Vor etwa sechzig Jahren wurde er der „Rostropowitsch der Zukunft“ genannt. Inzwischen ist diese Zukunft Vergangenheit geworden – der damals wie heute gefeierte Cellist Mischa Maisky feiert seinen 75. Geburtstag! Die in ihn gesetzten Erwartungen hat er als einer der führenden Cellisten seiner Generation mehr als erfüllt. Geboren wurde er am 10. Januar 1948 in Riga. Mit acht Jahren begann er Cello zu spielen. Den ersten Unterricht erhielt er an der Städtischen Musikschule in Riga, später am Konservatorium Riga und schließlich 1962 am Konservatorium in Leningrad. Bereits ein Jahr später wurde er in die Meisterklasse von Mstislaw Rostropowitsch am Moskauer Konservatorium aufgenommen. 1965 erspielt er sich den 1. Preis beim sowjetischen nationalen Wettbewerb. Ein Jahr später gewinnt er den Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau und startet seine Solokarriere als Cellist in Russland. Diese Karriere wird jäh unterbrochen, als seine Schwester 1969 nach Israel emigriert: Mischa wird verhaftet und verbringt beinahe drei Jahre in Gefängnissen, Arbeitslagern und psychiatrischen Krankenhäusern. 1972 darf er schließich dank Unterstützung durch einen US-amerikanischen Gönner selbst nach Israel auswandern. 1973 gewinnt er den internationalen Gaspar-Cassadó-Wettbewerb in Florenz und noch im gleichen Jahr debütiert er in den Vereinigten Staaten in der Carnegie Hall in New York mit dem Orchester von Pittsburgh unter der Leitung von William Steinberg. Ein Bewunderer bot ihm nach dem Konzert ein Montagna-Cello aus dem Jahre 1720 zum Kauf an, das Maisky seitdem ausschließlich spielt. Auf Vermittlung von Rostropowitsch hin wird Maisky 1974 Meisterschüler bei Gregor Piatigorsky. 1976 gab er sein London-Debüt und 1982 begann die Zusammenarbeit mit der Deutschen Grammophon. Die erste Aufnahme war das Doppelkonzert für Cello und Geige von Brahms mit Gidon Kremer und den Wiener Philharmonikern unter Leonard Bernsteins Leitung. 1985 spielte Maisky die Cello-Suiten von Bach ein. Bis heute zählt Mischa Maisky zu den führenden Cellisten der Gegenwart. Neben der Solokarriere ist er jedoch auch ein leidenschaftlicher Kammermusiker. Seine bevorzugten Kammermusikpartner sind Martha Argerich, Ivry Gitlis, Boris Belkin, Radu Lupu oder Malcolm Frager. Mit Martha Argerich trat Maisky 1993 auch bei den Salzburger Festspielen auf. Sein ganz persönliches Highlight ist aber das Maisky-Trio, das er mit seiner Tochter Lily (Klavier) und seinem Sohn Sascha (Violine) gegründet hat. Ein künstlerisches Familientrio, das zu diesem besonderen Tag sicherlich besonders gut aufspielen wird. Herzlichen Glückwunsch!
»Mischa Maisky: Biographie und Einspielungen«
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