Eine zwar nicht spektakuläre, aber doch besondere Rolle in der Musikgeschichte nimmt der italienische Komponist und Kontrabassvirtuose Giovanni Bottesini ein. Er wurde am 22. Dezember 1821 in Crema in eine Musikerfamilie geboren. Sein Vater war Klarinettist und Komponist. Gesicherte Einzelheiten über Bottesinis Kindheits- und Jugendjahre sind kaum überliefert. Er lernte früh, Violine und Viola zu spielen und wurde 1837 am Mailänder Konservatorium zugelassen. Da die Familie aber auf ein Stipendium angewiesen war und alle Stipendien für Violine und Viola bereits vergeben waren und nur noch eines für Kontrabass frei war, wurde Bottesini zum Studium für den Kontrabass angemeldet. Dieser Wechsel erwies sich als äußerst glückliche Fügung. Bottesini entwickelte sich zum führenden Kontrabassvirtuosen seiner Zeit und war vor allem in dieser Eigenschaft Zeit seines Lebens auf Reisen quer durch Europa, in die USA und in Südamerika. Sein Aufstieg nach Abschluss seines Studiums 1839 zum international gefeierten Virtuosen begann gleich 1840 mit einem gefeierten Konzert im Teatro Comunale in Crema. Mit weiteren Konzerten in Triest, Brescia, Mailand und Wien konnte er seinen Ruf ausbauen. Bei einem Engagement in Venedig lernte er Giuseppe Verdi kennen. Aus dieser Bekanntschaft wurde eine lebenslage enge Freundschaft der beiden Komponisten, in deren Verlauf sich Verdi mehrmals mit Erfolg für seinen Freund einsetzte. 1846 vermittelte ihm sein Agent ein Engagement in Kuba, wo er u.a. am Teatro Tacón in Havanna als Korrepetitor und Kontrabassist arbeitete. Hier komponierte er seine erste Oper Christoforo Colombo, die er 1848 uraufführte. Auf seinen Stationen in seinem bewegten Reiseleben war er von 1855 bis 1857 Kapellmeister des Théâtre italien in Paris, ab 1861 am Teatro Bellini in Palermo und ab 1863 in Barcelona. In Florenz war er 1863 Mitbegründer der Società del Quartetto, die sich der Kammermusikpflege besonders der deutschen Klassik widmete. 1871 war Bottesini Operndirektor am Lyceum Theatre in London. Auf Verdis Vermittlung übernahm Bottesini 1871 die Kapellmeisterstelle an der Oper in Kairo, die er bis zur Schließung des Hauses 1877 innehatte – die längste Festanstellung in Bottesinis Karriere. In dieser Funktion brachte er nach intensiver brieflicher Korrespondenz mit Verdi dessen Oper Aida 1871 zur Uraufführung. Verdi, der sich um seinen Freund Sorgen machte wegen dessen unsteten Lebensstils und seines vorrückenden Alters, war es auch, der Bottesini eine ruhigere Stellung als Leiter des Regio Conservatorio di Parma vermittelte, die Bottesini am 3. November 1888 antrat. Nach kurzer, schwerer Krankheit starb Bottesini jedoch am 7. Juli des darauffolgenden Jahres in Parma. Er hinterließ 13 Opern, ein Oratorium (Der Ölberg), eine Messa da Requiem, einige Orchesterwerke, vor allem aber Werke für Kontrabass, darunter zahlreiche Opernparaphrasen, die er für sein Instrument adapierte. Vor allem sein Wirken als Kontrabassist hat Spuren bis in unsere heutige Zeit hinterlassen. Er hat den Kontrabass als Solo- und Virtuoseninstrument salonfähig gemacht. Seine Werke für Kontrabass gehören heute zum Standardrepertoire jedes Kontrabassisten.
»Giovanni Bottesini: Biographie und Einspielungen«
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