Georg Muffat war ein frazösisch-deutscher Komponist der Barockzeit. Er wurde am 1. Juni 1653 in Mégève geboren, wo er auch seine Jugend verbrachte. Seine musikalische Ausbildung erhielt von 1663 bis 1669 in Paris. Dabei vervollkommnete er vor allen Dingen sein Violinspiel. Ob er tatsächlich Schüler von Jean-Baptiste Lully gewesen ist, ist nicht nachweisbar. Allerdings war er später mit Lully befreundet. Nach einigen Jahren im Elsass ging er zunächst ans Jesuitenkolleg in Schlettstadt, ab 1671 war er Organist in Molsheim. Drei Jahre später begab er sich nach Ingolstadt zum Studium der Rechtswissenschaften, von wo aus er nach Wien zog in der Hoffnung auf eine gute Anstellung. Da er jedoch keine finden konnte, versuchte er 1677 sein Glück in Prag und siedelte von dort ein Jahr später nach Salzburg. Hier fand er eine Anstellung als Domorganist und Kammerdiener bei Erzbischof Max Gandolph Graf von Kuenburg an der Seite von Heinrich Ignaz Franz Biber. Der Erzbischof ermöglichte ihm 1680 einen Studienaufenthalt in Italien bei Bernardo Pasquini. Während dieses Aufenthaltes lernte er in Rom auch Arcangelo Corelli, mit dem er sich ebenfalls befreundete. Von den Concerti Corellis beeidruckt und beeinflusst, veröffentlichte Muffat nach seiner Rückkehr eigene Concerti grossi unter dem Titel Armonico Tributo. Diese können unter Weglassung der Mittelstimmen auch als Trio gespielt werden. 1690 starb Graf von Kuenburg und Muffat sah sich gezwungen, sich nach einer neuen Anstellung umzusehen. Diese fand er am Hof des Bischofs Johann Philipp von Lamberg als Kapell- und Hofmeister in Passau. Die Stellung behielt Muffat bis zu seiner Pensionierung. Er starb dort am 23. Februar 1704. Als Kenner sowohl des französischen als auch des intalienischen konzertanten Stils hat er seine Werke, in denen er sich beider Stilrichtungen bediente, mit Erläuterungen zur jeweiligen Aufführunsweise versehen. Die sind für die Interpretation von Werken aus dieser Zeit auch heute noch wertvoll. Georg Muffat hatte neun Söhne, die allesamt ebenfalls Musiker waren. Der bekanntes unter ihnen ist Gottlieb Muffat.
»Georg Muffat: Biographie und Einspielungen«
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