Am 3. Oktober feiert Steve Reich seinen 80. Geburtstag. Er zählt zu den wichtigsten amerikanischen Komponisten der Gegenwart und hat mit seinem umfangreichen Œuvre zahlreiche jüngere Komponisten stark beeinflusst. Um 1950 hörte er erstmals Werke von Johann Sebastian Bach und Neue Musik wie Le sacre du printemps von Strawinsky sowie Jazz (Charlie Parker, Miles Davis, Kenny Clarke). Dies beeindruckte ihn nachhaltig und führte dazu, dass er im selben Jahr Schlagzeugunterricht bei Roland Kohloff, dem späteren ersten Paukisten der New Yorker Philharmoniker, erhielt. 1953 beendete er die High School und gründete ein Bebop-Quintett, in dem er Schlagzeug spielte. Seine kompositorische Schaffenszeit begann um 1958. Er beschäftigte sich mit elektronischer Musik und experimentierte viel. Dass er als Kind viele Bahnfahrten zwischen New York und Los Angeles machen musste, weil seine Eltern sich getrennt hatten, schlug sich in seinem 1988 uraufgeführten Streichquartett Different Trains nieder, das für das Kronos Quartet entstand und als Meilenstein der Neueren Musik gilt. 2009 erhielt Reich für sein Werk Double Sextet den Pulitzer-Preis. 2013 erhielt er den Frontiers of Knowledge Award der BBVA Foundation in der Kategorie „Zeitgenössische Musik“. Die in Madrid beheimatete Stiftung verleiht diesen hochdotierten Preis seit 2008 und fördert bedeutende wissenschaftliche Forschungsprojekte und zukunftsweisende künstlerische Schöpfungen. 2014 erhielt Steve Reich im Rahmen des 58. Internationalen Festivals Zeitgenössischer Musik bei der Biennale Venedig den Goldenen Löwen für sein Lebenswerk.
»Steve Reich: Biographie und Einspielungen«
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