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CD-Besprechung

Frank Martin

Ein Totentanz zu Basel im Jahre 1943

cpo 777 997-2

1 CD • 69min • 2011, 2012

25.07.2016

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Der franko-schweizerische Komponist Frank Martin (1890-1974) schrieb seinen Totentanz als Auftragswerk in großer Eile im Jahre 1943, während er gerade mit seiner doppelchörigen Messe beschäftigt war; von daher ist es verständlich, dass er an einigen Stellen schon vorhandene Musik aus früheren Werken erneut verwendete. Dies ließ sich problemlos einrichten, da das Werk als Begleitmusik zu einer Tanzpantomime ohnehin mit unterschiedlichen Materialien zwischen Choralmelodien und Foxtrottklängen arbeitete, also stilistisch durchaus uneinheitlich angelegt ist. Das ist bei dem angestrebten Verwendungszweck der Sache keineswegs abträglich, reduziert jedoch den Eindruck, wenn man das Werk lediglich klingend vom Tonträger hört.

Das aus der Bildenden Kunst lange bekannte Motiv des Totentanzes hat auch in der Musik eine Reihe von Anhängern gefunden, man denke an Franz Liszt, Camille Saint-Saëns oder Hugo Distler. Insofern ist es schon ein großer Gewinn, dass die selten aufgeführte Komposition Frank Martins nun als Einspielung vorliegt. Entsprechend der bildlichen Vorstellung und der hier vorgesehenen Pantomime wechselt die Musik zwischen „profane“ und „spirituelle“, wobei die Verwendung der Basler Trommeln ein gewisses Lokalkolorit vermittelt – wobei Martin deren Parts teilweise gar nicht notiert, d.h. also die Ausführung den Interpreten überlassen hat, hier realisiert durch Edith Habraken. Das portugiesische Orchester („Associação Recreativo Musical Amigos da Branca“) und das niederländische Streicherensemble agieren farbig und plastisch, der Männerchor der niederländischen Chorvereinigung Sacramentskoor bietet saubere Intonation und Textartikulation, während letzteres bei den Knabenstimmen nur mäßig gerät.

Man kann die Meinung vertreten, die Aufnahme sei wichtiger als das Booklet; man kann auch weitergehend meinen, der Einführungstext sei wichtiger als die Künstlerbiografien. Dennoch darf man vom Herausgeber erwarten, bei den Künstlerbiografien auf einwandfreie Rechtschreibung und Grammatik zu achten, was hier leider versäumt wurde. Auch hätte man gern gewußt, was der offenbar auf eine Gruppierung in Jerusalem bezogene Begriff „Hineni“ beim Streichorchester bedeutet. So ganz nebensächlich ist die Editionspraxis einer CD nun auch wieder nicht.

Dr. Hartmut Lück [25.07.2016]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Frank Martin
1Ein Totentanz zu Basel im Jahre 1943 01:06:08

Interpreten der Einspielung

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