Das heutige Geburtstagskind Eugène Ysaÿe war zu Lebzeiten einer der bedeutendendsten und einflussreichsten Geiger. Er spielte u.a. mit Clara Schumann zusammen und ging mit dem Pianisten Anton Rubinstein auf Tournee. Ernest Chausson, César Franck, Claude Debussy, Camille Saint-Saëns, Edward Elgar, Gabriel Fauré und zahlreiche belgische Komponisten widmeten ihm Werke, die er uraufführte. Als Violinvirtuose waren seine eigenen Kompositionen überwiegend ebenfalls seinem Instrument gewidmet, darunter acht Violinkonzerte, sechs Sonaten für Solo-Violine, das Poème nocturne für Violine, Violoncello und Streicher sowie Les Harmonies du soir für Streichquartett und Streichorchester, Divertimento für Violine und Orchester, Méditation für Violoncello und Streichorchester, Chant d’hiver für Violine und Kammerorchester, Trio de concert für 2 Violinen, Viola und Orchester und Amitié für 2 Violinen und Orchester. Er hinterließ aber auch eine Oper in wallonischer Sprache (Pier li Houïeu, „Peter, der Bergmann“, UA am 4. März 1931 in Lüttich). Geboren wurde Ysaÿe vor 160 Jahren, am 16. Juli 1858 in Lüttich. Den ersten Musikunterricht erhielt er mit fünf Jahren von seinem Vater Nicolas-Joseph, selbst Geiger und Dirigent. 1865 begann er seine Ausbildung am Königlichen Konservatorium in Brüssel, wo er bei Wettbewerben mehrere Preise errang. Auf persönliche Einladung hin studierte er von 1876 bis 1879 bei Henri Vieuxtemps in Paris. 1878 unternahm er eine Reise nach Deutschland und wurde 1879 Konzertmeister des Benjamin Bilse Orchesters in Berlin, den späteren Berliner Philharmonikern. 1882 begab er sich mit Anton Rubinstein auf Tournee durch Russland und Norwegen und ließ sich anschließend von 1883 bis 1886 in Paris nieder. Seine Karriere als Solist begann 1885, als er zu einem Konzert von „Concerts Colonne“ eingeladen wurde, durch das er über Nacht berühmt wurde. Mit seinen Konzerten setzte Ysaÿe neue Maßstäbe des Violinspiels und avancierte zu einem der umjubeltsten Geiger seiner Zeit. Von 1886 bis 1898 war er Professor am Brüsseler Konservatorium. Sein USA-Debüt als Geiger gab er am 16. November 1894 beim New York Philharmonic Orchestra, an das sich eine erfolgreiche Amerika-Tournee anschloss. 1895 gründete er sein eigenes Orchester Société des Concerts Ysaÿe und begann seine Laufbahn als Dirigent. Seine USA-Debüt als Dirigent schließlich gab er am 5. April 1918 mit dem Cincinnati Symphony Orchestra, von 1918 bis 1922 wurde ihm auch die Leitung des Orchesters übertragen. Anschließend kehrte er nach Belgien zurück und übernahm wieder die Leitung seines eigenen Orchesters. Probleme mit den Fingern und dem rechten Arm hinderten ihn in der Folgezeit immer mehr am Violinspiel, so dass er sich mehr und mehr aufs Dirigieren verlegen musste. 1929 wurde sein rechter Fuß als Folge einer schweren Diabetes amputiert. Am 12. Mai 1931 starb Ysaÿe in seinem Haus in Brüssel.
»Eugène Ysaÿe: Biographie und Einspielungen«
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