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UA 1607
24
Februar
vor 419 Jahren
in Mantua
Vielfach wird Claudio Monteverdis Orfeo als die „erste Oper“ bezeichnet. Als „Favola in musica“ in fünf Akten und einem Prolog wurde Orfeo nach dem Textbuch von Alessandro Striggio am 24. Februar 1607 in Mantua zum ersten Mal aufgeführt. Nachdem der Herzog von Mantua Vincenzo Gonzaga in Florenz der Aufführung von Jacopo Peris Euridice beigewohnt hatte, beauftragte er seinerseits Monteverdi mit der Vertonung der antiken Sage von Orpheus und seiner verstorbenen Gemahlin Euridice, die dieser dank seines bezirzenden Gesanges aus der Unterwelt wieder hätte zurückführen können. Bekanntlich ist er schließlich an der eigenen Ungeduld und am eigenen Unglauben gescheitert. Das Werk war bei seiner Uraufführung sehr erfolgreich und sicherlich ist es vor allem Monteverdi zu verdanken, dass die gelehrten Bemühungen der „Florentiner Camerata“, das antike Drama wiederzubeleben, nicht gescheitert sind, sondern eine neue dramatische Musikgattung initiierten: die Oper. Das Werk beginnt schon mit einer kleinen Ouvertüre und Monteverdi hat bereits jeder handelnden Person einen ganz bestimmten instrumentalen Klangcharakter beigegeben. Der Einsatz dunkler Posaunenklänge im Bereich der Unterwelt war so prägend, dass es seitdem zur Tradition wurde, Posaunen in Verbindung mit Regionen der Unterwelt oder des Olymps einzusetzen, wie es noch bei Mozart (Don Giovanni) und Gluck (Alceste) geschieht. Dann ist Orfeo allerdings für über 200 Jahre in Vergessenheit geraten und erst die Monteverdi-Gesamtausgabe von Gian Franco Malipiero lieferte die Voraussetzung, das Werk überhaupt wieder zu erschließen. Viele Komponisten ließen sich von Monteverdis Vorlage zu neuen, zeitgemäßen Ausdeutungen inspirieren wie Vincent d'Indy, Ottorino Respighi, Paul Hindemith und vor allem Carl Orff. Die wirkliche Renaissance und Rückkehr des Orfeo ins moderne Opernrepertoire aber ist Nicolaus Harnoncourt zu verdanken, der in seinem Züricher Monteverdi-Zyklus der 1970er Jahre zusammen mit dem Regisseur Jean-Pierre Ponnelle bewies, dass das Werk auch in der heutigen Zeit in seiner Originalgestalt bestehen kann.
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