Seine musikalische Ausbildung erhielt er zunächst am Konservatorium in Brügge, anschließend setzte er sein Musikstudium in Brüssel und Den Haag fort. Er befasste sich früh mit „alter“ Musik und spezialisierte sich auf das Spiel der Traversflöte, nachdem er durch Zufall in den Besitz eines Originalinstruments von G.A. Rottenburgh (ca. 1760) gelangt war. Wie auch seine Brüder erarbeitete er sich die historische Spielpraxis weitgehend autodidaktisch durch intensives Studium originaler Schriften und Quellen aus dem 17. und 18. Jahrhundert, das er quellengetreu möglichst authentisch in eine adäquate Spielpraxis umsetzte. Barthold Kuijken war dabei keineswegs stilistisch einzig auf die Musik des 17. und 18. Jahrhunderts festgelegt, sondern bewies durch seine Mitwirkung im Ensemble Musiques Nouvelles, in dem auch seine beiden Brüder mitspielten, dass sein musikalisches Interesse breit gestreut und epochenübergreifend bis in die Neuzeit reichte. Schwerpunkt seiner künstlerischen Betätigung war ab 1970 jedoch die Barockmusik, mit der Gründung des Ensembles La Petite Bande 1972 unter der Leitung seines Bruders Sigiswald war er sozusagen „Traversflötist der ersten Stunde“. Seine theoretischen Erkenntnisse und die spieltechnische Umsetzung in die Praxis gab er als Lehrer in den Konservatorien von Brüssel und Den Haag an interessierte Schüler weiter. Darüber hinaus trat er über den ganzen Globus verteilt als Solist in Konzerten auf, gab Meisterklassen und wirkte als Juror und wiederholt als Juryvorsitzender des Internationalen Telemann-Wettbewerbs in Magdeburg. Seit 2021 ist Kuijken Ehrenmitglied der Internationalen Telemann-Gesellschaft e.V. Ab 1986 trat Barthold Kuijken verstärkt als Dirigent in Erscheinung. Derzeit ist er Artistic Director des Indianapolis Baroque Orchestra. Barthold Kuijken war 2007 der erste Musiker, der an der Universität Brüssel mit der Dissertation „ The Notation is not the Music – Reflections on more than 40 years intensive practice of Early Music“ zum „Doktor der Künste“ promovierte. 2014 beendete er seine Lehrtätigkeit für Barockflöte an den Königlichen Konservatorien von Brüssel und Den Haag, um sich mehr dem Konzertieren widmen zu können. 2024 wurde ihm der Georg-Philipp-Telemann-Preis der Landeshauptstadt Magdeburg verliehen für seine „exzellente, breit angelegte und nachhaltig wirksame Auseinandersetzung mit der Musik des 18. Jahrhunderts und insbesondere mit dem Werk Georg Philipp Telemanns“. Sein Wirken ist in vielen Solo- und Ensemble-CD-Einspielungen sehr gut dokumentiert.
»Barthold Kuijken: Biographie und Einspielungen«
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