Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Über uns | Impressum | Kontakt | Sitemap

Suche

Aktuelle Infos und Kurzporträts

Pavel Haas 70. Todestag

17.10.14 (* vor 119 Jahren † vor 74 Jahren)

† 1944

17

Oktober

Pavel Haas, am 21. Juni 1899 als Sohn eines jüdischen Schuhmachers in Brünn geboren, ging 1913 an die Musikschule der „Beseda Brněnská“ in Brünn, wo er bis 1916 in Klavier und Musiktheorie unterrichtet wurde. Bereits in dieser Zeit entstanden seine ersten Kompositionen. 1917 wurde er als Soldat zur k.u.k. Armee eingezogen. Erst 1919 konnte er seine Ausbildung an dem vom Leoš Janáček neu gegründeten Brünner Konservatorium fortsetzen. Von 1920 bis 1922 studierte er Komposition in der Meisterklasse von Leoš Janáček. Er gilt als dessen bedeutendster Schüler. Zunächst arbeitete Haas im Schuhgeschäft seines Vaters und kurze Zeit auch als Opernkorrepetitor in Brünn und Saarbrücken. Über seinen Bruder Hugo, einen erfolgreichen Schauspieler, gelangte er ans Brünner Theater, für das er in den 1920er Jahren einige Bühnenmusiken komponierte. In den 1930er Jahren schuf Haas dann Musik für Filme, in denen sein Bruder mitwirkte. Ab 1935 war er Privatlehrer an der Hochschule in Brünn und freischaffender Komponist mit Auftragswerken für renommierte Ensembles. Nach Janáčeks Tod wurde Haas 1929 Nachfolger als Vorsitzender des Mährischen Komponistenverbands. Am 15. März 1939 marschierten die deutschen Truppen in der Tschechoslowakei ein, bald darauf wurde Haas’ Musik wegen seiner jüdischen Abstammung verboten, er selbst erhielt Berufsverbot. Am 2. Dezember 1941 wurde er ins KZ Theresienstadt deportiert, wo er mit anderen Komponisten (Hans Krása, Victor Ullmann) zusammentraf. Die unerträglichen Lagerbedingungen lähmten sein künstlerisches Schaffen völlig. Der Pianist Gideon Klein konnte ihn schließlich wieder zu musikalischem Schaffen anregen. Von seinen mindestens acht Kompositionen aus dieser Zeit haben sich nur drei erhalten: die Studie für Streichorchester, die Vier Lieder nach Worten chinesischer Poesie und Al S'fod. Nach der Propagandaaktion der Besichtigung des „Vorzeigelagers“ durch das Internationale Rote Kreuz am 23.6.1944 untersagten die Nazis schließlich alle künstlerischen Aktivitäten und deportierten am 16. Oktober viele Künstler in das Vernichtungslager Auschwitz, unter ihnen auch Pavel Haas, wo er an einem der darauffolgenden Tage ermordet wurde. Seine Musik geriet zunächst in Vergessenheit und wurde erst 50 Jahre später Zug um Zug wiederentdeckt.

Pavel Haas – CD-Einspielungen


Empfehlung vom November 2014

CD der Woche am 17.11.2014

Œuvres pour La Main Gauche Anthology - Volume 4

Œuvres pour La Main Gauche<br />Anthology - Volume 4

Bestellen bei jpc

Der bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete junge französische Pianist Maxime Zecchini startete 2012 eine weltweit einzigartige, bislang drei Alben umfassende CD-Anthologie von Klavierwerken für die linke Hand. Setzten die ersten drei Folgen den Schwerpunkt auf Solowerke, so erscheinen nun [...]

Klassik Heute
Empfehlung

→ Alle Porträts


⇑ nach oben

Impressum Kontakt AGBs Datenschutz Haftungsausschluss Mediadaten Sitemap

© Klassik Heute GbR

jpc