Der Cellist Julius Berger, renommierter Interpret, Dozent, Musikforscher und Herausgeber von Urtext-Ausgaben, feiert am 20. Oktober seinen 70. Geburtstag. Seine Studien absolvierte er an der Hochschule für Musik und Theater in München bei Walter Reichardt und Fritz Kiskalt, am Mozarteum Salzburg bei Antonio Janigro, dessen Assistent er von 1979 bis 1982 war, und an der University of Cincinnati bei Zara Nelsova sowie als Schüler von Mstislav Rostropowitsch. Mit 28 Jahren wurde er an die Musikhochschule Würzburg berufen und war damit einer der jüngsten Professoren Deutschlands. Seine Laufbahn war reich an musikalischen Höhepunkten – insbesondere an Ur- und Erstaufführungen zeitgenössischer Werke von international gefeierten Komponistinnen und Komponisten wie Adriana Hölsky, Manuela Kerer, Krzysztof Meyer, Wilhelm Killmayer, Johannes X. Schachtner oder Hong Jun Seo. Zusammen mit seiner Ehefrau Hyun-Jung spielte er 2014 die Uraufführung von Sofia Gubaidulinas Zwei Wege für zwei Violoncelli und Orchester beim Seoul International Festival und ein Jahr später die deutsche Erstaufführung in gleicher Besetzung beim Beethovenfest Bonn. Aber auch mit den großen Standardwerken für sein Instrument von J.S. Bach, Ludwig van Beethoven und Johannes Brahms hat sich Julius Berger als Interpret, Kammermusiker und Dozent intensiv beschäftigt und sein Wissen in der von ihm initiierten Reihe „Von der Idee zum Werk“ an der Universität Augsburg der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Daneben hat er durch die Wiederentdeckung und Weltersteinspielung der Sonaten und Konzerte von Luigi Boccherini und Leonardo Leo sowie noch älterer Werke für Violoncello solo von Domenico Gabrielli (1659-1690) und Giovanni Battista degli Antonii (1636-1698) das Repertoire für sein Instrument bereichert (CD Julius Berger – Birth of the Cello, Solo Musica). Seine intensive musikalische Auseinandersetzung mit dem Werk von Komponisten aus mehreren Jahrhunderten ist auf zahlreichen Tonträgern dokumentiert (u.a. Challenge, Wergo, Nimbus, Ebs, Solo Musica, cpo). Die jüngste Produktion, Psalmen im Dialog mit Musik von Ernest Bloch, mit dem Titel „Warum toben die Völker“ erschien am 4. Oktober 2024 bei Arcantus. Julius Berger, der ein Cello von Andrea Amati, Carlo IX. von 1566 spielt, wurde 2009 zum ordentlichen Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz berufen. Seine Begegnungen und Erinnerungen an „die Lehrer meines Lebens“ hat er in einem kleinen Buch mit dem Titel „Ja, Cello!“ zusammengefasst, das demnächst beim Schott-Verlag Mainz erscheint. Anlässlich seines 70. Geburtstags darf man Julius Berger weiterhin alles Gute wünschen und ihm zu seiner beeindruckenden Lebensleistung gratulieren.
»Julius Berger: Biographie und Einspielungen«
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- 24.04.2020 → UA vor 220 Jahren: J. Haydn, Die Jahreszeiten
- 27.04.2016 → UA vor 90 Jahren: G. Puccini, Turandot
- 27.04.2017 → UA vor 150 Jahren: Ch. Gounod, Roméo et Juliette
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