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[2016] Paul Lincke 70. Todestag

† 1946

3

Oktober

vor 74 Jahren

in Clausthal-Zellerfeld


Was Johann Strauß für Wien und Jacques Offenbach für Paris ist, ist Paul Lincke für Berlin: Er ist der „Vater“ der Berliner Operette. Geboren wurde er am 7. November 1866 in Berlin. Sein Vater August Lincke war Magistratsdiener und spielte als Geiger in mehreren kleinen Orchestern. Er starb, als sein Sohn Paul erst fünf Jahre alt war. Nach der Realschule trat er in die Wittenberger Stadtmusikkapelle ein und erlernte dort mehrere Instrumente. Am Central-Theater in der Alten Jakobstraße erhielt er 1884 ein erstes Engagement als Fagottist. Nach einem Jahr wechselte er ins Orchester des Ostend-Theaters in der Großen Frankfurter Straße. Er verliebte sich in die 16-jährige Soubrette Anna Müller, die er 1893 heiratete. Bereits mit 19 Jahren wurde er Theaterkapellmeister und Musikverleger. Er sammelte Erfahrungen am Königsstädtischen Theater, dem Belle-Alliance-Theater und dem Parodie-Theater in der Oranienstraße, begleitete dort die Varieté-Programme und lieferte eigene Kompositionen für beliebte Couplet-Sängerinnen. 1897 entstand Venus auf Erden, ein revueartiger Einakter. Er verbrachte zwei Jahre am berühmtesten europäischen Varieté, den Folies Bergère in Paris und kehrte mit neuen Kompositionen an das Apollo-Theater zurück. 1899 wurde Frau Luna mit überwältigendem Erfolg uraufgeführt, im selben Jahr folgten Im Reiche des Indra und 1902 die Operette Lysistrata. 1908 verpflichtete ihn der Direktor des Apollo-Theaters als ersten Kapellmeister und Komponisten ans Metropol-Theater, dessen pompöse Ausstattungsrevuen zur größten Attraktion der Reichshauptstadt gehörten. 1937 erhielt er die Silberne Ehrenplakette seiner Heimatstadt, an seinem 75. Geburtstag wurde Lincke zum Ehrenbürger der Stadt Berlin ernannt. Während eines Gastspiels im böhmischen Marienbad 1943 wurden seine Wohnung und sein Verlag in der Berliner Oranienstraße ausgebombt. Nach Kriegsende erhielt er von den Alliierten keine Zuzugsgenehmigung nach Berlin mehr. Er zog zunächst in das oberfränkische Arzberg und von dort schließlich nach Hahnenklee im Harz. Am 3. Oktober 1946, kurz vor seinem 80. Geburtstag, starb Paul Lincke in Clausthal-Zellerfeld.

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