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Komponisten mit Lebensdaten insgesamt: 3376

Gaetano Donizetti

* 29.11.1797 Bergamo
† 08.04.1848 Bergamo

Gaetano Donizetti war einer der bedeutendsten Opernkomponisten des italienischen Belcanto. Er hat über siebzig Opern geschrieben, von denen einige noch heute zum Standardopernrepertoire weltweit gehören. Er wurde vor 220 Jahren, am 29. November 1797 in Bergamo geboren. Seine Eltern waren arm und lebten außerhalb der Stadtmauern. Mit acht Jahren trat er in die Knabenchorschule von Simon Mayr ein, der damals Kapellmeister an der Basilika und auch ein erfolgreicher Opernkomponist war. Bei ihm lernte Donizettis neun Jahre lang. Mit sechzehn Jahren trat er als Bassbuffo im Teatro della Società auf. 1815 ging er nach Bologna, wo er unter Padre Stanislao Mattei im Liceo Filarmonico Kirchenkomposition studierte. Seine erste Oper, der Einakter Pigmalione, entstand 1816. 1818 kehrte Donizetti nach Bergamo zurück. Zwischen 1818 und 1828 schrieb er weitere 20 Opern, die mit durchschnittlichem Erfolg aufgeführt wurden. Der große Erfolg kam mit dem Umzug nach Neapel, das für viele Jahre seine hauptsächliche Wirkungsstätte werden sollte. Bereits die erste seiner dortigen Premieren, La zingara (1822), wurde stürmisch gefeiert. Im Jahre 1827 lernte Donizetti Domenico Gilardoni kennen, der die Libretti für viele seiner Opern verfasste. Im selben Jahr erhielt er einen Vertrag vom Impresario Domenico Barbaja, jeweils vier Opern für die kommenden drei Jahre zu liefern. Sein erster großer internationaler Erfolg stellte sich jedoch erst 1830 mit Anna Bolena ein. Die englische „Geschichte“ war in der damaligen Zeit eine beliebte Inspirationsquelle. Andere noch heute populäre Opern Donizettis mit Stoffen aus der englischen Geschichte sind z.B. Roberto Devereux, Maria Stuarda und Lucia di Lammermoor. Es folgten seine vielleicht berühmtesten Opern, das Melodramma giocoso L’elisir d’amore (1832) und das „dramma tragico“ Lucia di Lammermoor (1835). 1834 wurde Donizetti zum Kapellmeister und Lehrer für Komposition am Konservatorium zu Neapel ernannt, 1836 wurde er Professor für Kontrapunkt und 1838 Direktor des Konservatoriums. Diesen Posten gab er wegen Schwierigkeiten mit der Zensur und wegen Intrigen 1840 wieder auf und ging nach Paris. Der Tod seiner Frau 1837 begünstigte seine Entscheidung sicherlich. In Paris konnte er mit La favorite und mit La fille du régiment an seine vorherigen Erfolge anknüpfen. Schließlich wandte er sich nach Wien und wurde 1842 von Kaiser Ferdinand I. zum Kammerkapellmeister und Hofkomponisten ernannt, nachdem er Linda di Chamounix für Wien komponiert hatte. Eine frühere Lueserkrankung machte ihm jedoch schwer zu schaffen, sein Gesundheitszustand verschlechterte sich rapide und aufgrund schwerer geistiger Beeinträchtigungen wurde er zunächst in der Nervenheilanstalt von Ivry-sur-Seine bei Paris untergebracht, bevor ihn sein Neffe Andrea nach Bergamo zurückholte. Dort starb er am 8. April 1848. Drei Tage später wurde sein Sarg durch die Stadt getragen, begleitet von drei Musikkapellen, 400 Fackelträgern und etwa 4000 Menschen.

Biographie Diskographie [52] Texte [1] Werke [104]

Biographie

29.11.1797
geboren in Bergamo (Italien). Der Sohn armer Eltern wurde früh durch den Geiger und Komponisten Simone Mayr gefördert und erhielt seine musikalische Ausbildung in Bologna.
1818
Noch während seiner Studienzeit wurde seine erste Oper "Heinrich von Burgund" in Venedig uraufgeführt.
1822
Durchbruch als Komponist mit "Zoraide di Grananta" in Rom.
1828
Ebenfalls für Rom entstand "L'esule di Roma".
1830
Mit "Anna Bolena" beginnt Donizettis reife Schaffensperiode.
1832
"L'elisir d'amore" (Der Liebestrank) ist Donizettis erfolgreiche komische Oper, die sich bis heute im Spielplan gehalten hat.
1833
Mit "Lucrezia Borgia" folgt wieder ein historisches Sujet für eine dramatischere Oper.
1835
Donizettis Meisterwerk "Lucia di Lammermoor" nach Walter Scotts Roman "The Bride of Lammermoor" erlebt am 26.9.1835 in Neapel seine Uraufführung. Nach mehrfacher Umarbeitung wegen Beanstandungen des Librettos durch die Zensur wird am 30.12.1835 "Maria Stuarda" an der Mailänder Scala mit der berühmten Maria Malibran in der Titelrolle aufgeführt.
1838
Der Uraufführung von "Maria de Rudenz" am Teatro La Fenice folgte nur eine einzige Reprise, dann wurde Donizettis 58. Oper abgesetzt, weil sich die Venezianer über das von Horrorszenen und blutrünstige Greueltaten strotzende Textbuch des späteren "Troubadour"-Librettisten Cammarano zu sehr mokiert hatten. Anderswo scheint man für solche Bedenken weniger sensibel gewesen zu sein, denn das "dramma tragico" um die Doppelmörderin Maria, die selbst scheinbar zwei Tode stirbt, ging bis 1870 über zumindest 50 Bühnen, bevor es für 110 Jahre völlig von den Spielplänen verschwand.
1840
Nach dem Tod von Vicenzo Bellini 1835 stiegt Donizetti zu den führenden Komponisten der italienischen Oper auf. Er übersiedelt 1840 nach Paris, wo im selben Jahr seine "La fille du régiment" (Die Regimentstochter) und "La Favorite" entsteht.
1842
In Wien wird "Linda di Chamonix" am Kärntertortheater uraufgeführt. In Bologna leitet Donizetti die italienische Erstaufführung von Rossinis "Stabat Mater".
1843
Mit "Don Pasquale" entsteht in Paris wieder eine komische Oper, die zu den erfolgreichsten Oper Donizettis gehört. Insgesamt hat Donizetti über 70 Opern geschrieben, oftmals mehrere in einem Jahr. Viele seiner Opern gerieten in Vergessenheit und wurden erst im 20. Jahrhundert für die Schallplatte und die Opernbühne neu entdeckt.
1844
Auch die Geschichte der Venezianerin Catarina Cornaro, der Königin von Zypern, hat Donizetti zu einer Oper gleichen Namens inspiriert.
1848
Nach dreijähriger Krankheit starb Donizetti am 8.4.1848 in seiner Heimatstadt Bergamo.

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