Samuel Barber war einer der gefeiertsten amerikanischen Komponisten des 20. Jahrhunderts. Er wurde am 9. März 1910 in West Chester, Pennsylvania, in eine gut situierte Familie geboren, in der Musik eine bedeutende Rolle spielte. Sein Vater war Arzt, seine Mutter Pianistin, sein Onkel war selbst auch Komponist und seine Tante eine bekannte Altistin, durch die er später die Bekanntschaft mit einigen bedeutenden Sängern machte. Auch sein besonderes Interesse für Gesang war durch sie entscheidend beeinflusst. Samuels musikalische Zielsetzung war schon früh ausgeprägt: Bereits mit sieben Jahren schrieb er seiner Mutter in einem Brief, dass es seine Bestimmung sei, Komponist zu werden und nicht Athlet oder Footballspieler. Seine erste Komposition, Sadness – ein 23taktiges Klavierstück in c-Moll, entstand in eben diesem Alter. Mit zehn Jahren versuchte er, seine erste Oper – The Rose Tree – zu schreiben. Mit 14 Jahren ging er an das Curtis Institute of Music in Philadelphia. Dort studierte er Klavier bei Isabelle Vengerova, Komposition bei George Frederick Boyle und Gesang bei Emilio de Gogorza. Barber wurde rasch zu einem der Lieblingsschüler der Institutsgründerin Mary Louise Curtis Bok, die später die Verbindung zur Familie Schirmer herstellte, in deren Verlag Barbers Werke zeitlebens erschienen. Nicht zuletzt fand Barber dort auch in seinem Schulkameraden Gian Carlo Menotti den Partner sowohl für sein Leben als auch für seine berufliche Zusammenarbeit. Menotti verfasste die Texte und Libretti zu zahlreichen Werken Barbers. Im Alter zwischen 20 und 30 Jahren verfasste Barber eine Fülle von Kompositionen, die ihn in den Fokus der klassischen Musikszene brachten. Viele seiner Kompositionen waren Auftragswerke berühmter Interpreten wie Vladimir Horowitz, Leontyne Price, Francis Poulenc oder auch Dietrich Fischer-Dieskau oder wurden von diesen uraufgeführt. 1935 erhielt Barber den American Prix de Rome, 1941 wurde er in die American Academy of Arts and Letters aufgenommen und 1961 in die Amercan Academy of Arts and Sciences. 1958 erhielt er erstmal einen Pulitzer Preis für die Oper Vanessa und 1963 einen zweiten für sein Klavierkonzert. 1938 entstand sein berühmtes Adagio for Strings, das so populär wurde, dass seine übrigen Werke dadurch stark in den Hintergrund des Interesses gerieten. Sein bedeutendstes Werk daneben ist die Oper Vanessa nach einem Libretto von Menotti, uraufgeführt am 15. Januar 1958 an der Metropolitan Opera. Barber pflegte einen als neo-romantisch bezeichneten Stil. Seine einzige Auseinandersetzung mit der Zwölftonmusik ist seine mit Höchstschwierigkeiten gespickte Klaviersonate op. 26. Der Misserfolg seiner dritten Oper Antony and Cleopatra (1966) veranlasste ihn zu einer mehrjährigen Auszeit in Europa. In der Folge litt er unter Alkoholproblemen und Depressionen, er komponierte aber weiterhin bis kurz vor seinem Tod. Sein letztes größeres Werk war Third Essay für Orchester (1978). Er starb am 23. Januar 1981 in New York an einem Krebsleiden.
»Samuel Barber: Biographie und Einspielungen«
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