Vor 100 Jahren, am 2. Oktober 1920 starb der deutsche Komponist und Dirigent Max Bruch in Berlin. Geboren wurde er am 6. Januar 1838 in Köln. Sein Vater war königlicher Polizeirat und stellvertretender Polizeipräsident, seine Mutter war eine Sopranistin. Früh zeigte sich bei Max ein ausgesprochenes Talent für die Malerei, dieses trat aber bald zugunsten der Musik in den Hintergrund. Im Alter von 9 Jahren schrieb Bruch seine erste Komposition, ein Lied zum Geburtstag der Mutter. Seine Begeisterung für die Musik wurde von seinen Eltern nach Kräften gefördert. Von seinen zahlreichen Jugendwerken ist allerdings nur wenig erhalten. Den ersten musiktheoretischen Unterricht erhielt Bruch 1849 in Bonn von Professor Heinrich Carl Breidenstein, einem Freund seines Vaters. Zu dieser Zeit kam er auch das erste Mal auf den Igeler Hof, auf dem er einen Großteil seiner Musik schrieb. Bereits mit elf Jahren trat er erstmals mit größeren Kompositionen an die Öffentlichkeit. Im März 1852 wurde seine erste Sinfonie f-Moll durch die Philharmonische Gesellschaft in Köln aufgeführt. Bereits am 12. März 1852 erschien in der Rheinischen Musikzeitung ein Artikel über Max, in dem man ihn mit Mozart und Mendelssohn verglich. Im selben Jahr gewann Bruch mit einem Streichquartett ein Vierjahresstipendium der Frankfurter Mozart-Stiftung, das ihm von 1853 bis 1857 ein Kompositionsstudium bei Ferdinand Hiller und Klavierstudien bei Carl Reinecke und Ferdinand Breunung in Köln ermöglichte. Hiller setzte sich sehr für Bruch ein und ermöglichte die Veröffentlichung seines op. 1, der ersten Oper Scherz, List und Rache (UA 14. Januar 1858 in Köln). Im Jahr 1865 wurde Bruch Musikdirektor in Koblenz. Dort schrieb er sein wohl bekanntestes Werk, das Erste Violinkonzert. Bereits zwei Jahre später wechselte er als Hofkapellmeister nach Sondershausen. Ab 1870 lebte er als Musiklehrer in Berlin und ab 1873 als freischaffender Komponist in Bonn. 1878 übernahm Bruch die Leitung des Stern’schen Gesangvereins in Berlin und von 1880 bis 1883 leitete er die Philharmonic Society in Liverpool. Nach einer Reise in die USA im Frühjahr 1883 übernahm er noch im selben Jahr die Leitung des Breslauer Orchestervereins. 1891 erhielt Bruch eine Professur für Komposition an der Königlichen Akademie der Künste in Berlin. Zu seinen Schülern zählten u.a. Oscar Straus, Eduard Künneke und Ralph Vaughan Williams. Max Bruch war mit den bedeutendsten Musikerpersönlichkeiten seiner Zeit bekannt, u.a. mit Johannes Brahms, Joseph Joachim und Pablo de Sarasate. Seine zahlreichen, einst sehr geschätzten, romantischen Chorwerke wie Frithjof (1864), Das Lied von der Glocke (1878), Odysseus (1871) ebenso wie seine Oper Loreley (1863) sind heute vergessen, einzig sein 1. Violinkonzert g-Moll (1865) und seine Schottische Fantasie (1880) haben sich bis in unsere Zeit gerettet.
»Max Bruch: Biographie und Einspielungen«
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