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CD-Besprechung

harmonia mundi HMC 901834

1 CD • 67min • 2003

06.08.2004

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Klassik Heute
Empfehlung

Es ist bei aller Meisterschaft schon ein Wunder, wenn ein soeben (2003) zum Chefdirigenten berufener Chorleiter eine hochkarätige Sängergruppierung wie den RIAS-Kammerchor aus den Meisterhänden von Marcus Creed mit dem „Trainingsprofil“ eines Uwe Gronostay übernimmt und quasi über Nacht mit einer perfekt produzierten CD die Zuhörer in den Bann anspruchsvollster zeitgenössischer a-cappella-Kunst ziehen kann. Nicht minder groß ist das künstlerische Wunder, wie hier mehrere inhaltlich voneinander zwar abweichende, für das Schaffen zweier französischer Großmeister der Musik des 20. Jahrhunderts aber nicht unbedingt zentrale Werke – nämlich unglaublich raffinierte Herausforderungen an den Chorgesang von Frank Martin und Olivier Messiaen – eine begeisternde Umsetzung in Klang, Farbe und Ausdruck erfahren.

Kein Wunder ist es dagegen, wenn miteinander konkurrierende Aufnahmen dieses Repertoires nur von einer kleinen Elite gleichrangiger Ensembles realisiert worden sind. Zu nennen sind aus den aktuellen Katalogen für Messiaens zwölfstimmige (!) Anforderungen an die Cinq Rechants der Chor de l’ORTF Paris, die London Sinfonietta Voices und das SWR-Vokalensemble Stuttgart. Für Martins Messe werden das Vokal-Ensemble Lausanne und die Camerata Vocale Freiburg genannt, für die Ariel-Gesänge gegenwärtig nur der Akademische Chor Aarhus.

Sieht man von Messiaens mehr oder weniger bekannten Exotismen ab, die sich hier und da im nicht zu übersetzenden Textgeschehen äußern, so bedarf die unmittelbare sinnliche Ausstrahlung dieser sich aus ästhetischer Klanglichkeit, stimmtechnischer Treffsicherheit, Modulationsfreude, Ausdrucksgehalt und Entdeckungsfreude zusammensetzenden Paradestücke des Gesamtprogrammes kaum eines Kommentars. Alles spricht für sich, alles wirkt dank einer mitreißenden Interpretation aus der kompliziert-komplexen Anlage der ideenreichen, optisch oft genug provozierend wirkenden Partituren heraus. Eigentlich sollten alle Musikenthusiasten, Chorfreunde und Klangfetischisten dieses Spektakel – man muß es so nennen – spontan auf sich wirken lassen. Vor allem jene, die bisher nur schwer einen Zugang zur gegenwartsnahen Kunstmusik gefunden haben. Es steht fest: Daniel Reuss als hochqualifizierter Chor-Allroundpraktiker und seine 22 Damen und 17 Herren, einschließlich der von den Choristen in Personalunion bravourös bewältigten Solopartien im Gefüge der trickreichen Satzkünste, haben mit der vorliegenden Werkauswahl und der Qualität dieser Produktion ein begeisterndes Denkmal moderner, professioneller a-cappella-Kultur geschaffen.

Dr. Gerhard Pätzig [06.08.2004]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Frank Martin
1Messe C-Dur für Doppelchor a cappella
Olivier Messiaen
2Cinq Rechants

Interpreten der Einspielung

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