Am 12. November 2016 vor vierzig Jahren starb der US-amerikanische Komponist Walter Piston. Er wurde am 20. Januar 1894 in Rockland (Maine) geboren und begann ursprünglich an der Mechanical Arts High School in Boston ein Ingeniersstudium. Nach dem Abschluss 1912 wechselte er jedoch das Fach und studierte an der Massachusetts Normal Arts School Malerei, Architekturzeichnung und amerikanische Geschichte. Zusammen mit seinem Bruder Edward nahm er Klavierunterricht und trat nach 1912 als Pianist und Geiger in Tanzkapellen auf. 1920 wurde er zum Musikstudium an der Harvard University zugelassen, das er mit summa cum laude abschloss. Dies brachte ihm ein Auslandsstipendium ein und er studierte von 1924 bis 1926 in Paris bei Nadia Boulanger, Paul Dukas und George Enescu. 1925 veröffentlichte er seine erste Komposition Drei Stücke für Flöte, Karinette und Fagott. Nach seiner Rückkehr aus Europa erhielt er einen Lehrstuhl an der Harvard University, den er bis zu seiner Emeritierung 1960 behielt. Zu seinen Studenten zählen u.a. Leryo Anderson, Leonard Bernstein, Elliott Carter und John Harbison. 1936 schrieb er im Auftrag der CBS für die Rundfunkübertragung ein Concertino für Klavier und Kammerorchester. Im Jahr darauf entstand seine 1. Sinfonie, die vom Boston Symphony Orchestra am 8. April 1938 uraufgeführt wurde. Für das Boston Pops Orchestra schrieb Piston seine bekannteste Ballettmusik The Incredible Flutist. Am 5. März 1944 wurde seine 2. Sinfonie durch das National Symphony Orchestra uraufgeführt, ein Auftragswerk des Alice M. Ditson Fund der Columbia University, das mit einem Preis des New York Music Critics' Circle ausgezeichnet wurde. Die 3. und 7. Sinfonie erhielten je einen Pulitzer-Preis, sein Bratschenkonzert sowie das 5. Streichquartett erhielten gleichfalls Preise des Critics' Circle. Darüber hinaus betätigte sich Piston auch erfolgreich als Musiktheoretiker und verfasste die Lehrbücher Kontrapunkt, Orchestrierung und Harmonielehre. Letzteres wurde mehrfach aufgelegt und ist auch heute noch als wichtiges Lehrmittel im Gebrauch. 1941 wurde er in die American Academy of Arts and Sciences gewählt. In den letzten Lebensjahren litt Piston unter Diabetes. Er starb 1976 im Alter von 82 Jahren in Belmont an einem Herzschlag.
»Walter Piston: Biographie und Einspielungen«
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