André Campra war einer der führenden französischen Opernkomponisten im Zeitraum zwischen Jean-Baptiste Lully und Jean-Philippe Rameau. Seine „tragédies en musique“ und Ballette waren sehr erfolgreich, er hinterließ aber auch drei Bände mit Kantaten und Kirchenmusik einschließlich eines Requiems. André Campra war der Sohn eines italienischen Geigers und einer französischen Mutter. Er wurde am 4. Dezember 1660 in der Église de la Madeleine in Aix-en-Provence getauft. Den ersten Musikunterricht erhielt er von seinem Vater. 1674 wurde er Chorknabe an der Kathedrale Saint-Sauveur, vier Jahre später begann er mit theologischen Studien. Bereits mit 17 Jahren komponierte er die ersten Motetten. Sein Hang zur theatralischen Musik zeigte sich bereits zu dieser Zeit. 1681 wurde er gemaßregelt, weil er gegen die strengen kirchlichen Sitten verstoßen und unerlaubterweise an Theateraufführungen teilgenommen hatte. Trotzdem wurde er am 27 Mai desselben Jahres Kaplan. 1682 komponierte er anlässlich der Geburt eines Enkels von Louis XIV. seine erste Oper, die allerdings verschollen ist. Schließlich wurde er maître de musique an der Kathedrale von Arles. Campra galt jedoch als reizbar und dem Alkohol zugetan, so dass er die Stelle schon nach zwei Jahren verlor. Allerdings konnte er 1683 eine Stelle als Leiter der Singschule an der Kathedrale von Toulouse antreten, die er elf Jahr lang innehatte. Aufgrund der bescheidenen musikalischen Gegebenheiten wurde Campra innovativ und führte u.a. Violinen, die zur damaligen Zeit als Instrument der Straße galten, in die Kirchenmusik ein. Die Zusammenarbeit mit dem Klerus gestaltete sich aber auch hier zunehmend problematisch. So verlangte das Domkapitel 1691, dass Campra seine Werke dem Kapitel vor jeder Aufführung vorlegen musste. Vor dem Hintergrund eskalierender Spannungen erlangte er 1694 mit Hilfe des Abtes Lagrange-Trianon ein Anstellung in ähnlicher Position an der Kathedrale Notre-Dame in Paris. Ab 1697 begann Campra, Kompositionen für das Theater zu verfassen (L'Europe Galante und Le Carnaval de Venise), die er allerdings unter dem Namen seines Bruders veröffentlichte, da dies sonst erneut zu Konflikten mit der kirchlichen Obrigkeit geführt hätte. 1700 gab Campra seine gesicherte Position an Notre-Dame schließlich auf und widmete sich fortan der Musik für das Theater. Bis 1720 komponierte er rund fünfzehn „opéras-ballets“ und „tragédies lyriques“. Er war damit immerhin so erfolgreich, dass er zum Kapellmeister der Académie Royale der musique in Paris und schließlich zum sous-maître der Chapelle Royale in Versailles berufen wurde. Ab 1721 befand sich Campra wieder in kirchlichen Diensten. Von da an komponierte er nur noch geistliche Werke, etwa 30 Motetten, das Requiem sowie zahlreiche Psalmen und Kantaten. 1740 trat er im Alter von 79 Jahren von seinen Ämtern zurück und verbrachte die letzten vier Jahre seines Lebens zurückgezogen in Versailles. Dort starb er am 29. Juni 1744.
»André Campra: Biographie und Einspielungen«
Anzeige
Alle Porträts im September
- 01.09.2023 → Johann Pachelbel 370. Geburtstag
- 01.09.2024 → Engelbert Humperdinck 170. Geburtstag
- 01.09.2026 → Vagn Holmboe 30. Todestag
- 01.09.2026 → Othmar Schoeck 140. Geburtstag
- 02.09.2022 → Francesco Landini 625. Todestag
- 03.09.2017 → Morton Feldman 30. Todestag
- 03.09.2025 → Pietro Antonio Locatelli 330. Geburtstag
- 04.09.2017 → Edvard Grieg 110. Todestag
- 04.09.2017 → Darius Milhaud 125. Geburtstag
- 04.09.2024 → Anton Bruckner 200. Geburtstag
- 05.09.2017 → Wolfgang Fortner 30. Todestag
- 05.09.2018 → Albert Mangelsdorff 90. Geburtstag
- 05.09.2021 → Anton Diabelli 240. Geburtstag
- 05.09.2021 → Giaccomo Meyerbeer 230. Geburtstag
- 05.09.2025 → Johann Christian Bach 290. Geburtstag
- 06.09.2015 → Manfred Gurlitt 125. Geburtstag
- 06.09.2025 → Ferdinand Hummel 170. Geburtstag
- 08.09.2020 → Luigi Cherubini 260. Geburtstag
- 08.09.2021 → Antonín Dvořák 180. Geburtstag
- 08.09.2023 → Carlo Gesualdo 410. Todestag
- 08.09.2024 → Peter Maxwell Davies 90. Geburtstag
- 08.09.2024 → Richard Strauss 75. Todestag
- 09.09.2016 → Leonhard Lechner 410. Todestag
- 09.09.2021 → Cole Porter 130. Geburtstag
- 10.09.2024 → Niccolò Jommelli 310. Geburtstag
- 10.09.2024 → Johann Rosenmüller 340. Todestag
- 10.09.2026 → Tor Aulin 160. Geburtstag
- 11.09.2017 → Joe Zawinul 10. Todestag
- 11.09.2023 → François Couperin 290. Todestag
- 11.09.2025 → Arvo Pärt 90. Geburtstag
- 11.09.2026 → Friedrich Kuhlau 240. Geburtstag
- 13.09.2019 → Clara Schumann 200. Geburtstag
- 13.09.2024 → Alexis Emanuel Chabrier 130. Todestag
- 14.09.2017 → Michael Haydn 280. Geburtstag
- 15.09.2020 → Frank Martin 130. Geburtstag
- 15.09.2025 → Louise Farrenc 150. Todestag
- 15.09.2025 → Anton Webern 80. Todestag
- 16.09.2017 → Nadia Boulanger 130. Geburtstag
- 16.09.2025 → Leo Fall 100. Todestag
- 17.09.2017 → Isang Yun 100. Geburtstag
- 17.09.2018 → Franz Grothe 110. Geburtstag
- 17.09.2025 → Saverio Mercadante 230. Geburtstag
- 18.09.2018 → Mauricio Kagel 10. Todestag
- 18.09.2024 → Johann Gottfried Walther 340. Geburtstag
- 19.09.2018 → Pawel Lukaszewski 50. Geburtstag
- 19.09.2021 → Allan Pettersson 110. Geburtstag
- 20.09.2017 → Jean Sibelius 60. Todestag
- 20.09.2018 → Pablo Sarasate 110. Todestag
- 21.09.2024 → Gustav Holst 150. Geburtstag
- 23.09.2025 → Vincenzo Bellini 190. Todestag
- 24.09.2023 → André-Modeste Grétry 210. Todestag
- 25.09.2022 → Jean Françaix 25. Todestag
- 26.09.2023 → Georges Gershwin 125. Geburtstag
- 27.09.2021 → Engelbert Humperdinck 100. Todestag
- 28.09.2021 → Eugène Bozza 30. Todestag
- 28.09.2025 → Johann Peter Kellner 320. Geburtstag
- 29.09.2017 → Alexander Tscherepnin 40. Todestag
- 29.09.2018 → Aarre Merikanto 60. Todestag
Uraufführungen im September
Anzeige

