Jacqueline du Pré war eine der berühmtesten Cellistinnen des 20. Jahrhunderts. Sie wurde am 26. Januar 1945 in Oxford geboren. Ihre Mutter war Konzertpianistin und unterrichtete an der Royal Academy of Music in London. Bereits im frühesten Kindesalter zeigte sie eine außergewöhnliche musikalische Begabung und interessierte sich besonders für das Violoncello. Im Alter von zehn Jahren erhielt sie Cellounterricht bei William Pleeth, mit 15 Jahren war sie bereits Meisterschülerin bei den berühmtesten Cellisten ihrer Zeit: 1960 bei Pablo Casals in Zermatt, 1962 bei Paul Tortelier in Paris und 1966 bei Mstislaw Rostropowitsch in Moskau. 1961 schloss sie ihre Ausbildung an der Guildhall School of Music in London ab und gab ihr Konzertdebüt am 21. März 1962 in der Royal Festival Hall mit dem Cellokonzert in e-Moll op. 85 von Edward Elgar. Ihre Patentante schenkte ihr ein Stradivari-Cello aus dem Jahr 1673 („Du-Pré-Stradivari“) und drei Jahre später das sog. „Dawidow-Stradivari“ aus dem Jahr 1712. Ihre Karriere nahm von da an schnell internationale Ausmaße an. 1965 spielte sie für EMI das Cellokonzert von Edward Elgar mit dem London Symphony Orchestra unter Sir John Barbirolli ein. Diese Aufnahme gilt bis heute als maßstabsetzend. 1966 lernte Jacqueline du Pré den Pianisten und Dirigenten Daniel Barenboim kennen. Die beiden heirateten am 15. Juni 1967, nachdem Jacqueline zum jüdischen Glauben übergetreten war. Gemeinsam gaben sie Konzerte und spielten Platten ein. Zusammen mit Pinchas Zukerman bildeten sie ein bis heute legendäres Trio. 1971 spürte Jacqueline du Pré, dass die Sensibilität ihrer Finger nachließ. Nachdem sie im Dezember 1971 noch eine Platte eingespielt hatte, musste sie ihre Karriere unterbrechen. Im Februar 1973 gab sie ihre letzten Konzerte in New York und London. Im Oktober desselben Jahres wurde bei ihr Multiple Sklerose diagnostiziert. Sie gab noch gelegentlich Musikunterricht, aber Ihr Gesundheitszustand verschlechterte sich zusehends. Am 19. Oktober 1987 starb Jacqueline du Pré im Alter von 42 Jahren in London an den Folgen ihrer Krankheit.
»Jacqueline du Pré: Biographie und Einspielungen«
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