Der dänische Komponist Vagn Holmboe wurde am 20. Dezember 1909 in Horsens, Jütland, geboren. Sein Vater war Hersteller von Farben und Lacken, beide Eltern waren sehr ambitionierte Amateurmusiker, sie spielten beide Klavier. Mit 14 Jahren erhielt Holmboe Violinunterricht. Auf Empfehlung von Carl Nielsen begann er im Alter von 17 Jahren sein Musikstudium am Königlichen Dänischen Konservatorium in Kopenhagen bei Knud Jeppesen (Theorie) und Finn Høffding (Komposition). Nach der Abschlussprüfung 1929 zog er nach Berlin, wo er für kurze Zeit Schüler von Ernst Toch war. Dort lernte er die rumänische Pianistin Meta May Graf kennen, die an der Musikhochschule Schülerin von Paul Hindemith war. Die beiden heirateten 1933 und unternahmen 1933/1934 eine Studienreise durch Rumänien, wo sie in entlegenen Orten und Dörfern Volksmusik aus Transylvanien studierten. Zurück in Dänemark, gab Holmboe Musikunterricht, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Der Gewinn des skandinavischen Wettbewerbs der Königlichen Kapelle Kopenhagen mit seiner 2. Sinfonie 1939 bedeutete seinen Durchbruch als Komponist. Von 1941 bis 1949 war er Lehrer am Königlichen Blindeninstitut, von 1950 bis 1965 lehrte Holmboe am Konservatorium in Kopenhagen, wo er 1955 eine Professur erhielt. Zuvor hatte er sich auch als Musikkritiker für das dänische Tagblatt Politiken betätigt. 1950 zog er mit seiner Fau auf sein Grundstück am See Arresø, wo er auch seinen Lebensabend verbrachte und vor 20 Jahren am 1. September 1996 starb. Holmboe hinterließ ca. 370 Werke, 200 davon mit Opuszahlen versehen, darunter eine Oper, 13 Sinfonien, drei Kammersinfonien, vier Streichersinfonien, Solokonzerte für fast alle Instrumente des Sinfonieorchesters, Kammermusik in verschiedenen Besetzungen, Werke für Chor a cappella sowie Lieder, einige Werke für Gitarre und 20 Streichquartette. Sein letztes Werk, das 21. Streichquartett mit dem Titel Quartetto sereno, wurde von seinem Schüler Per Nørgård vollendet. Holmboe gilt als bedeutendster Sinfoniker Dänemarks nach Carl Nielsen.
»Vagn Holmboe: Biographie und Einspielungen«
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