Am 5. November 1989 starb in New York einer der größten Pianisten des 20. Jahrhunderts - der 1904 in Kiew geborene Vladimir Horowitz. Sein Vater war Elektroingenieur, seine Mutter ausgebildete Pianistin und von ihr erhielt er den ersten Unterricht. Seine Ausbildung am Konservatorium seiner Heimatstadt beendete er mit zahlreichen Auszeichnungen und Preisen 1920 und konzertiert anschließend mehrere Jahre in allen Teilen der damaligen Sowjetunion. 1925 verläßt er die UdSSR und gibt erste Konzerte in Deutschland, die er selbst organisieren muss, da er hierzulande und auch in anderen europäischen Metropolen noch völlig unbekannt ist. Doch der Erfolg kommt schnell und 1928 debütiert er in den USA unter der Leitung von Sir Thoma Beecham. Auch seine erste Schallplatte entsteht in diesem Jahr. Nach mehrjährigem Aufenthalt in Paris übersiedelt er 1939 endgültig in die USA. Seine aufreibende Konzerttägtigkeit wird immer wieder von Phasen des Rückzugs unterbrochen, so auch ab 1953, wo er sich vom Konzertleben für 12 Jahr zurückzieht. Ab 1965 tritt er auch wieder öffentlich auf, doch wer ihn im Konzert erleben will muss in den nächsten 15 Jahren dafür nach New York reisen. Ab 1980 ist er dann wieder bereit, in Paris, London oder Mailand aufzutreten, vom Publikum frenetisch gefeiert. Sogar die alte Heimat besucht er 1986 und gibt Konzerte im damaligen Leningrad und in Moskau. Das musikbegeisterte Publikum in Japan hat Gelegenheit, den gefeierten Pianisten auf einer Tournee zu erleben, wenige Jahre vor seinem Tod im November 1989. Sein künstlerisches Vermächtnis ist auf zahlreichen Tonträgern und DVDs verfügbar und gehört für Klavierenthusiasten zu den Referenz-Aufnahmen.
»Vladimir Horowitz: Biographie und Einspielungen«
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