Der italienische Komponist Domenico Cimarosa war einer der wichtigsten Vertreter der italienischen komischen Oper im 18. Jahrhundert. Er wurde am 17. Dezember 1749 in Aversa bei Neapel als Sohn eines Maurers und einer Wäscherin geboren. Seine Eltern starben, als er noch Kind war. Er besuchte die Armenschule der Minoriten in Neapel und fiel durch sein besonderes musikalisches Talent auf. Er war ein guter Sänger. Auf Vermittlung des Organisten Padre Polcano wurde der junge Cimarosa am Konservatorium Santa Maria di Loreto in Neapel aufgenommen und erhielt dort Unterricht in Geige, Cembalo und Orgel. Anschließend studierte er weiter bei Niccolò Vito Piccinni. 1772 feierte Cimarosa in Neapel sein erfolgreiches Debüt als Opernkomponist mit der Oper Le stravaganze del conte – 15 Jahre später beherrschte er mit 20 Werken das Repertoire aller größeren Bühnen Italiens. Nachdem die Lokalmatadoren Piccinni nach Paris und Paisiello St. Petersburg abgewandert waren, wuchs Cimarosas Ruhm ab 1776 stetig. Le stravaganze de conte wurde 1777 erstmals in Rom und 1781 in Venedig aufgeführt. 1787 trat er die Nachfolge Paisiellos als Kapellmeister am Hof Katharinas II. in St. Petersburg an. Vier Jahre später trat er in die Dienste Kaiser Leopolds II. in Wien als Nachfolger Salieris. Ein Jahr später erlebte seine bis heute erfolgreichste Oper ihre Uraufführung am 7. Februar 1792: Il matrimonio segreto. Der Erfolg war so umwerfend, dass die Oper noch am selben Abend der Uraufführung wiederholt werden musste und den Kaiser veranlasste, das gesamte Ensemble noch vor der Wiederholung zum Essen einzuladen. 1793 kehrte Cimarosa nach Neapel zurück, wo es die Oper allein dort in einer Spielzeit zu 67 Aufführungen brachte. Wegen Beteiligung am neapolitanischen Aufstand 1798 ließ Napoleon Cimarosa zum Tod verurteilen. Auf die Fürsprache des Kaisers von Österreich hin wurde Cimarosa begnadigt und verbannt. Er begab sich nach Venedig, wo er am 11. Januar 1801 starb. Cimarosa schrieb rund 75 Opern – u.a. L'Italiana in Londra (1778), Giannina e Bernadone (1782), La ballerina amante (1782), L'olimpiade (1784), Le trame deluse (1786), L'impresario in angustie (1786), I Traci amanti (1793), Le astuzie femminili (1794) –, mehrere Messen und andere Kirchenmusiken, Kantaten, 5 Oratorien und ein erst im 20. Jh. wiederentdecktes Oboenkonzert. Als einer der bedeutendsten Meister der neapolitanischen Schule erlangte Domenico Cimarosa zu Lebzeiten ein ähnliches Ansehen wie später Rossini.
»Domenico Cimarosa: Biographie und Einspielungen«
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