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UA vor 230 Jahren: W.A. Mozart, Don Giovanni


UA 1787

29

Oktober


UA vor 232 Jahren
29.10.17

Bereits 230 Jahre alt ist Mozarts Evergreen Don Giovanni! Am 29. Oktober 1787 feierte die Oper mit dem jungen Bariton Luigi Bassi in der Titelpartie in Prag ihre Premiere unter der Leitung von Mozart selbst. Es war der größte Triumph, der dem Komponisten in seinem Leben beschieden war. Zuvor war Le nozze di Figaro ebenfalls sehr erfolgreich aufgeführt worden, was ihm den Folgeauftrag zu einer weiteren Oper einbrachte. Die Musik schrieb Mozart 1787 teils in Wien, teils in Prag. Die Ouvertüre wurde eilig noch in der Nacht vor der Premiere verfasst. Mozart wollte mit seinem Erfolgs-Librettisten Lorenzo da Ponte weiterarbeiten, der auch den Vorschlag zu Don Juan machte. Die Figur des Don Juan war erstmals von Tirso de Molina (1585-1648) in dessen Schauspiel El burlado de Sevilla verarbeitet worden und hatte seitdem als Vorbild und Anregung zu zahlreichen Don-Juan-Dichtungen gedient. Da Ponte seinerseits bediente sich der Textvorlage Giovanni Bertatis, der das Libretto für Giuseppe Gazzanigas Oper Don Giovanni geschrieben hatte, die am 5. Februar 1787 in Venedig uraufgeführt worden war. Da Ponte gab seinem Libretto den Untertitel Il dissoluto punito (Der bestrafte Wüstling) und die Bezeichnung „dramma giocoso“ – ein heiteres Drama also. Dieser Widerspruch ist Programm. Die Oper will in keine Schublade passen. Die Musik vermischt spielerisch seria- und buffo-Elemente. Der Held ist ein Schurke, aber ein sympathischer, der gegen jede Sitte und Moral verstößt. Die Gegenspieler, die für das Gute stehen, sind so selbstgerecht, dass ihr Triumph am Ende gar nicht als solcher empfunden wird. Es gibt keine anstößigere Oper als Mozarts Don Giovanni. In dieser Oper lügen alle. Die Prager begrüßten das Werk stürmisch, in Wien dagegen hatte es nur mäßigen Erfolg. Die Berliner Kritik verriss das Stück, es sei „eine Beleidigung des gesamten weiblichen Geschlechts“, in München wurde es „wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses“ verboten. Erst nach Mozarts Tod setzte es sich durch. Bis heute. Und wie!

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