Der Österreicher Josef (Joe) Erich Zawinul prägte als Komponist und Bandleader entscheidend die internationale Jazz- und Musikszene im 20. Jahrhundert. Er wurde am 7. Juli 1932 in Wien geboren und wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Mit sechs Jahren bekam er ein Akkordeon und den ersten Musikunterricht. Bereits nach einem Dreivierteljahr empfahl der Musiklehrer, Josef auf das Konservatorium zu schicken. Da er über das absolute Gehör verfügte, erhielt er einen Freiplatz am damaligen Konservatorium der Stadt Wien. Dort strebte er zunächst eine Karriere als klassischer Pianist an. Jedoch wurde in ihm die Begeisterung für die Jazzmusik geweckt, als er zwölf Jahre alt war. Mit 17 Jahren wandte er sich endgültig dem Jazz zu und brach seine Vorbereitungen für den Genfer Klavierwettbewerb 1949 abrupt ab. 1951 lernte er Friedrich Gulda kennen, der mit ihm zusammen studierte. Ab 1952 arbeitete Zawinul als Jazzmusiker. Er gründete 1954 mit Hans Salomon die Austrian All Stars, wechselte 1955/56 in die Johannes Fehring Big Band und ging 1956 zur damals erfolgreichsten österreichischen Jazzband, der Two Sound Band von Fatty George. 1959 erhielt er ein Stipendium für die Berklee School in Boston und reiste in die USA. Er blieb jedoch in New York City hängen und fasste dort schnell als Jazzmusiker Fuß. Miles Davis wurde auf ihn aufmerksam und wollte ihn engagieren, doch Zawinul lehnte ab, da er erst noch Erfahrungen sammeln wollte. Von 1961 bis 1970 spielte er im Quintett von Cannonball Adderley. 1966 hatte er seinen ersten großen Hit „Mercy, Mercy, Mercy“, von dem über eine Million Singles verkauft wurden. 1969/70 kam es dann endlich zur Zusammenarbeit mit Miles Davis. Im November 1970 gründete Zawinul zusammen mit dem Saxophonisten Wayne Shorter die legendäre Jazz-Rock-Formation Weather Report. Die Band feierte bis 1985 ihre größten kommerziellen Erfolge. Von 1986 bis 1989 gab er mit Friedrich Gulda mehrere Konzerte. Zwischen 1992 und 1996 nahm er mit 35 Musikern aus der ganzen Welt das Album „My People“ auf. Musikalische Einflüsse aus Afrika, der Karibik, Südamerika, Europa, dem Nahen Osten und den USA verbindet darin Zawinul zu einer universellen Musiksprache wie noch nie zuvor gehört. 1993 führte er anlässlich des Brucknerfestes in Linz bei der alljährlichen Open-Air-Veranstaltung Linzer Klangwolke mit einer Licht- und Laserschau seine erste Sinfonie Stories of the Danube – Donaugeschichten vor 80.000 Zuschauern auf. Der Versuch, in Wien den Jazz- und Musikclub Birdland zu etablieren, scheiterte allerdings. Eine Woche nach seiner sechswöchigen Europatournee wurde Joe Zawinul wegen einer seltenen Hautkrebserkrankung ins Krankenhaus eingeliefert, wor er fünf Wochen später, am 11. September 2007 im Alter von 75 Jahren verstarb.
»Joe Zawinul: Biographie und Einspielungen«
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