Vor 210 Jahren, am 5. Juni 1816, ist der bedeutendste Komponist von Buffo-Opern gestorben: Giovanni Paisiello. Er wurde am 9. Mai 1740 in Tarent geboren und sollte eigentlich Rechtswissenschaft studieren. Im Alter von 13 Jahren trat er jedoch in das Konservatorium Sant' Onofrio in Neapel ein und schlug damit unter der Führung von Francesco Durante die Musikerlaufbahn ein. Zunächst komponierte er Kirchenmusik – Messen, Oratorien, Psalmen und andere Werke –, hatte aber 1763 nach der Aufführung eines „dramatischen Intermezzo“ am Konservatorium schnell wachsenden Erfolg als Komponist von Buffo-Opern. Mit dem Erfolg von L'idolo Cinese 1767 in Neapel wurde er schließlich zu einem der anerkanntesten Komponisten Italiens und war bald neben Domenico Cimarosa als Opernkomponist in Europa nahezu konkurrenzlos. 1776 folgte er dem Ruf der Zarin Katharina II. nach St. Petersburg als Opernkapellmeister. Auf seiner Rückreise nach Neapel 1784 machte er Halt in Wien, wo er ein zweites mit Mozart zusammentraf. In Neapel leitete er schließlich die Hofkapelle von König Ferdinand IV. 1802 übersiedelte er nach Paris und übernahm die Leitung der Kapelle Napoleons, kehrte jedoch bereits ein Jahr später wieder nach Neapel zurück, wo er seine alte Stelle wieder antreten konnte. Als die Bourbonen im Jahr 1815 die Herrschaft wieder antraten, verlor er seine Stelle und seine Nebeneinkunftsmöglichkeiten und starb am 5. Juni 1816 in ärmlichen Verhältnissen. Mit seinen über 100 Opern, von denen bis heute Il mondo al rovescio (1764), Il Barbiere di Siviglia (1782), La molinara (1788) und Nina pazza per amore (1789) noch am bedeutendsten sind, hat Paisiello vor allen Dingen Mozart stark beeinflusst. Sein Gesamtwerk beinhaltet aber auch ein Passionsoratorium, ein Weihnachtspastorale, zwei Requien, drei große Orchestermessen, etwa 30 kleinere vierstimmige Messen und ein doppelchöriges Te Deum sowie acht Klavierkonzerte, zwölf Klavierquartette, sechs Streichquartette, eine Sonate, ein Konzert für Harfe und zwölf Orchestersinfonien.
Am 18. November 1786 wurde der „Begründer der deutschen Oper“ Carl Maria von Weber in Eutin geboren, vor 200 Jahren, am 5. Juni 1826, ist er in London gestorben. Er war der Sohn eines Wanderschaustellers, W.A. Mozarts Frau Constanze war seine Cousine. Seine musikalische Begabung zeigte sich sehr früh. Er wurde als Pianist und Sänger ausgebildet und hatte Kompositionsunterricht bei Michael Haydn und Abbé Vogler. Dieser verschaffte ihm auch seine erste Kapellmeisterstelle in Breslau. 1806 trat er als Musikintendant, Sekretär und Musiklehrer in die Dienste des württembergischen Hofes. 1810 verlor er durch das Verschulden des Vaters Amt und Ansehen und wurde des Landes verwiesen. Bei Abbé Vogler bildete er sich in Darmstadt weiter zum Komzertpianisten aus und ging erfolgreich auf Konzertreisen durch Deutschland. 1813 wurde er Operndirektor in Prag, 1816 wurde ihm die Einrichtung und Leitung der deutschen Opern in Dresden angetragen. Hier schuf er seine drei bedeutendsten deutschen Opern Der Freischütz (18219, Euryanthe (1823) und Oberon (1826), die ihre Uraufführungen jedoch nicht in Dresden erlebten. Zur Premiere von Oberon war er eigens nach London gereist, wo er rasch und unerwartet seinem Lungenleiden erlag. Mit diesen Opern war es Weber gelungen, die Vorherrschaft der italienischen Oper in Deutschland abzulösen. Mit seinem volkstümlichen, romantischen Gesamtton, neuen, faszinierenden Klangfarbenmischungen und der Einführung von Leit- und Erinnerungsmotiven übte er maßgeblichen Einfluss auf Wagner aus. Seine Instrumentalkompositionen sind trotz aller effektvollen Brillanz fast gänzlich hinter der Bedeutung seiner Opern in den Hintergrund getreten. Am bekanntesten sind bis heute das Konzertstück f-Moll (1821), das Concertino für Klarinette (1811), die Jubel-Ouvertüre (1819, Ouvertüre zu Turandot) und vor allem Aufforderung zum Tanz (1819).