Es gibt viele Komponisten, die zu Lebzeiten berühmt waren, deren Werke aber nach ihrem Tod schnell in Vergessenheit gerieten. Nicht selten allerdings konnte sich davon wenigstens ein Werk bis in unsere Gegenwart behaupten. Zu diesen Komponisten zählt auch Conradin Kreutzer. Ihn kennt man eigentlich nur als den Komponisten der Oper Das Nachtlager von Granada (1834). Seine übrigen 30 Opern sind schnell von den Spielplänen verschwunden. Lediglich seine Musik zu Ferdinand Raimunds Bühnenstück Der Verschwender ist heute noch bekannt – wobei das berühmte Hobellied von Raimund selber stammt. Daneben erfreuen sich noch Kreutzers Chorwerke bis heute großer Beliebtheit bei Männerchören. Conradin Kreutzer führte ein bewegtes Leben. Geboren wurde er am 22. November 1780 in Meßbach in Baden als Sohn eines Müllers. Seine musikalische Begabung zeigte sich frühzeitig und sie wurde im Benediktinerstift Zwiefalten, wo Kreutzer Sängerknabe war, sowie bei den Prämonstratensern in Schussenried nach Kräften gefördert. Nach dem Schulabschluss studierte er in Freiburg i.Br. dem Wunsch seines Vaters entsprechend zunächst Jura. Nach dem Tod seines Vaters wandte er sich 1800 aber ausschließlich der Musik zu und hatte mit der Aufführung seiner ersten Oper Die lächerliche Werbung 1801 auch seinen ersten Erfolg als Komponist. Seinen Lebensunterhalt bestritt er allerdings als reisender Virtuose. Neben Klavier und Orgel spielte er auch Klarinette, Oboe und Violine und tat sich auch als Sänger hervor. 1804 ließ er sich in Wien als Klaviervirtuose und Sänger nieder und nahm Unterricht bei Georg Albrechtsberger, bei dem auch Beethoven Unterricht hatte. Mit Jery und Bätely konnte er 1810 in Wien seinen ersten größeren Erfolg feiern. Die Aufführung seiner Oper Konradin von Schwaben verschaffte ihm die Ernennung zum württembergischen Hofkapellmeister, von 1812 bis 1816 war er Hofkapellmeister in Stuttgart und durfte dort 1815 die Aufführung seiner Oper Die Alpenhütte erleben. Nach erneutem Wanderleben trat er 1817 die Stelle eines Hofkapellmeisters am fürstenbergischen Hof in Donaueschingen an, die er jedoch 1822 wieder aufgab, da ihm die Stelle zu abgeschieden vom aktuellen Musikleben war. Nach erfolgreicher Aufführung seiner Oper Libussa öffnete sich ihm 1822 ein neues Betätigungsfeld in Wien in wechselnder Anstellung als Kapellmeister am Kärtnertor-Theater in Wien, an der Wiener Hofoper und am Theater in der Josefstadt. Seine letzte feste Anstellung fand Kreutzer 1840 bis 1842 als städtischer Musikdirektor in Köln. 1848 begleitete er seine Tochter Marie zu einem Engagement nach Riga, wo er an einem Hirnschlag starb. Allgemein wird sein Todesdatum mit dem 14.12.1849 angegeben, einem Bericht der Rigaschen Zeitung entsprechend starb Conradin Kreutzer jedoch bereits am 3. Dezember.
»Conradin Kreutzer: Biographie und Einspielungen«
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