Zu den bedeutendsten Klaviergrößen des 20. Jahrhunderts zählt zweifellos der russische Pianist Nikita Magaloff. Er wurde am 21. Februar 1912 in Sankt Petersburg geboren. Seine Familie verließ Russland 1918 infolge der Oktoberrevolution und wich erst nach Finnland aus, bevor sie sich vier Jahre später endgültig in Paris niederließ. Am Pariser Konservatorium studierte Magaloff Klavier (u.a. bei Alexander Siloti, einem Schüler von Franz Liszt) und Komposition bei Sergei Prokofieff, der Russland ebenfalls verlassen hatte. Während seines Studiums lernte er auch Maurice Ravel kennen, der ihn sehr förderte und ermutigte, sich mit zeitgenössischer Klaviermusik zu befassen. Das Studium schloss Magaloff 1929 ab. Auch wenn er sich sehr um Werke von Strawinsky verdient gemacht hat, machte sich Magaloff ab 1937 einen Namen vor allem wegen seiner Chopin- und Mozart-Interpretationen. Magaloff spielte er Erster sämtliche Chopin-Werke ein und spielte sie auch gerne vollständig in Zyklen von sechs Konzerten. Dabei benutzte er stets die handschriftlichen Versionen der Walzer anstelle der sonst üblichen Ausgabe von Julian Fontana. Seine erfolgtreiche Konzerttätigkeit führte ihn um die ganze Welt und zu regelmäßigen Gastspielen bei den Festspielen in Salzburg, Edinburgh, Berlin, Zürich und Lausanne. 1949 übernahm Magaloff von seinem Freund Dinu Lipati die Meisterklasse am Konservatorium in Genf, als dieser aus gesundheitlichen Gründen die Klasse abgeben musste. Lipati starb ein Jahr später im Alter von nur 33 Jahren. Magaloff übte die regelmäßige Lehrtätigkeit bis 1960 aus, dann hielt er nur noch gelegentlich Meisterklasse ab soweit dies seine weltweite Konzerttätigkeit in den USA, Südamerika, Japan, Israel, Südafrika, Europa, Russland und Skandinavien und seine Tätigkeit als Juror bei verschiedenen internationalen Klavierwettbewerben dies zuließ. Auch als Kammermusikpartner war Nikita Magaloff begehrt. So spielte er zusammen mit Klara Haskil und vor allem mit dem ungarischen Geiger Joseph Szigeti, dessen Tochter Irene er heiratete. Nikita Magaloff starb am 26. Dezember 1992 in Vevey in der Schweiz. Zu seinen bekanntesten Schülerinnen zählen Martha Argerich, Maria Tipo und Ingrid Haebler sowie Vaerly Sigalevitch und der Organist Lionel Rogg.
»Nikita Magaloff: Biographie und Einspielungen«
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