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Meldung vom 17.06.2026

Hinweis im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit sowie der orthographischen und grammatikalischen Korrektheit wird auf die Praxis der verkürzten geschlechterspezifischen Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung gleichermaßen für alle Geschlechter.

Ein Tag für Jascha Horenstein

Die Deutsche Oper am Rhein erinnert an ihren ehemaligen Generalmusikdirektor

Geschichte wird lebendig und bedeutsam für die Gegenwart, wenn die Deutsche Oper am Rhein am Sonntag, 21. Juni 2026, an Jascha Horenstein erinnert: Der herausragende Dirigent war Generalmusikdirektor des Opernhauses Düsseldorf, bis ihn die Nationalsozialisten 1933 gewalt­sam aus dem Amt und aus Düsseldorf verjagten. Drei Veranstaltungen und ein 8-minütiger Dokumentarfilm beleuchten Leben und Werk Horensteins und verbinden ihn mit unserer Zeit.

Matineekonzert - Vorstellung "Wozzeck" - Podiumsgepräch

Um Jascha Horenstein dem Vergessen zu entreißen, lädt die Deutsche Oper am Rhein gemeinsam mit ihren Partnern – der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf, der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, dem Stadtarchiv Düsseldorf und dem Theatermuseum Düsseldorf – am 21. Juni 2026 zu drei Veranstaltungen ins Opernhaus Düsseldorf ein: Rund um die Vorstellung von Alban Bergs Oper Wozzeck um 15.00 Uhr widmen sich ein Kammerkonzert von Studierenden der Robert Schumann Hochschule (11.00 Uhr) und ein Gespräch zwischen dem Dirigenten Axel Kober und Dr. Wolfram Goertz, Musikredakteur der Rheinischen Post (17.00 Uhr), dem Leben und Wirken des ehemaligen Generalmusik­direktors. Parallel zu den drei Veranstaltungen wird ein 8-minütiger Film von Jo Alex Berg auf der Website der Deutschen Oper an Horenstein und seine Bedeutung für Düsseldorf und die Welt der Musik erinnern.

Verbindung von Tradition und Zukunft

Geboren 1898 in Kiew, geprägt durch Studien in Wien und frühe Erfolge im musikalischen Berlin an der Seite von Wilhelm Furtwängler, ging Jascha Horenstein 1928 als Erster Kapellmeister an das Düsseldorfer Opernhaus. Bereits ein Jahr später übernahm er hier das Amt des Generalmusikdirektors. Gemeinsam mit dem Generalintendanten Walter Bruno Iltz ermöglichte Horenstein hier Musiktheater, das sich bewusst der Moderne öffnete. Er förderte Komponisten wie Alban Berg, Kurt Weill oder Igor Strawinsky und setzte ihre Werke ganz selbstverständlich auf den Düsseldorfer Spielplan. 1930 dirigierte er die Düsseldorfer Erstauf­führung von Wozzeck im Beisein des Komponisten Alban Berg, der ihm höchste Anerkennung zollte. Dabei war Horenstein ein Dirigent, der Tradition und Zukunft miteinander verband: Als Interpret von Gustav Mahler und Anton Bruckner setzte er Maßstäbe, während er sich mit gleicher Intensität und Begeisterung für die Musik seiner Gegenwart einsetzte.

Flucht aus Deutschland

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde Jascha Horenstein, jüdischer Herkunft und entschiedener Gegner politischer Einflussnahme auf die Kunst, aus seinem Amt gedrängt und zur Emigration gezwungen. Eine Aufführung von Beethovens Fidelio im März 1933 sollte seine letzte im Opernhaus Düsseldorf werden: Sie wurde von SA-Männern gestört, Horenstein flüchtete in der Pause unerkannt aus dem Opernhaus, emigrierte aus Deutschland und kehrte nie wieder nach Düsseldorf zurück.

Die Veranstaltungen am Sonntag, 21. Juni, im Opernhaus Düsseldorf:

Matineekonzert von Studierenden der Robert Schumann-Hochschule Düsseldorf

Sonntag, 21. Juni, 11.00Uhr, Rangfoyer des Opernhauses Düsseldorf

Wien – Berlin – Düsseldorf: Eine musikalische Hommage an Jascha Horenstein

Studierende der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf ehren Horenstein, den großen Förderer zeitgenössischer Musik, mit diesem Matineekonzert: Mit Musik von Ernst Krenek, Igor Strawinsky und Alban Berg wird die klangliche Aufbruchsstimmung der Zwischenkriegszeit lebendig, während Franz Schubert und Ludwig van Beethoven jene Tradition verkörpern, die Horensteins Arbeit ebenso bestimmte. Ein Konzert als klingende Erinnerung – und als Echo eines Dirigenten, der Musik stets als lebendigen Dialog verstand.

Tickets für 13,– € / ermäßigt 6,50 € im Opernshop Düsseldorf, Tel. 0211.89 25 211 und www.operamrhein.de.

Vorstellung Wozzeck

Sonntag, 21. Juni 2026, 15.00 Uhr, Opernhaus Düsseldorf

Im Zentrum des Programms zu Fokus: Jascha Horenstein steht die Vorstellung von Alban Bergs Wozzeck in der Inszenierung von Stefan Herheim mit Weltstar Bo Skovhus, der die Titelrolle schon in der gefeierten Premiere 2017/18 verkörperte und nun als Wozzeck an die Deutsche Oper am Rhein zurückkehrt.

Jascha Horenstein dirigierte am 10. April 1930 die Düsseldorfer Erstaufführung von Wozzeck in Anwesenheit von Alban Berg, der sich im Anschluss enthusiastisch äußerte.

Tickets im Opernshop Düsseldorf, Tel. 0211.89 25 211 und www.operamrhein.de.

Podiumsgespräch Jascha Horenstein – Leben und Werk

Dr. Wolfram Goertz und Axel Kober im Gespräch über ausgewählte Aufnahmen des Dirigenten

Sonntag, 21. Juni 2026, 17.00 Uhr, Rangfoyer des Opernhauses Düsseldorf

Im Anschluss an die Vorstellung Wozzeck folgt um 17.00 Uhr im Foyer ein Podiumsgespräch zwischen Axel Kober, dem langjährigen Generalmusikdirektor der Deutschen Oper am Rhein, und Dr. Wolfram Goertz, Musikredakteur der Rheinischen Post. Sie beleuchten Leben und Werk Jascha Horensteins unter besonderer Berücksichtigung seiner zahlreichen Tonaufnahmen. Eintritt frei.

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