Wie viele andere Komponistinnen ihrer Zeit und davor musste auch Germaine Tailleferre hart darum kämpfen, als Frau in diesem Metier anerkannt zu werden. Dieser Kampf begann schon innerhalb ihrer eigenen Familie. Als Germaine Taillefesse am 19. April 1892 in Saint-Maur-des-Fossés, Val-de-Marne geboren, änderte sie als junge Frau aus Trotz gegen ihren Vater ihren Namen in „Tailleferre“, da er ihre musikalische Ausbildung boykottierte. Klavierunterricht hatte sie bei ihrer Mutter erhalten. 1904 ging sie an das Konservatorium nach Paris, wo sie mitt Louis Durey, Francis Poulenc, Darius Milhaud, Georges Auric und Arthur Honegger die späteren Mitglieder der „Groupe des Six“ kennenlernte und deren Anerkennung fand: Zusammen mit ihr gründeten sie die berühmte französische Komponistengruppe der 1920er Jahre. Am Konservatorium zeichnete sie sich durch den Gewinn mehrerer Preise aus. Ab 1923 verbrachte sie viel Zeit bei Maurice Ravel in seinem Haus in Montfort-l'Amaury und studierte bei ihm Instrumentation. Ravel ermutigte sie, am Wettbewerb für den Prix de Rome teilzunehmen. 1925 heiratete sie Ralph Barton, einen amerikanischen Karikaturisten, und zog mit ihm nach Manhattan, New York. 1927 kehrten sie zusammen wieder nach Frankreich zurück, kurz darauf ließen sie sich scheiden. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs ging sie erneut in die USA und kehrte nach Kriegsende wieder nach Frankreich zurück, wo sie auch bis zu ihrem Lebensende blieb. Sie starb am 7. November 1983 in Paris. Ihre bedeutendsten Werke komponierte sie in den 192034 Jahren, sie komponierte jedoch ununterbrochen noch bis zwei Wochen vor ihrem Tod und hinterließ ein reiches Œuvre aus nahezu allen musikalischen Bereichen: mehrere Opern, Ballettmusiken, Konzerte, Klavier- und Kammermusik sowie Musik für Film und Fernsehen. Der größte Teil ihrer Werke wurde jedoch erst nach ihrem Tod veröffentlicht.
»Germaine Tailleferre: Biographie und Einspielungen«
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