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Komponisten: Aktuelle Infos

György Ligeti 20. Todestag

ungar. Komponist


Am 12. Juni 2026 jährt sich der Todestag des österreichisch-ungarischen Komponisten György Ligeti zum 20. Mal. Ligeti ist weltweit anerkannt als einer der führenden Komponisten der Moderne. Seine innovatorische Leistung liegt in der Entwicklung der Klangflächenkomposition durch sein Prinzip der Mikropolyphonie: in eine Vielzahl von Strukturen unterteilte Klänge, die ohne rhythmisches Profil und traditionelle Intervallcharaktere kontinuierlich gegeneinander verschoben werden. Sein musikalisches Schaffen umfasst wegweisende Werke für Orchester, Chor, Bühne sowie Kammer- und Klaviermusik. Die Gestaltung des Klangs und die Suche nach Alternativen zum temperierten System sind die wesentlichen Kennzeichen seiner vielfältigen kompositorischen Arbeiten. Ligeti war ein Abenteurer der Form und des Ausdrucks und ein großer Visionär der Neuen Musik. Sein faszinierend vielseitiges Werk nimmt in Hinsicht auf musikalische Qualität und kompromisslose Individualität eine Ausnahmestellung ein. Komplexe polyrhythmische Strukturen, experimentelle elektronische Musik, phonetische Experimente: Ligeti bewegte sich zeitlebens fernab ästhetischer Moden und Schulen. Ihn kennzeichneten frische und unorthodoxe Ideen, jeder Dogmatismus war ihm fremd, radikale Einschnitte prägen sein gesamtes Schaffen. Mit seinen phantastischen Ideen hat er nicht nur das Fachpublikum angesprochen. Die sinnliche Zugänglichkeit seiner Musik wirkt auf alle Hörer faszinierend und anregend. Biochemie, Chaosforschung, fraktale Geometrie, aus allem gewann der ursprünglich zum Physikstudium tendierende Ligeti Inspiration für neue Kompositionsprinzipien. Das 1961 entstandene Orchesterstück Atmosphères machte Ligeti schlagartig bekannt. Er verzichtet darin beinahe vollständig auf traditionelle melodische, harmonische und rhythmische Parameter und konzentriert sich auf Klänge mit ständig sich wandelnden Texturen. Nach seiner intensiven Arbeit im Studio für elektronische Musik des WDR in Köln in den 1950er und der Entwicklung der Mikropolyphonie in den 1960er Jahren wurde sein Personalstil in den 70ern einfacher und transparenter. Und wie um sich vorherrschenden musikalischen Tendenzen zu entziehen, waren auch wieder tonale Klänge zu hören. Sein einziges abendfüllendes Bühnenwerk Le Grand Macabre ist vom absurden Theater inspiriert und strotzt vor operettenhaftem Schalk und schwarzem Humor. Der Komponist wollte dem Publikum wieder zugänglich werden: „Bühnengeschehen und Musik sollten gefährlich-bizarr, ganz übertrieben, ganz verrückt sein.” Ligetis Leben und Werk sind eng verbunden mit Hamburg: In den sechziger Jahren wurden seine Kompositionen Aventures (1963) und Nouvelle Aventures (1966) in Hamburg konzertant uraufgeführt. Von 1973-1989 war er Professor für Komposition an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg und hat damit das Hamburger Musikleben entscheidend mitgeprägt. 1975 wurde er vom Senat mit dem Bach-Preis der Freien und Hansestadt Hamburg ausgezeichnet. Das häufig als Hauptwerk seiner zweiten Schaffenshälfte apostrophierte Le grand macabre erlebte an der Hamburgischen Staatsoper seine deutsche Erstaufführung 1978. Auch sein Trio für Violine, Horn und Klavier wurde 1982 in Bergedorf uraufgeführt. 1988 erhielt er auf Vorschlag des musikwissenschaftlichen Instituts einen Ehrendoktor der Universität. Ligeti hat hier ehrenamtlich Vorlesungen über Volksmusik aus Osteuropa abgehalten. Im selben Jahr ernannte ihn die Hamburger Musikhochschule zum Ehrensenator. Anlässlich seines 80. Geburtstags erhielt er 2003 vom Hamburger Senat die Medaille für Kunst und Wissenschaft, die höchste kulturelle Auszeichnung der Stadt.

»György Ligeti: Biographie und Einspielungen«

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Giovanni Paisiello 210. Todestag

ital. Komponist


Vor 210 Jahren, am 5. Juni 1816, ist der bedeutendste Komponist von Buffo-Opern gestorben: Giovanni Paisiello. Er wurde am 9. Mai 1740 in Tarent geboren und sollte eigentlich Rechtswissenschaft studieren. Im Alter von 13 Jahren trat er jedoch in das Konservatorium Sant' Onofrio in Neapel ein und schlug damit unter der Führung von Francesco Durante die Musikerlaufbahn ein. Zunächst komponierte er Kirchenmusik – Messen, Oratorien, Psalmen und andere Werke –, hatte aber 1763 nach der Aufführung eines „dramatischen Intermezzo“ am Konservatorium schnell wachsenden Erfolg als Komponist von Buffo-Opern. Mit dem Erfolg von L'idolo Cinese 1767 in Neapel wurde er schließlich zu einem der anerkanntesten Komponisten Italiens und war bald neben Domenico Cimarosa als Opernkomponist in Europa nahezu konkurrenzlos. 1776 folgte er dem Ruf der Zarin Katharina II. nach St. Petersburg als Opernkapellmeister. Auf seiner Rückreise nach Neapel 1784 machte er Halt in Wien, wo er ein zweites mit Mozart zusammentraf. In Neapel leitete er schließlich die Hofkapelle von König Ferdinand IV. 1802 übersiedelte er nach Paris und übernahm die Leitung der Kapelle Napoleons, kehrte jedoch bereits ein Jahr später wieder nach Neapel zurück, wo er seine alte Stelle wieder antreten konnte. Als die Bourbonen im Jahr 1815 die Herrschaft wieder antraten, verlor er seine Stelle und seine Nebeneinkunftsmöglichkeiten und starb am 5. Juni 1816 in ärmlichen Verhältnissen. Mit seinen über 100 Opern, von denen bis heute Il mondo al rovescio (1764), Il Barbiere di Siviglia (1782), La molinara (1788) und Nina pazza per amore (1789) noch am bedeutendsten sind, hat Paisiello vor allen Dingen Mozart stark beeinflusst. Sein Gesamtwerk beinhaltet aber auch ein Passionsoratorium, ein Weihnachtspastorale, zwei Requien, drei große Orchestermessen, etwa 30 kleinere vierstimmige Messen und ein doppelchöriges Te Deum sowie acht Klavierkonzerte, zwölf Klavierquartette, sechs Streichquartette, eine Sonate, ein Konzert für Harfe und zwölf Orchestersinfonien.

»Giovanni Paisiello: Biographie und Einspielungen«

Carl Maria von Weber 200. Todestag

dt. Komponist


Am 18. November 1786 wurde der „Begründer der deutschen Oper“ Carl Maria von Weber in Eutin geboren, vor 200 Jahren, am 5. Juni 1826, ist er in London gestorben. Er war der Sohn eines Wanderschaustellers, W.A. Mozarts Frau Constanze war seine Cousine. Seine musikalische Begabung zeigte sich sehr früh. Er wurde als Pianist und Sänger ausgebildet und hatte Kompositionsunterricht bei Michael Haydn und Abbé Vogler. Dieser verschaffte ihm auch seine erste Kapellmeisterstelle in Breslau. 1806 trat er als Musikintendant, Sekretär und Musiklehrer in die Dienste des württembergischen Hofes. 1810 verlor er durch das Verschulden des Vaters Amt und Ansehen und wurde des Landes verwiesen. Bei Abbé Vogler bildete er sich in Darmstadt weiter zum Komzertpianisten aus und ging erfolgreich auf Konzertreisen durch Deutschland. 1813 wurde er Operndirektor in Prag, 1816 wurde ihm die Einrichtung und Leitung der deutschen Opern in Dresden angetragen. Hier schuf er seine drei bedeutendsten deutschen Opern Der Freischütz (18219, Euryanthe (1823) und Oberon (1826), die ihre Uraufführungen jedoch nicht in Dresden erlebten. Zur Premiere von Oberon war er eigens nach London gereist, wo er rasch und unerwartet seinem Lungenleiden erlag. Mit diesen Opern war es Weber gelungen, die Vorherrschaft der italienischen Oper in Deutschland abzulösen. Mit seinem volkstümlichen, romantischen Gesamtton, neuen, faszinierenden Klangfarbenmischungen und der Einführung von Leit- und Erinnerungsmotiven übte er maßgeblichen Einfluss auf Wagner aus. Seine Instrumentalkompositionen sind trotz aller effektvollen Brillanz fast gänzlich hinter der Bedeutung seiner Opern in den Hintergrund getreten. Am bekanntesten sind bis heute das Konzertstück f-Moll (1821), das Concertino für Klarinette (1811), die Jubel-Ouvertüre (1819, Ouvertüre zu Turandot) und vor allem Aufforderung zum Tanz (1819).

»Carl Maria von Weber: Biographie und Einspielungen«

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