Vor 110 Jahren starb der wichtigste Vertreter des „mächtigen Häufleins“ Nikolai Rimsky-Korssakoff. Er stammte aus einer Offiziers-Familie und Nikolai war ursprünglich ebenfalls Marineoffizier, bevor er sich ganz der Musik widmen konnte. Er wurde am 18. März 1844 in Tichwin geboren. Seine Eltern erkannten und förderten seine musikalische Begabung. Von 1856 bis 1862 besuchte Nikolai die Kadettenschule in Sankt Petersburg, nahm aber weiterhin Klavierunterricht. Am meisten interessierte er sich von jeher für die Oper. Über seinen Klavierlehrer Théodore Camille lernte er 1860 Mili Barakirew und César Cui kennen und schloss sich 1862 mit ihnen und Alexander Borodin sowie Modest Mussorgsky zu einer Gruppe zusammen, die in Abkehr von westeuropäischen Vorbildern die national-russische Musik nach dem Vorbild Michail Glinkas fördern wollte – das „mächtige Häuflein“. Unter diesem Einfluss begann Rimsky-Korssakoff mit der Komposition seiner ersten Sinfonie in es-Moll. Deren Fertigstellung dauerte allerdings bis 1865, da er nach Abschluss seiner Kadettenausbildung für drei Jahre auf das Kriegsschiff „Almas“ abkommandiert wurde und darauf die Welt umsegelte. Ende 1865 wurde die Sinfonie schließlich in Sankt Petersburg aufgeführt. 1867 schuf er mit Sadko die erste russische Sinfonische Dichtung. In der Folgezeit beschäftigte sich Rimski-Korssakoff intensiv mit russischer Volksmusik und altrussischen Überlieferungen. Aus dieser Beschäftigung entstand 1880 Snegurotschka (Schneeflöckchen) sowie weitere andere Opern (u.a. 1904 Der Wojewode, 1907 Die Sage von der unsichtbaren Stadt Kitesch). Insgesamt schrieb Rimsky-Korssakoff 15 Opern, drei Sinfonien, ein Klavierkonzert, verschiedene andere Orchesterwerke (u.a. Capriccio espagnol 1887, Scheherazade 1888), drei Streichquartette, ein Klaviertrio, Klaviermusik zu zwei und vier Händen, Lieder, Transkriptionen und Orchestrierungen. Im Juli 1871 wurde er Professor für Instrumentation und Komposition am Konservatorium von Sankt Petersburg. Zu seinen Schülern zählten u.a. Alexander Glasunow, Alexander Gretschaninow, Igor Strawinski und Sergei Prokofieff. Von 1873 bis 1884 war er Musikinspektor der russischen Kriegsmarine, auch als Dirigent trat er in Erscheinung. Nikolai Rimsky-Korssakoff starb am 21. Juni 1908 in seinem Landhaus in Ljubensk bei St. Petersburg an einem Herzinfarkt.
»Nikolai Rimsky-Korssakoff: Biographie und Einspielungen«
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