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Komponisten mit Lebensdaten insgesamt: 3376

Pavel Haas

* 21.06.1899 Brünn
† 17.10.1944 Auschwitz

Pavel Haas, am 21. Juni 1899 als Sohn eines jüdischen Schuhmachers in Brünn geboren, ging 1913 an die Musikschule der „Beseda Brněnská“ in Brünn, wo er bis 1916 in Klavier und Musiktheorie unterrichtet wurde. Bereits in dieser Zeit entstanden seine ersten Kompositionen. 1917 wurde er als Soldat zur k.u.k. Armee eingezogen. Erst 1919 konnte er seine Ausbildung an dem vom Leoš Janáček neu gegründeten Brünner Konservatorium fortsetzen. Von 1920 bis 1922 studierte er Komposition in der Meisterklasse von Leoš Janáček. Er gilt als dessen bedeutendster Schüler. Zunächst arbeitete Haas im Schuhgeschäft seines Vaters und kurze Zeit auch als Opernkorrepetitor in Brünn und Saarbrücken. Über seinen Bruder Hugo, einen erfolgreichen Schauspieler, gelangte er ans Brünner Theater, für das er in den 1920er Jahren einige Bühnenmusiken komponierte. In den 1930er Jahren schuf Haas dann Musik für Filme, in denen sein Bruder mitwirkte. Ab 1935 war er Privatlehrer an der Hochschule in Brünn und freischaffender Komponist mit Auftragswerken für renommierte Ensembles. Nach Janáčeks Tod wurde Haas 1929 Nachfolger als Vorsitzender des Mährischen Komponistenverbands. Am 15. März 1939 marschierten die deutschen Truppen in der Tschechoslowakei ein, bald darauf wurde Haas’ Musik wegen seiner jüdischen Abstammung verboten, er selbst erhielt Berufsverbot. Am 2. Dezember 1941 wurde er ins KZ Theresienstadt deportiert, wo er mit anderen Komponisten (Hans Krása, Victor Ullmann) zusammentraf. Die unerträglichen Lagerbedingungen lähmten sein künstlerisches Schaffen völlig. Der Pianist Gideon Klein konnte ihn schließlich wieder zu musikalischem Schaffen anregen. Von seinen mindestens acht Kompositionen aus dieser Zeit haben sich nur drei erhalten: die Studie für Streichorchester, die Vier Lieder nach Worten chinesischer Poesie und Al S'fod. Nach der Propagandaaktion der Besichtigung des „Vorzeigelagers“ durch das Internationale Rote Kreuz am 23.6.1944 untersagten die Nazis schließlich alle künstlerischen Aktivitäten und deportierten am 16. Oktober viele Künstler in das Vernichtungslager Auschwitz, unter ihnen auch Pavel Haas, wo er an einem der darauffolgenden Tage ermordet wurde. Seine Musik geriet zunächst in Vergessenheit und wurde erst 50 Jahre später Zug um Zug wiederentdeckt.

Diskographie [4] Werke [3]

Diskographie aktuelle Auswahl: 4

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A 20th-Century Recital

2023;7318599920238
zur Besprechung
Der aus Moskau stammende Alexei Ogrintchouk ist zur Zeit Solo-Oboist des Concertgebouw Orkest Amsterdam. Werke für Oboe und Klavier gehören vielleicht nicht unbedingt zum Kernbereich ständig aufgeführter Kammermusik, bieten gleichwohl aber immer ...

BIS 2023 • 1 CD/SACD stereo/surround • 65 min.

26.06.14 [8 8 8]

R.R. Bennett • B. Britten • P. Haas • F. Poulenc • M. Dranishnikova

CLCL 106;4260113461068
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Beide Interpreten auf dieser CD vertreten eine junge, sehr talentierte Künstlergeneration des Geburtsjahrganges 1975. Gemessen an der Anzahl der von ihnen gewonnenen Wettbewerbe, Preise und Prämien haben der Russe Pavel Sokolov (Oboe) und die ...

Classicclips CLCL 106 • 1 CD • 64 min.

05.11.08 [8 8 8]

Plays & Operas for the Radio

Edition RadioMusiken Vol. 3

777 839-2;0761203783922
zur Besprechung
Auch die dritte Folge der RadioMusiken - eine Co-Produktion der Staatsoperette Dresden mit MDR, Deutschlandradio und cpo - enthält wieder einige historische Fundstücke. Thema sind diesmal die um 1930 entstandenen musikalischen Funk- und Hörspiele, ...

cpo 777 839-2 • 2 CD • 137 min.

02.03.17 [10 10 10]

Theresienstädter Konzert

EigenArt 10390;4009850103905
zur Besprechung
Seit 1999 finden im saarländischen Merzig die „Theresienstädter Konzerte“ statt. In ihrem Zentrum stehen Werke von den Nationalsozialisten verfolgter Komponisten. Einige von ihnen waren im Konzentrationslager Theresienstadt inhaftiert – einem Lager, ...

EigenArt EigenArt 10390 • 1 CD • 32 min.

16.10.08 [7 6 7]

Bechsteinkonzert

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