Frank Martin wurde am 15. September 1890 als jüngstes von zehn Kindern des calvinistischen Pfarrers Charles Martin in Eaux-Vives (Schweiz) geboren. Bereits im Alter von neuen Jahren schrieb er seine ersten Lied-Kompositionen bevor er überhaupt Musikunterricht erhielt. Von Joseph Lauber wurde er schließlich in Klavier, Harmonielehre und Komposition unterrichtet. Er studierte zunächst auf Wunsch der Eltern Mathematik und Physik an der Universität Genf, gab das Studium aber nach zwei Jahren auf. Von 1918 bis 1926 lebte er in Zürich, Rom und Paris. 1926 gründete er die „Société de Musique de Chambre de Genève“, die er zehn Jahre als Pianist und Cembalist leitete. Er lehrte Improvisation und Rhythmische Theorie am „Institut Jacques-Dalcroze“ und Kammermusik Musikkonservatorium in Genf. Von 1933 bis 1940 war er künstlerischer Leiter am „Technicum Moderne de Musique“ und von 1942 bis 1946 Präsident der „L’Association Suisse des Musiciens“. 1946 siedelte er in die Niederlande über und lebte zehn Jahre in Amsterdam, anschließend in Naarden. Von 1950 bis 1957 unterrichtete er Komposition an der Musikhochschule Köln. Musikalische entwickelte Martin eine Synthese aus der Zwölftontechnik Arnold Schönbergs und der traditionellen klassischen tonalen Musik. Schwerpunkt seines Schaffens sind Vokalwerke, so mehrere Oratorien (Golgotha, In Terra Pax, Le Mystère de la Nativité und ein Requiem). Dazu kommen zahlreiche kleinere Werke sowie Werke für Sologesang und Orchester (Le Vin Herbé, Der Cornet nach Rilkes Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke, Sechs Monologe aus Jedermann). Neben bedeutenden musikdramatischen Werken (Roméo et Juliette, Athalie, Der Sturm) beweist Martin größte Vielseitigkeit auch in der Instrumentalmusik (Solokonzerte für Violine, Cembalo, Cello, Klavier) und in der Kammermusik für diverse Instrumente. Bis zehn Tage vor seinem Tod am 21. November 1974 arbeitete er an der Kantate Et la vie l'emporta.
»Frank Martin: Biographie und Einspielungen«
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