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Komponisten mit Lebensdaten insgesamt: 3376

Franz Schreker

* 23.03.1878 Monaco
† 21.03.1934 Berlin

Franz Schreker war lange Zeit aus dem allgemeinen musikalischen Bewußtsein verschwunden. Er gehörte zur Wiener Moderne der Jahrhundertwende des 19./20. Jahrhunderts, aber alle seine Erfolge als Opernkomponist erzielte er außerhalb Wiens und Österreichs. Wie bei Korngold, Zemlinsky, Schulhoff und Ullmann (der in Auschwitz umkam), galt sein Werk bei den Nazis als "entartete Musik" und wurde verboten. Diese Unterbrechung führte dazu, daß er und sein Werk völlig in Vergessenheit geriet. Doch seit geraumer Zeit tritt er zu recht wieder in das Bewußtsein der Öffentlichkeit. Er starb am 21. März 1934 in Berlin an den Folgen eines Schlaganfalls.

Biographie Diskographie [15] Texte [1] Werke [22]

Biographie

23.3.1878
Geboren in Monaco (Monaco) als Sohn des aus Böhmen stammenden Fotografen Ignaz Schrecker. Seine Mutter ist eine geborene Freiin Bretfeld zu Kronenburg. Die Ehe gilt für ihre Familie als unstandesgemäß.
Seine Kindheit verbringt Franz Schrecker auf Reisen durch halb Europa.
1888
Nach dem Tod des Vaters kommt er mit der Mutter nach Wien.
Die Jugend verbringt er in ärmlichen Verhältnissen. Die Mutter kann die Familie mit einem kleinen Gemischtwarenladen und Näharbeiten nur mühsam durchbringen. Von ihrer eigenen Familie erhält sie keine Unterstützung.
Franz übernimmt im Alter von 14 Jahren in Döbling ein Organistenamt und kann so etwas zum Unterhalt der Familie beitragen. Er ändert seinen Namen ohne "c" in "Schreker" um.
Mit finanzieller Unterstützung der Fürstin Alexandrine von Windischgraetz beginnt er ein Violin-Studium am Wiener Konservatorium.
1897
Beginn des Studiums in der Kompositionsklasse bei Robert Fuchs.
1900
Nach Abschluß des Studiums verdient er seinen Lebensunterhalt als Kontorist und Privatlehrer. In dieser Zeit entstehen erste Kompositionen, die von der Öffentlichkeit allerdings weitgehend unbeachtet bleiben.
1908
Erster größerer Erfolg mit der Pantomime Der Geburtstag der Infantin nach Oscar Wilde. Das Werk wurde von den Schwestern Grete und Elsa Wiesenthal in Auftrag gegeben und auf der Wiener Kunstschau getanzt.
Im selben Jahr gründet er den Philharmonischen Chor, mit dem er zeitgenössische Werke zur Aufführung bringt und dem er bis 1920 vorsteht.
1912
Uraufführung seiner zweiten Oper Der ferne Klang in Frankfurt mit großem Erfolg.
Im selben Jahr Berufung an die Wiener Musikakademie als Kompositionslehrer. Danach beginnt für Schreker ein Jahrzehnt großer Erfolge.
1913
Uraufführung von Schönbergs Gurreliedern mit dem Philharmonischen Chor. Seine Aufführungen mit dem Chor tragen zu Schrekers allmählichen Anerkennung bei.
Uraufführung von Das Spielwerk und die Prinzessin zeitgleich in Frankfurt und Wien. Die Oper löst in Wien einen Theaterskandal aus, wodurch Schrekers Name sehr schnell in aller Munde ist.
1918
Uraufführung der Oper Die Gezeichneten in Frankfurt 1918.
1920
Uraufführung der Oper Der Schatzgräber in Frankfurt.
Uraufführung der Oper Das Spielwerk in der einaktigen Fassung in München unter der Leitung von Bruno Walter. Mit diesen Opern ist Schreker einer der erfolgreichsten Komponisten seiner Zeit.
1920
Berufung als Direktor der Berliner Musikhochschule, Lehrtätigkeit bis 1932.
Die musikalischen Entwicklungen nach dem ersten Weltkrieg (Zwölfton-Kompositionstechnik, die einsetzende "Neue Sachlichkeit", die Song-Opern von Brecht/Weill sowie der Einfluß des amerikanischen Jazz) stehen im Gegensatz zu Schrekers eigener Musikästhetik. Schreker verliert zunehmend den Anschluß an die musikalischen Strömungen seiner Zeit.
Die politischen Umstände und die Ausbreitung des Antisemitismus leiten zusätzlich das Ende von Schrekers Laufbahn ein.
1932
Schreker verliert sein Amt als Direktor der Berliner Musikhochschule.
1933
Schreker verliert seinen Posten als Kompositionslehrer an der Akademie der Künste. Er verfällt zunehmend in Depressionen und Selbstzweifel.
1933
Im Dezember erleidet Schreker einen Schlaganfall.
21.3.1934
Franz Schreker stirbt in Berlin.

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