Am 23. Juli jährt sich der Geburtstag des schwedischen Komponisten und Geigers Franz Adolf Berwald zum 225. Mal. Er wurde 1796 in Stockholm in eine Familie mit einer vier Generationen umspannenden musikalischen Tradition geboren. Sein Vater war Geiger und einst Schüler von Franz Benda in Berlin und unterrichtete seinen Sohn im Geigenspiel. Von 1812 bis 1828 war Berwald mit Unterbrechungen Violinist und Bratschist in der Hofkapelle am Königlichen Theater (heute Königliche Oper) in Stockholm. Er war vielseitig begabt und in der Lage, autodidaktisch zahlreiche Fähigkeiten zu entwickeln und diese mit Geschick den wechselnden Lebensumständen entsprechend erfolgreich einzusetzen. So bestritt er seinen Lebensunterhalt lange Zeit als Orthopäde sowie als Betriebsleiter einer Sägemühle und eines Glaswerkes. 1829 ging Berwald nach Berlin und gründete dort ein orthopädisches Institut. Die von ihm erfundenen orthopädischen Geräte wurden z.T. noch Jahrzehnte nach seinem Tod eingesetzt. 1841 reiste er nach Wien. Dort heiratete er seine Mitarbeiterin Mathilde Scherer und begann mit seinen bedeutendsten Kompositionen: vier Sinfonien und sinfonische Dichtungen. 1842 kehrte er nach Stockholm zurück. Erst 1864 jedoch wurde er Mitglied der Königlichen Musikakademie und erhielt 1867 – nach Intervention der Königlichen Familie – eine Professur als Kompositionslehrer. 1847 war Berwald zum Ehrenmitglied des Salzburger Mozarteums ernannt worden, 1866 hatte er den schwedischen Nordstern-Orden in Anerkennung seiner musikalischen Leistungen erhalten. Berwalds Werke waren in Schweden beim konservativen Publikum stets auf Ablehnung gestoßen, auch wenn sich viele bedeutende Musiker für sein Werk einsetzen. Er galt als arrogant und wenig umgänglich, was für die Akzeptanz seiner Musik nicht förderlich war. Viele seiner Werke wurden erst nach seinem Tod uraufgeführt. Die meisten seiner frühen Kompositionen sind verloren oder wurden von ihm selbst vernichtet. In den 1840er Jahren komponierte er überwiegend Orchestermusik, in den 1850er Jahren mehr Kammermusik. Zeitlebens versuchte sich Berwald als Opernkomponist, jedoch ohne Erfolg. Berwald starb am 3. April 1868 in Stockholm an einer Lungenentzündung. Etliche seiner Werke sind bei EMI unter Ulf Björlin erschienen.
»Franz Berwald: Biographie und Einspielungen«
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