Der Dirigent Jonathan Nott wurde am 25. Dezember 1962 im englischen Solihull geboren. Sein Vater war Priester an der Kathedrale zu Worcester. Die musikalische Grundausbildung erhielt er am St. John's College in Cambridge und am Royal Northern College of Music in Manchester, wo er Gesang und Flöte studierte. Erste Erfahrungen als Dirigent sammelte er als Student in London. Zum weiteren Dirigierstudium ging er nach Deutschland. 1988 gab er sein Debüt als Dirigent beim Opernfestival in Battignano. Im folgenden Jahr wurde er Kapellmeister an der Oper Frankfurt und wechselte 1991 als Erster Kapellmeister an das Hessische Staatstheater Wiesbaden. In der Saison 1995/1996 fungierte er dort auch übergangsweise als Generalmusikdirektor. Danach ging er in die Schweiz und wurde Musikdirektor am Theater Luzern. Von 1997 bis 2002 hatte er gleichzeitig auch die Position als Chefdirigent des Luzerner Sinfonieorchesters inne. Während dieser Zeit leitete er von 2000 bis 2003 auch das von Pierre Boulez gegründete Ensemble InterContemporain. Nach wie vor ist er in beiden Orchestern gern gesehener Gastdirigent. Als Leiter des Ensmble InterContemporain brachte er zahlreiche zeitgenössische Werke u.a. von Brian Ferneyhough, Helmut Lachenmann, Aribert Reimann, Jörg Widmann, Wolfgang Rihm, Bruno Mantovani oder Mark-Anthony Turnage zur Uraufführung. Für die Gesamtaufnahme der Werke György Ligetis bei Teldec spielte Nott einige Werke mit den Berliner Philharmonikern ein. Von 2000 bis 2016 war Jonathan Nott Chefdirigent der Bamberger Symphoniker – Bayerische Staatsphilharmonie. Zusammen mit dem Orchester war er Gast bei zahlreichen bedeutenden Musikfestivals und unternahm ausgedehnte Tourneen durch ganz Europa, nach China und mehrfach nach Japan, Südamerika und in die USA. Aus Anlass des Jubiläums „1000 Jahre Bistum Bamberg“ gab Jonathan Nott mit den Bamberger Symphonikern ein Konzert in der Päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo zu Ehren von Papst Benedikt XVI. Ab 2004 war Jonathan Nott mehrfach Präsident des internationalen „Bamberger Symphoniker Gustav-Mahler-Dirigentenwettbewerbs“, der alle drei Jahre stattfindet. 2014 wurde Jonathan Nott Erster Dirigent der Jungen Deutschen Philharmonie. Sein ursprünglicher Vertrag bis 2020 wurde sogar bis zum 50jährigen Jubiläum des Orchesters 2024 verlängert. Gleichzeitig übernahm er 2014 auch die Stelle des Musikdirektors des Tokyo Symphony Orchestra. Auch dieser Vertrag wurde bereits bis 2026 verlängert. Schließlich ist Jonathan Nott seit 2017 auch Musikdirektor und Künstlerischer Leiter des Orchestre de la Suisse Romande. Sein Schaffen ist auf zahlreichen CD-Einspielungen dokumentiert. Auch als Gastdirigent ist Jonathan Nott seit den 1990er Jahren mit nahezu allen großen Sinfonieorchestern Europas und der USA aufgetreten. Eine Reihe von Auszeichnungen repräsentieren seine internationale Reputation. Unter anderem erhielt der den Kulturpreis Bayern und den Internationalen Schallplattenpreis „Toblacher Komponierhäuschen“ 2009, einen MIDEM Classical Award 2010, den Bayerischen Verdienstorden sowie den Goldenen Ehrenring der Stadt Bamberg 2011. Zu seinem 60. Geburtstag 2022 darf man dem Künstler von Herzen gratulieren und ihm weiterhin viel Erfolg und gutes Gelingen in all seinen künstlerischen Vorhaben wünschen.
»Jonathan Nott: Biographie und Einspielungen«
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